Nachspiel

Ein 0:4 und seine Folgen

Ein Kommentar von Alexander Laux

Es geht wieder los, dachten wohl die meisten HSV-Fans, die sich das zweifelhafte Vergnügen machten und das ernüchternde 0:4 in Dresden im Internet-TV anschauten. Wer die Auftritte der Rothosen in den vergangenen Jahren verfolgte, musste in regelmäßigen Abständen die Frage nach der mangelhaften Mentalität stellen, wahlweise nach dem Charakter oder der fehlenden Einstellung. Jetzt wieder.

Natürlich ist die Motivation gegen einen Club wie Inter Mailand größer als gegen einen Verein aus der Zweiten Liga, nur: Qualitätsmannschaften zeichnet aus, auch solche Spiele professionell bestreiten zu können. Mal abgesehen davon, dass erwartet werden darf, dass Spieler wie Jacques Zoua mit aller Macht versuchen, Eigenwerbung zu betreiben.

Und ja, selbstverständlich wird in einigen Wochen niemand mehr nach dem Dresden-Spiel fragen, sollte beispielsweise in neun Tagen im ersten Bundesligaspiel auf Schalke ein Sieg glücken. Nur: Beim nächsten Gurkenauftritt des HSV wird man sich wieder daran erinnern, dass es die Spieler ja schon während der Vorbereitung, ob in Innsbruck oder Dresden, schleifen ließen. So erwirbt man sich ein negatives Image.

Gefährlich ist die Häufung solcher Minusleistungen für Thorsten Fink. Über kurz oder lang wird es zur üblichen Gretchenfrage im Fußball kommen: Wie hältst du‘s mit dem Trainer? Schließlich liegt es in Finks Verantwortung, dass die Spieler mit größtmöglicher Motivation in jede Partie gehen und maximalen Einsatz zeigen. Deshalb spielen die Profis auch um die Zukunft ihres Trainers, dessen Vertrag am Ende dieser Saison ausläuft.