HSV

Nach der Pleite in Hannover wackelt Slomkas Stuhl

Mit der Niederlage gegen Hannover 96 wird der HSV zum Schlusslicht in der Tabelle. Die Hamburger waren abgesehen von mutigen Einzelaktionen kaum gefährlich. Die HSV-Abwehr überließ Hannover zeitweise das Spiel.

Hannover/Hamburg. Auch mit sieben Neuen schwach gespielt, wieder klar verloren – und nun auch noch die Rote Laterne: Nach dem katastrophalen Saisonstart wackelt beim Hamburger SV der Stuhl von Trainer Mirko Slomka gewaltig. Der Fast-Absteiger der Vorsaison kassierte am Sonntagabend beim Erfolgsteam von Hannover 96 eine bittere 0:2 (0:2)-Niederlage und ist nun Schlusslicht der Fußball-Bundesliga. Leon Andreasen (13. Minute) und Artur Sobiech (24.) stürzten die Hanseaten mit ihren Treffern noch tiefer in die Krise.

Trainer Mirko Slomka musste an seiner alten Wirkungsstätte die personelle Rochade wagen: Gleich auf sieben Positionen stellte der 47-Jährige seine Startelf vor 49 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena, unter ihnen Bundestrainer Joachim Löw, um. So musste der frühere Nationalkeeper René Adler dem Tschechen Jaroslav Drobny Platz machen.

Doch der Mut zum Wechselspiel zahlte sich für die Hanseaten, die ihren letzten Auswärtssieg am 27. Oktober 2013 (3:0 in Freiburg) eingefahren hatten, nicht aus. Der Bundesliga-Dino stellte sogar einen historischen Negativrekord auf: In den 51 Spielzeiten waren die Hamburger nach drei Spieltagen noch nie torlos geblieben. Und am 4. Spieltag kommen ausgerechnet die Münchner Bayern an die Elbe.

Hannovers Sturmduo Joselu und Sobiech, von Trainerfuchs Korkut zum ersten Mal zusammen in der Startelf aufgeboten, kam zügig auf Betriebstemperatur: Schon nach 2:05 Minuten hatte Joselu nach feinem Steilpass von Leonardo Bittencourt die erste Großchance, der Spanier schoss aber am rechten Pfosten vorbei.

In der temporeichen Partie machten die Hausherren viel mehr Druck, spielten schnell, direkt und gewannen viele Zweikämpfe. Nach einer Maßflanke von Miiko Albernoz sprang der Däne Andreasen am höchsten, sein wuchtiger Aufsetzer-Kopfball schlug unhaltbar im langen Eck ein. Beim 2:0 stocherte Sobiech die Kugel nach Joselus Flanke aus dem Gewühl über die Linie.

Die Hanseaten, die durchaus ihre Chancen hatten, wirkten bei sporadischen Kontern oft einfallslos. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Slomka-Schützlinge besser ins Spiel, Neuzugang Nicolai Müller versiebte kurz nach der Pause die „Hundertprozentige“ zum möglichen 1:2 (47.).

Die Gäste startete desaströs, erstes Hallo-wach-Signal war ein Volleyschuss von Torjäger Pierre-Michel Lasogga (14.), der später die Riesenchance zum Anschluss vergab (35.). Tottenham-Leihgabe Lewis Holtby, der den verletzten Kapitän Rafael van der Vaart als Taktgeber ersetzen sollte, hatte in seinem 100. Bundesligaspiel keinen Grund zum Jubeln: Der Neuzugang verbuchte bei seiner HSV-Premiere zwei Schüsse neben das Tor und sah schon nach 26 Minuten die Gelbe Karte.

Der ehemalige HSV-Aufsichtsrat Jürgen Hunke hat von Dietmar Beiersdorfer Unterstützung für den zur Zeit glücklosen Trainer Mirko Slomka gefordert. Hunke erklärte nach der Niederlage des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV gegen Hannover 96 am Sonntag (0:2) beim Fernsehsender „Sky“, der HSV-Chef müsste Slomka „öffentlich zur Seite stehen. Das wäre ein Zeichen.“

Aufstellungen:

Hannover: 1 Zieler, 4 Hiroki Sakai, 25 Marcelo, 19 Christian Schulz, 3 Albornoz, 8 Schmiedebach, 2 Andreasen, 32 Bittencourt, 28 Kiyotake, 11 Joselu, 9 Sobiech – Trainer: Korkut

Hamburg: 1 Drobny, 2 Diekmeier, 3 Cleber, 5 Djourou, 22 Ostrzolek, 21 Behrami, 18 Holtby, 37 Green, 27 Nicolai Müller, 17 Stieber, 10 Lasogga – Trainer: Slomka

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)

Tore:

2:0 Sobiech (24.), Hannover

1:0 Leon Andreasen (13.), Hannover