Der HSV-Tag im Ticker

Felix Magaths klare Absage an den HSV im Video

Nun kommt es für Trainer Bert van Marwijk zum persönlichen Endspiel in Braunschweig. Slomka und Jol sind die Favoriten auf seine Nachfolge. Maulkorb für van der Vaart & Co. Badelj fällt länger aus.

Abendblatt.de hält Sie auch am Tag nach dem bitteren Pokal-Aus gegen Bayern München (0:5) über die Ereignisse rund um den HSV auf dem Laufenden:

+++ Magath gibt dem HSV einen Korb +++

18.28 Uhr: Felix Magath hat dem HSV laut Abendblatt-Informationen abgesagt. Der 60-jährige landete um 14.15 Uhr mit einem aus München kommenden Flieger in Hamburg. Gegen 17.30 Uhr teilte er dem Aufsichtsrat des HSV seinen Rückzug mit. „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“, sagte der Fußballtrainer dem Abendblatt.

Später am Abend räumte Magath ein, dass er nicht sauer oder enttäuscht über den HSV sei. „Ich habe mich bemüht, die Aufgabe zu übernehmen. Der HSV gehört zu mir, ich gehöre zum HSV - insofern hätte das gepasst“, sagte der Ex-HSV-Spieler und -Trainer dem Abendblatt: „Die Verhandlungen gingen nicht mehr vorwärts, der Kontakt zwischen dem Aufsichtsrat und mir wird nicht weitergeführt.“

Besonders die Uneinigkeit innerhalb des Vereins löst bei Magath Unverständnis aus: „Ich habe mich hauptsächlich gegen ein Engagement beim HSV entschieden, weil der Vorstand und Teile des Aufsichtsrat sowie HSVplus gegen mich waren. Es gibt zu viele Mandatsträger und Interessen im Verein, die ich nicht mit einem Engagement beim HSV bündeln könnte.“

Dennoch wünscht Magath dem einzigen Bundesliga-Dino für die Zukunft alles Gute und gibt dem Traditionsclub einen Rat mit auf den Weg: „Das Wichtigste für den HSV ist jetzt Zusammenhalt. Wenn die vielen Strömungen weiterhin gegeneinander arbeiten, wird es schwer für den HSV.“

Auf seiner Facebook-Seite schreibt Magath: „Leider beharren im HSV zu viele der alten Kräfte auf ihren Positionen, sind an einem ehrlichen Neuanfang nicht interessiert. Teile des Aufsichtsrates, der Vorstand sowie die Initiatoren der Gruppe HSVplus haben sich gegen mich gestellt. Wie soll man mit solchen Voraussetzungen einen Verein erfolgreich durch den Abstiegskampf führen? Einigkeit im Verein hat aber oberste Priorität, ohne sie kann nichts gelingen. Diese notwendige Einigkeit herzustellen scheint bei diesen unüberschaubaren Gruppen und Einzelinteressen kaum machbar.“

In den vergangenen Tagen hatten die Kontrolleure vergeblich versucht, eine Zweidrittelmehrheit für Magath zu finden. Nun kommt es für Noch-HSV-Trainer Bert van Marwijk zum persönlichen Endspiel am Sonnabend in Braunschweig (15.30 Uhr im Liveticker bei abendblatt.de). Favoriten auf die Nachfolge des Holländers sind nun Mirko Slomka und Martin Jol, der bereits von 2008 bis 2009 HSV-Trainer war.

+++ Badelj fällt länger aus – Bangen um van der Vaart +++

17.36 Uhr: Im Kellerduell beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig am Sonnabend (15.30 Uhr im Liveticker bei abendblatt.de) muss der HSV auf Milan Badelj verzichten. Der kroatische Mittelfeldspieler wird zwei bis drei Wochen lang ausfallen, teilte der Verein am Donnerstag mit. Badelj hatte sich beim Pokal-Aus gegen Bayern München (0:5) am Mittwoch einen Bänderanriss und eine Knochenprellung im rechten Sprunggelenk zugezogen.

Dagegen will Kapitän Rafael van der Vaart am Freitag mit der Mannschaft trainieren. Der 31 Jahre alte Niederländer schied gegen Bayern mit einer Muskelverhärtung in der linken Wade aus. Trainer Bert van Marwijk will gegen Braunschweig auf Pierre-Michel Lasogga zurückgreifen. Der mit neun Toren beste HSV-Stürmer musste in den vergangenen drei Pflichtspielen wegen eines Muskelfaserrisses pausieren.

