Abstiegskampf

HSV-Fans glauben an Coach Slomka und Klassenerhalt

Die Mehrheit der Hamburger vertraut einer Umfrage von abendblatt.de zufolge dem neuen HSV-Trainer. Slomka kündigte an, allen Spielern eine neue Chance zu geben. Der 46-Jährige führte bereits viele Einzelgespräche.

Hamburg. Mirko Slomka geht den Abstiegskampf mit dem HSV entschlossen an. Seit seinem Amtsantritt scheucht der 46 Jahre alte Trainer sein Team bei zwei intensiven Trainingseinheiten pro Tag über den Rasen. Pierre-Michel Lasogga und Co. schwitzen unter anderem bei Sprint- und Passübungen, Slomka führt zudem viele Einzelgespräche.

„Um zwei Plätze weiter nach vorne zu kommen, was ja unser Ziel ist, müssen wir ganz hart arbeiten“, sagte Slomka. „Es ist immer so, wenn ein neuer Trainer kommt, dass die Motivation vielleicht einen Tick steigt.“ Das sehen offenbar auch die HSV-Fans so. 65 Prozent glauben an die Wende unter Trainer Slomka und den Nicht-Abstieg. 35 Prozent denken, dass auch der ehemalige Trainer von Hannover 96 das Team nicht vor dem Abstieg bewahren kann (1079 Leser stimmten bei der Umfrage bei abendblatt.de ab).

Drei Tage vor dem Duell mit Borussia Dortmund am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf abendblatt.de) keimte bei Slomka Hoffnung auf einen Einsatz von Milan Badelj auf, der sich bei der 2:4-Niederlage bei Eintracht Braunschweig eine Knochenprellung zugezogen hat und mit dem Training aussetzen musste. Der Kroate nimmt aber genauso wie Außenverteidiger Zhi Gin Lam (Adduktorenprobleme) seit Dienstag wieder an Teilen des Trainings teil. Wer den verletzten Kapitän Rafael van der Vaart (Bänderriss) gegen den BVB ersetzt, wollte Slomka noch nicht preisgeben.

Mit van der Vaart („die prägende Figur unserer Mannschaft“) hatte Slomka bereits am Montag gesprochen, weitere Einzelgespräche mit René Adler („eine sehr souveräne Persönlichkeit“) und Badelj („ich mag seine Art zu spielen“) folgten am Dienstag. Sogar mit dem seit Monaten ausgemusterten Robert Tesche suchte er den Dialog. „Ich habe ihm versichert, dass ich mich über seinen Fall ganz genau informieren werde. Wenn er der Mannschaft schadet, dann muss er bei der U23 bleiben. Wenn nicht, kann er natürlich mit uns trainieren“, sagt Slomka, der den Mittelfeldmann 2011 schon mal nach Hannover holen wollte.

Bei den am Vortag angekündigten Kleinigkeiten, die er im Vergleich zu Vorgänger Bert van Marwijk ändern möchte, wird es kaum bleiben. „Jeder Spieler wird bei mir seine Möglichkeit bekommen“, sagt Slomka, der auch den zuletzt nur selten berücksichtigten Slobodan Rajkovic („wirkt im Training aggressiv und konzentriert“), Petr Jiracek („kann viele Positionen spielen“) und Johan Djourou („wir wollen sein gewohntes Niveau wieder aus ihm rauskitzeln“) eine neue Chance versprach.

Slomka sitzt am gedeckten Kaffeetisch in der Hamburger-Weg-Loge, presst die Hände zusammen und verbreitet Optimismus. Es wird gelobt, gelacht, gescherzt und hier und da auch mal geflunkert. Gegen Braunschweig, so der Neutrainer, habe die Mannschaft so richtig gefightet, für seinen Geschmack aber einen Tick zu wenig fußballerische Klasse gezeigt. Das wolle er nun im Spiel gegen Dortmund, natürlich eine „großartige Herausforderung“, ändern: „Wir haben ein Heimspiel. Und Heimspiele muss man gewinnen.“