Menschlich gesehen

Der Chef

Schon als 25-Jähriger lernte Jens Duve die Auswüchse des Profifußballs kennen. Als Tauschobjekt musste der Abwehrspieler im November 1987 herhalten, als der HSV-Trainer Willi Reimann vom FC St. Pauli freikaufen wollte. Duve, der damals als Leihspieler des HSV am Millerntor kickte, gehörte fortan dem Kiezclub, stieg mit ihm in die Bundesliga auf, wurde Kapitän und erhielt den Spitznamen „Chef“. Bis heute ist er St. Paulianer geblieben, seit gut drei Jahren ist der 51-Jährige als Vizepräsident für den sportlichen Bereich verantwortlich.

Inzwischen spielen auch seine Söhne Dennis, 23, und Lennart, 13, im braun-weißen Dress, wobei der jüngste Spross womöglich die 55 Erstliga- und 49 Zweitligaspiele seines Vaters übertreffen könnte. Bei aller Unterstützung für dieses Ziel ist Jens Duve aber auch ein väterlicher Mahner. „Es gibt auch andere Wege als den Profifußball, um glücklich zu werden“, sagt er und verweist darauf, dass er nach seinem zweiten Kreuzbandriss als 28-Jähriger seine Sportkarriere beenden und einen „richtigen“ Beruf aufnehmen musste.

Er schloss sein BWL-Studium ab, das er schon als Spieler begonnen hatte, und eröffnete 1992 sein erstes Rehazentrum. Heute ist der 1,94-Meter-Hüne Manager von fünf Rehazentren der Helios-Gruppe. Die Rolle des Chefs liegt ihm einfach. Dabei wirkt er angenehm umgänglich, locker und doch fokussiert.