+++ Seeler bangt um HSV: Die Lage ist sehr ernst +++

16.02 Uhr: Uwe Seeler sorgt sich um seinen HSV. „Man muss die Lage um den HSV sehr ernst nehmen, denn man weiß, was im Fußball alles möglich ist. Die Voraussetzungen, die man so hört und liest, sind nicht ideal. Nun hofft man, dass sich Mannschaft und Trainer steigern können, denn auch in Braunschweig wird es nicht einfach“, sagte Seeler in einem Exklusiv-Interview mit Sky Sport News HD: „Die Braunschweiger kämpfen unheimlich und sind sehr lauffreudig - deshalb muss man besonders aufpassen.“

+++ Etliche Fans reagieren auf Magath-Eintrag +++

13.07 Uhr: Magaths jüngster Facebook-Eintrag hat wenige Minuten später bereits mehr als 180 Kommentare evoziert. Immerhin zwei davon beziehen sich auf Schach. „Das mit dem Schulschach finde ich super.Gut,dass Du Dich dafür einsetzt“, schreibt ein Magath-Freund. Ein anderer Nutzer findet: „Mit Felix Magath kann Schulschach einen großen Schub in der Medienwahrnehmung bekommen! Warum nicht Schach UND den HSV nach vorne bringen?“

+++ Magath schreibt über Hamburg-Aufenthalt +++

12.54 Uhr: Während ein Großteil der HSV-Fans noch immer hofft, dass Felix Magath im Rahmen seines heutigen Hamburg-Aufenthaltes vom Aufsichtsrat als großer Retter durchgesetzt werden kann, meldet sich der Umworbene noch einmal selbst zu Wort - allerdings ohne dabei auf den Hamburger Bundesligisten einzugehen. In seinem Facebook-Eintrag widmet sich Magath dagegen voll und ganz seiner Schach-Mission:

+++ Zeitung: Magath nicht zum HSV – Kandidaten Slomka und Schaaf +++

12.28 Uhr: Felix Magath wird nach Informationen von shz.de nicht Trainer des HSV. Das teilte das Online-Portal des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages am Donnerstag ohne Nennung einer Quelle mit. Statt Magath soll Mirko Slomka oder Thomas Schaaf den jetzigen Coach Bert van Marwijk ablösen. Laut shz.de soll der Trainerwechsel noch am (heutigen) Donnerstag bekanntgegeben werden. Beim HSV war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

+++ Maulkorb für die Spieler ++

12.02 Uhr: Beim krisengeschüttelten HSV liegen vor dem Abstiegs-Krimi bei Eintracht Braunschweig am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) offenbar die Nerven blank. Der Traditionsklub hängte seinen Spielern um Kapitän Rafael van der Vaart einen Maulkorb um. Bis zur Partie beim Tabellenletzten werde es keine Interviews mehr geben, teilte der Klub mit. Auch der Vorstand um Vereinspräsident Carl Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer werde sich nicht mehr offiziell äußern.

+++ Entwarnung bei van der Vaart, Lasogga wieder bereit +++

11.08 Uhr: Entwarnung gibt es bei Rafael van der Vaart: Der Kapitän musste gegen Bayern München wegen Wadenproblemen ausgewechselt werden, soll aber bereits am Freitag wieder am Trainingsbetrieb teilnehmen. Torjäger Pierre-Michel Lasogga präsentierte sich beim Vormittagstraining in guter Form. Die Hertha-Leihgabe scheint seinen Muskelfaserriss endgültig auskuriert zu haben und ist bereit für das wichtige Bundesliga-Spiel am Sonnabend gegen Eintracht Braunschweig.

+++ Training an der Imtech Arena mit Bert van Marwijk +++

10.37 Uhr: Die Ersatzspieler kommen mit Trainer Bert van Marwijk auf den Rasen. Die Stammspieler absolvieren eine Laufeinheit im Wald. Milan Badelj trainiert nicht mit. Der Mittelfeldspieler verletzte sich im Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München (0:5) am Sprunggelenk. Eine Röntgen-Untersuchung soll Aufschluss über seine Verletzung geben. Sein Einsatz gegen Eintracht Braunschweig am Sonnabend ist fraglich.

+++ Kacar: Blitz-Transfer nach Japan? +++

10.26 Uhr: Während beim HSV das absolute Chaos herrscht, flog Gojko Kacar am Dienstag nach Japan. Der aussortierte Mittelfeldspieler steht vor einem Engagement bei J-League-Klub Cerezo Osaka. Kacar soll bis zum Saisonende ausgeliehen werden und der HSV spart ein Teil des Gehalts (Jahreseinkommen rund 1,8 Millionen Euro).

