Hamburger Sportstätte

Wird die HSV-Arena wieder zum Volksparkstadion?

Hamburger Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist bereit, Geld für den alten Namen zu bezahlen. Angesichts finanzieller Probleme hatte Imtech angekündigt, so schnell wie möglich aus dem Vertrag aussteigen zu wollen.

Hamburg. Eine der traditionsreichsten Hamburger Sportstätten könnte schon in naher Zukunft wieder ihren früheren Namen erhalten. Der Milliardär und HSV-Investor Klaus-Michael Kühne hat seine Bereitschaft signalisiert, die Namensrechte an der Arena zu erwerben. „Sollte der HSV mehr Leistungskraft entwickeln, und sollte ich dann noch einmal als Förderer in Betracht kommen, würde ich ihm – am besten mit Gleichgesinnten – den Namen Volksparkstadion abkaufen“, sagte Kühne dem Abendblatt. Damit könnte das Stadion seinen alten Namen zurückerhalten.

Die Diskussion um eine Neubenennung der HSV-Arena ist durch die Turbulenzen um den jetzigen Namensgeber Imtech entstanden. Angesichts der finanziellen Probleme – Imtech will allein in Deutschland 550 Stellen abbauen – hatte das Unternehmen am Mittwoch angekündigt, so schnell wie möglich aus dem bis 2016 laufenden Vertrag aussteigen zu wollen. Nach AOL und der HSH Nordbank ist Imtech bereits der dritte Konzern, der sein Stadion-Engagement aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten einstellen möchte. Dotiert ist der Imtech-Vertrag mit etwa 4,2 Millionen Euro im Jahr. „Wir sind Herrn Kühne dankbar für seine Unterstützung. Wir sind ihm partnerschaftlich sehr verbunden“, sagte HSV-Vorstand Joachim Hilke dem Abendblatt. Zu weiteren Details wollte er sich öffentlich nicht äußern: „Wir tauschen uns generell intern mit ihm aus.“

Für den HSV wäre die Lösung mit Kühne in doppelter Hinsicht interessant. Zum einen hofft der Verein, dass Kühne, der im Sommer 2012 mit einem Darlehen über acht Millionen Euro die Rückkehr des Publikumslieblings Rafael van der Vaart möglich machte, sein Engagement beim HSV ausbaut. Zum anderen sind viele Fans über die häufigen Namenswechsel irritiert. Christian Bieberstein, Chef der mächtigen Mitglieder-Organisation Supporters, sagt: „Ich habe das Gefühl, dass die Fans mittlerweile extrem nüchtern verfolgen, ob nun ein vierter, fünfter oder sechster Namensgeber auf dem HSV-Stadion zu finden ist. Mittlerweile amüsiert man sich doch eher über dieses Thema. Ich würde mir lediglich wünschen, dass sich vielleicht ja mal ein kreatives Unternehmen finden lässt, das unsere Arena zum Beispiel ,Volksparkstadion, sponsored by‘ nennt.“

Durch Kühne könnte dieser Wunsch jetzt sogar in Erfüllung gehen. Denn der Milliardär will gar nicht sein Firmenschild auf das Stadiondach schrauben lassen: „Einer ,Kühne + Nagel Arena‘ bedarf es nicht“, sagte er. Ihm gefalle der „nostalgische Name Volksparkstadion“.

Bereits bei der erstmaligen Umbenennung des Volksparkstadions 2001 in AOL-Arena hatte es große Diskussionen gegeben. Der ehemalige Nationalspieler Willi Schulz hatte dafür gekämpft, das Stadion nach der Legende Uwe Seeler zu benennen: „Leider gab es Funktionäre, die mit irgendwelchen Statuten kamen, die eine solche Namensgebung nicht zuließen. Es hieß, dass ein Stadion keinen Namen von lebenden Personen tragen dürfe. Und dann war der HSV ja auch finanziell darauf angewiesen, zusätzliches Geld einzunehmen – deswegen begann es ja auch mit AOL.“ Die namentliche Rückkehr zum Volksparkstadion würde Schulz begrüßen: „Das wäre super. Der Name Volksparkstadion war schon immer eine Institution in Deutschland und ist nur des Geldes wegen abgeschafft worden. Es sagen heute noch viele HSV-Fans, dass sie in den Volkspark fahren statt in die Imtech Arena.“

Für Uwe Seeler ist es vor allem wichtig, dass der Verein weiter einen Sponsor für sein Stadion hat: „Die 4,2 Millionen Euro, die Imtech zahlt, braucht der HSV dringend. Sollte diese Summe nicht in die Kasse kommen, wäre das eine Katastrophe für den HSV.“ Genau dieser Wunsch Seelers würde durch den Verkauf an Kühne erfüllt.