Fußball-Bundesliga

Abstiegskampf: Der HSV hat das leichteste Restprogramm

Der Abstiegskampf beginnt bereits ab Platz zehn, die halbe Liga kämpft ums Überleben. Ein Blick aufs Restprogramm zeigt, welche Chancen der HSV bis Weihnachten hat – und wer noch unten reinrutscht.

Hamburg. Dritter Heimsieg in Folge, viertbeste Abwehr der Liga und mit Platz 13 die beste Saisonplatzierung – beim HSV zeigt die Formkurve klar nach oben. Doch der Tabellenplatz täuscht. Denn mit nur einer Niederlage können die Hamburger wieder in den Tabellenkeller der Bundesliga rutschen. Das bekam auch Werder Bremen am letzten Spieltag zu spüren, als die Norddeutschen durch die 2:5-Niederlage bei Eintracht Frankfurt von Rang 14 auf Platz 17 abrutschten. Den Tabellen-Zehnten Paderborn und den Tabellenletzten aus Stuttgart trennen derzeit nur fünf Punkte. Auf den Plätzen dazwischen tummelt sich die halbe Liga. Keine Frage, der Abstiegskampf ist derzeit so spannend wie nie zuvor. Ein Blick aufs Restprogramm bis zur Winterpause verrät, welche Chancen der HSV hat, Weihnachten auf einem Nichtabstiegsplatz zu verbringen und welche Mannschaften noch unten reinrutschen könnten.

Paderborn (10. Platz, 17 Punkte)


Restprogramm: Wolfsburg (A), Schalke (H), Stuttgart (A)

Prognose: Momentan sieht es so aus, als stünde der Aufsteiger im gesicherten Mittelfeld. Doch der Schein trügt. Paderborn hat noch ein enorm schweres Restprogramm vor der Brust. Gegen Wolfsburg und Schalke wird wohl nicht viel zu holen sein, es kommt also alles auf das direkte Abstiegsduell in Stuttgart drauf an. Verlieren die Ostwestfalen diese Partie, könnte Paderborn sogar auf einem Abstiegsplatz überwintern. Vermutlich bleibt die bisherige Überraschungsmannschaft der Liga aber knapp über dem Strich.

Mainz (11. Platz, 16 Punkte)


Restprogramm: Stuttgart (H), Köln (A), Bayern (H)

Prognose: Die seit sechs Spielen sieglosen Mainzer haben derzeit die schlechteste Form unter allen Abstiegskandidaten. Nach der 1:2-Niederlage beim HSV sind die Rheinländer endgültig in die unangenehme Tabellenregion gerutscht. Mit Stuttgart und Köln hat der selbst ernannte „Karnevalsverein“ nun zwei Schlüsselspiele vor der Brust. Am letzten Spieltag gegen den FC Bayern bräuchte Mainz in seiner aktuellen Form gar nicht erst antreten. Die Punkte müssen gegen andere Mannschaften geholt werden. Doch in der aktuellen Verfassung, in der sich die Mainzer präsentieren, wird auch gegen Stuttgart und Köln nicht viel zu holen sein. Aufgrund des kleinen Punktepolsters reicht es wohl gerade so noch, um auf einem Nichtabstiegsplatz zu überwintern.

Köln (12. Platz, 15 Punkte)


Restprogramm: Schalke (A), Mainz (H), Wolfsburg (A)

Prognose: Köln startete gut, muss aber nach drei Niederlagen in Folge wieder zittern. Zwischen zwei schweren Auswärtsspielen auf Schalke und Wolfsburg empfängt der Aufsteiger die kriselnden Mainzer. Gewinnt Köln diese Partie nicht, dürfte sich der FC über Weihnachten wohl auf einem der Abstiegsplätze befinden.

HSV (13. Platz, 15 Punkte)


Restprogramm: Freiburg (A), Stuttgart (H), Schalke (A)

Prognose: Der HSV hat es in der eigenen Hand, ein fröhliches Weihnachtsfest feiern zu können. Mit Freiburg und Stuttgart treffen die Hamburger nun auf zwei direkte Konkurrenten, die in der Tabelle hinter dem HSV stehen. Gelingt auswärts im Breisgau mindestens ein Punkt und wird zu Hause der vierte Heimsieg in Folge eingefahren, kann die Mannschaft von Trainer Joe Zinnbauer sich ein wenig Puffer im Abstiegskampf erspielen. Im letzten Spiel vor der Winterpause bei den heimstarken Schalkern kann der HSV dann befreit aufspielen – und vielleicht sogar für einen nicht eingeplanten Punktgewinn sorgen. Läuft alles nach Plan, schließen die Hanseaten die Hinrunden-Tabelle im Mittelfeld ab.