+++ Van Marwijk gegen Braunschweig auf der Bank +++

10.15 Uhr: Oliver Kreuzer erscheint am Stadion und stärkt Trainer Bert van Marwijk den Rücken. „Bert sitzt in Braunschweig auf der Bank.“

+++ Magath-Rückkehr droht zu platzen – Kommt Slomka? +++

10.08 Uhr: Am späten Mittwochabend verweigerte HSV-Aufsichtsratschef Jens Meier ein Bekenntnis zum amtierenden Vorstand um Klub-Präsident Carl Jarchow sowie Trainer Bert van Marwijk. „Wir sind hier im Profifußball und nicht bei einer Kindergartenveranstaltung“, sagte Meier bei Sky, „Trainer und Manager müssen Druck aushalten können.“ Seit Sonntag bemüht sich der Aufsichtsrat um die Verpflichtung von Magath.

Derweil arbeiten Sportdirektor Oliver Kreuzer und van Marwijk weiter nur auf Abruf. „Ob etwas passiert, wann etwas passiert, kann ich nicht beeinflussen“, sagte Kreuzer, „ich gehe davon aus, dass van Marwijk in Braunschweig auf der Bank sitzen wird. Ob ich dann aber noch Sportchef bin, weiß ich nicht.“ Sollte sich der Aufsichtsrat nicht auf Magath einigen können, gilt Mirko Slomka als möglicher Kandidat für die Nachfolger des erfolglosen van Marwijk.

+++ Van Marwijk am Trainingsgelände angekommen +++

9.54 Uhr: Bert van Marwijk erscheint am Trainingsgelände des HSV. Der Trainer scheint die Vormittagseinheit um 10.30 Uhr zu leiten. Die Geschäftsstelle ist noch leer. Es bleibt aber unklar, ob der Niederländer auch gegen Eintracht Braunschweig am Sonnabend auf der Bank sitzen wird. Felix Magath kommt heute nach Hamburg. Doch übernimmt er auch das Ruder beim Nordclub?

+++ Auch Eiskunstläufer schlagen den HSV +++

9.04 Uhr: Vielleicht ist dies sogar eine gute Nachricht für alle, die es mit dem HSV halten: Die erneute Demütigung der Hamburger Fußballer führte immerhin nicht zur absoluten TV-Topquote. Dennoch sahen am Mittwochabend bundesweit immerhin 7,10 Millionen Zuschauer live dem Zerfall des einstigen Europapokalsiegers der Landesmeister zu. Mit einem Marktanteil von 21,7 Prozent wurde das Pokalspiel nur von der ZDF-Übertragung der Eiskunstlauf-Kür der Paare bei den Olympischen Spielen in Sotschi überboten (7,21 Millionen/26,5 Prozent).

+++ Sammer verkneift sich Kommentar +++

8.11 Uhr: Zur Abwechslung jemand, der nicht weiter auf den HSV eindreschen möchte: Matthias Sammer, Anfang 2011 beinahe als Sportdirektor in Hamburg gelandet, verkniff sich in der ARD einen Kommentar zur aktuellen Krise beim norddeutschen Bundesligisten. „Das gebietet der Respekt vor dem HSV“, sagte Bayerns Sportchef kurz vor dem Pokalspiel in der Imtech Arena.

+++ HSV mit nur 19 Prozent Ballbesitz +++

8.05 Uhr: „Wir sollten mal ein paar Spiele gewinnen und am Samstag damit anfangen“, sagte HSV-Verteidiger Heiko Westermann in der ARD, die ganze 19 Prozent Ballbesitz für die Hamburger berechnet hatte.

+++ Kreuzer: Spieler wollten dagegen halten +++

8.03 Uhr: HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer richtet den Blick nach dem 0:5-Debakel nach vorne. „Wir haben gegen einen übermächtigen Gegner gespielt. Wir waren von der ersten Sekunde in die Defensive gedrängt. Trotzdem haben die Jungs gezeigt, dass sie dagegen halten wollen. Jetzt zählt nur das Spiel in Braunschweig“, sagte reuzer bei Sky mit Blick auf das Bundesliga-Kellerduell. „

+++ Bangen um van der Vaart und Badelj +++

7.55 Uhr: Vor dem vermeintlichen Abstiegsendspiel am Sonnabend in Braunschweig (15.30 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de) bangt der HSV weiter um Kapitän Rafael van der Vaart und Milan Badelj. Beide Mittelfeldspieler mussten gegen die Bayern angeschlagen ausgewechselt werden. „Ich muss schauen, wer zur Verfügung steht“, sagte Trainer Bert van Marwijk nach dem Pokal-Aus. Schlusslicht Braunschweig (12 Punkte) könnte mit einem Sieg bis auf einen Zähler an den Tabellenvorletzten HSV (16) heranrücken.

