HSV-Star

Van der Vaart ist nach dem WM-Aus richtig enttäuscht

Der HSV-Kapitän kann wegen einer Wadenverletzung nicht mit der holländischen Nationalmannschaft nach Brasilien reisen. Damit könnte auch van der Vaarts Karriere in der „Elftal“ Geschichte sein.

Hamburg. Das war ein echter Schock für den HSV-Kapitän: Wegen einer Wadenverletzung kann Rafael van der Vaart nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien teilnehmen. Bondscoach Louis van Gaal strich den 31-Jährigen aus seinem Aufgebot. Das bestätigten der niederländische Fußballverband KNVB und der HSV.

Und auch van der Vaart selbst äußerte sich inzwischen zu seinem bitteren WM-Aus. „Ich bin enorm enttäuscht, nicht in Brasilien dabei sein zu können“, schrieb der 31-Jährige bei Twitter und Facebook. Er habe sich so sehr gefreut, im Kreise der Nationalmannschaft dabei zu sein. „Ich wünsche dem Team jetzt eine erfolgreiche und prächtige WM“, fügte van der Vaart an.

Dabei sollte für van der Vaart im Kreise der Nationalmannschaft nach dem gerade so geglückten Klassenerhalt mit den Hamburgern doch alles besser werden. Nach der Ankunft im Trainingslager in Lagos schwärmte van der Vaart: „Es fühlt sich wie eine Befreiung an nach so einer Saison mit dem HSV.“ Endlich sei der Druck weg. „Wenn du zur Nationalmannschaft kommst, ist das Niveau höher und es sind Spieler da, die Titel gewonnen haben“, sagte van der Vaart: „Deshalb ist die Stimmung positiv. Ich fühle mich hier richtig wohl.“

Das WM-Aus kommt für den gefallenen „kleinen Engel“ einem Schock gleich. Wie es für van der Vaart in Hamburg weitergeht, ist unklar. Zwar läuft sein Vertrag an der Elbe noch bis 2015, doch der Vize-Weltmeister von 2010 ist mit einem Gehalt von rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr der Top-Verdiener der Hanseaten.

Und wegen finanzieller Schwierigkeiten ist der HSV gezwungen, seinen Gehaltsetat auf 38 Millionen zusammenzustreichen. Bei einem entsprechenden Angebot würden die Hamburger ihren einstigen Liebling wohl nur zu gerne abgeben – zumal van er Vaart in der abgelaufenen Saison nicht mehr überzeugen konnte. Doch für einen neuen Verein kann sich der Linksfuß auf der ganz großen Bühne WM nun nicht mehr für einen neuen Klub empfehlen.

Van der Vaarts Zeit in der „Elftal“ läuft ebenfalls ab. Seit 2004 war er bei allen großen Turnieren dabei, machte insgesamt 109 Länderspiele und stand 2010 im WM-Finale gegen Spanien (0:1 n.V.). Die schmerzhafte Niederlage von Johannesburg wird damit wohl das letzte WM-Spiel van der Vaarts gewesen sein. Wenn 2018 die Endrunde in Russland ausgetragen wird, ist er 35 Jahre alt.

Nur noch zwei HSV-Profis dabei

Nach dem Aus van der Vaarts ruhen die Hamburger WM-Hoffnungen auf den bereits sicher nominierten Schweizer Verteidiger Johan Djourou und auf Milan Badelj. Der kroatische Mittelfeldspieler steht im vorläufigen Aufgebot von Trainer Niko Kovac, das bis zum 2. Juni aber noch um vier Spieler reduziert wird. Zuvor war bereits Ivo Ilicevic aus dem Kader gestrichen worden.

Auch für die übrigen Hamburger Nationalspieler zerplatzten die WM-Träume nacheinander. Deutschland fährt komplett ohne HSV-Profis nach Brasilien, da Bundestrainer Joachim Löw Torhüter René Adler und Abwehrmann Heiko Westermann gar nicht erst nominierte und Linksverteidiger Marcell Jansen nach vorläufiger Nominierung ebenfalls noch nachhause schickte. Stürmer Pierre-Michel Lasogga war für Löw aufgrund seiner Verletzungsgeschichte kein Thema mehr. Bei Kamerun verzichtete Trainer Volker Finke auf Jacques Zoua.

Die Nationen der übrigen HSV-Internationalen Jaroslav Drobny, Petr Jiracek (beide Tschechien), Hakan Calhanoglu (Türkei) oder Artjoms Rudnevs (Lettland) konnten sich gar nicht erst für die WM qualifizieren.