Dortmund (14. Platz, 14 Punkte)


Restprogramm: Hertha (A), Wolfsburg (H), Bremen (A)

Prognose: Warum Borussia Dortmund im Abstiegskampf steckt, ist wohl der gesamten Bundesliga ein Rätsel. Mit Hertha und Bremen hat der BVB aber noch zwei entscheidende Auswärtsspiele vor der Brust, die darüber entscheiden, ob die Klopp-Elf auch in der Rückrunde gegen den Abstieg spielt. Doch vermutlich fängt sich Dortmund noch vor der Winterpause und rettet sich ins gesicherte Mittelfeld.

Hertha (15. Platz, 14 Punkte)


Restprogramm: Dortmund (H), Frankfurt (A), Hoffenheim (H)

Prognose: Auf dem Schenckendorffplatz, dem Berliner Trainingsgelände, ziehen dunkle Wolken auf. Hertha rutscht zur denkbar ungünstigsten Zeit in die Abstiegszone, denn die aktuellen Gegner haben es in sich. Nach Bayern und Gladbach werden die Haupstädter wohl auch gegen Dortmund verlieren. Nach einem schweren Auswärtsspiel bei den formstarken Frankfurtern entscheidet dann das Heimspiel gegen Hoffenheim, ob die Berliner auf einem Abstiegsplatz überwintern. Vermutlich rettet sich Hertha aber geradeso über den Strich.

Freiburg (16. Platz, 13 Punkte)


Restprogramm: HSV (H), Bayern (A), Hannover (H)

Prognose: Freiburg muss in den beiden Heimspielen Punkte gegen den Abstieg sammeln. Doch sowohl der HSV als auch Hannover 96 präsentieren sich momentan in einer guten Verfassung. Auswärts beim Branchenprimus Bayern München sollten die Breisgauer nicht all zu viele Punkte einplanen. Gewinnt der Sportclub kein Spiel mehr vor der Winterpause, könnte sich die Streich-Elf an Weihnachten sogar auf dem letzten Tabellenplatz wiederfinden.

Bremen (17. Platz, 13 Punkte)


Restprogramm: Hannover (H), Gladbach (A), Dortmund (H)

Prognose: Werder hat noch ein interessantes Restprogramm zu absolvieren. Nach dem Heimspiel gegen Hannover, bei dem ein Sieg Pflicht ist, reist die Skripnik-Elf zu den wiedererstarkten Gladbachern, ehe Wundertüte Dortmund am 17. Spieltag im Weserstadion gastiert. Bremen ist schon gezwungen, auch als Außenseiter gegen Gladbach und Dortmund zu punkten. Gelingt dies nicht, überwintern die Norddeutschen auf einem Abstiegsplatz.

Stuttgart (18. Platz, 12 Punkte)


Restprogramm: Mainz (A), HSV (A), Paderborn (H)

Prognose: Beim VfB glaubten alle an das Ende der Krise, als Trainer Huub Stevens bei seinem Debüt gleich drei Punkte und einen sensationellen 4:1-Sieg in Freiburg holte. Doch schon eine Woche später folgte die Ernüchterung beim 0:4 vor heimischer Kulisse gegen Schalke und dem erneuten Absturz ans Tabellenende. Mit Mainz, dem HSV und Paderborn hat Stuttgart als einziges Team in der unteren Tabellenhälfte noch drei Abstiegskandidaten vor der Brust. Die kommenden Wochen entscheiden also darüber, ob sich die Schwaben aus dem Tabellenkeller befreien können oder der Abstand zur Konkurrenz größer wird. Bei der aktuellen Form der Mainzer und mit einem Heimsieg gegen Aufsteiger Paderborn sollten aber die nötigen Punkte eingefahren werden können. Stuttgart rettet sich zum Ende der Hinrunde wohl aus der Abstiegszone.