+++ Heldt mit Seitenhieb nach Aogo-Deal +++

7.41 Uhr: Auch Schalke-Manager Horst Heldt skizzierte im „Sportschau Club“ nach der endgültigen Verpflichtung von Nationalspieler Dennis Aogo das Durcheinander an der Elbe: „Ich habe mir schnell noch die Unterschriften von den Vorständen geholt, weil die ja zeichnungsberechtigt sind – und nicht der Aufsichtsrat.“

+++ Auch Eberl sagt was zum HSV +++

7.29 Uhr: Die derzeitige Situation beim HSV gibt auch Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl zu denken. „Das ist schon ziemlich heftig, was da passiert und kaum noch zu durchschauen. Die Unruhe sieht man auf dem Platz und so spielt der HSV auch derzeit“, sagte Eberl in der Sendung „Sportschau Club“ im ARD-Fernsehen. Die Ungewissheit im Verein sei wohl das größte Problem.

+++ Rincon bemüht Fußballerfloskel +++

7.09 Uhr: HSV-Mittelfeldmann Tomas Rincon brachte nach dem Pokal-Debakel die Lage der Hamburger auf den Punkt: „Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht“, sagte der Venezolaner.

7.00 Uhr: Auch an Tag sechs nach dem ersten Treffen zwischen Felix Magath und dem Aufsichtsrat durften sich Magath-Fans nicht über bahnbrechende Neuigkeiten freuen. Die wenig verheißungsvollen Fakten: Nein, es gab erneut kein Aufsichtsratstreffen. Nein, es fand sich noch immer keine Zweidrittelmehrheit für den seit vergangenen Donnerstag umworbenen Trainer. Und nein, diese Mehrheit ist weiterhin nicht in Sicht.

Nun kann dieser Stand schnell wieder überholt sein. Denn bei allen Unklarheiten um die angestrebte, aber umstrittene Verpflichtung Magaths ist nach Abendblatt-Informationen vor allem eines klar: eine endgültige Entscheidung soll es definitiv noch vor dem Spiel in Braunschweig geben. Gibt es also bis spätestens Freitagabend keine Einigung innerhalb des Kontrollgremiums, dann wird Magath in dieser Saison nicht mehr auf der HSV-Bank Platz nehmen. Denkbar ist allerdings, dass Sportchef Oliver Kreuzer, der dann im Amt bleiben könnte, auf Druck des Aufsichtsrats Trainer Bert van Marwijk schon vor dem Braunschweig-Spiel entlässt. Als Nachfolger wird Hannovers früherer Coach Mirko Slomka gehandelt. Auf Nachfrage blieb Kreuzer im Unklaren: „Ich gehe davon aus, dass van Marwijk in Braunschweig auf der Bank sitzen wird. Ob ich dann aber noch Sportchef bin, weiß ich nicht.“

Trotz der Hängepartie hofft Magath, der an diesem Donnerstagabend in Hamburg zur Abendblatt-Veranstaltung „Yes 2 Chess“ in der Springer-Passage erwartet wird, weiterhin auf eine schnelle Lösung. Den Glaubenskrieg um seine Person hat der 60 Jahre alte Fußballlehrer, der auch einen Sitz im Vorstand fordert, allerdings mit Befremden registriert – genauso wie die Tatsache, dass einige der Kontrolleure offenbar Bedenken gegen seine Arbeitsweise haben. Chefkontrolleur Jens Meier hatte sich bei Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in einem langen Gespräch erkundigt, zudem wurden weitere Informationen aus München, Wolfsburg und Schalke eingeholt.

Derweil lud Joachim Hilke am Mittwochmittag zehn bis 15 Sponsoren zum Krisengipfel in den Business Club Hamburg an der Elbchaussee. Der Marketingvorstand schilderte den HSV-Partnern die aktuelle Situation, musste sich drei Stunden lang schwere Vorwürfe gefallen lassen. Mehrere Sponsoren sollen „regelrecht entsetzt“ über die Ereignisse der vergangenen Tage gewesen sein. So wurde besonders das „mangelhafte Krisenmanagement“ des Vorstands kritisiert. Zudem dürften sich die Verantwortlichen nicht das Heft des Handelns vom Aufsichtsrat aus der Hand nehmen lassen. „Unsere Sponsoren erwarten eine professionelle Außendarstellung. Das ist ihr gutes Recht“, sagte Hilke.