Veh: "Geschockt nach Gegentor"

Der HSV-Trainer sieht ein dominantes Spiel seiner Mannschaft und beklagt die Chancenverwertung

Hamburg. Armin Veh brauchte direkt nach dem Schlusspfiff erst mal einen kurzen Moment für sich. Der Trainer verschwand in den Katakomben der Imtech-Arena und kam erst ein paar Minuten später wieder raus, sichtlich gezeichnet von der unerwarteten Niederlage gegen den FC St. Pauli. Auf den 50-Jährigen dürften nun schwere Zeiten zukommen. Sollte auch das Nordderby am Sonnabend gegen Werder Bremen verloren gehen, rückt der angestrebte Europapokalplatz in weite Ferne, womit auch eine Verlängerung seines Vertrages im Sommer zumindest unwahrscheinlich würde.

Abendblatt:

Herr Veh, Sie sind direkt nach dem Schlusspfiff verschwunden. Wo waren Sie?

Armin Veh:

Ich war nach dem Schlusspfiff allein in der Kabine. Dieses Spiel war eine ganz bittere Niederlage - auch für mich.

Haben Sie schon eine Erklärung für diese Niederlage?

Veh:

Nach dem Gegentor waren wir ein wenig geschockt. Wir haben dann eine Viertelstunde gebraucht, ehe wir wieder Druck machen konnten, dann aber ohne Struktur. Am Ende wollten wir mit der Brechstange ein Tor erzielen. Wir haben es aber einfach nicht geschafft, den Ball über die Linie zu schießen.

War das der einzige Grund?

Veh:

Wir haben das Spiel jedenfalls dominiert. Auch hinten standen wir sehr sicher. Wir haben eigentlich alles richtig gemacht, außer dass wir dieses Tor nicht gemacht haben. Unter dem Strich bleibt eine Niederlage.

War es eine historische Niederlage?

Veh:

Na ja, es wird schon ein paar Tage dauern, bis wir das alles verkraftet haben. Allerdings haben wir gar keine Zeit, uns jetzt Gedanken zu machen, sondern wir müssen dieses Ergebnis im Hinblick auf das nächste Derby gegen Werder verkraften.

Wird das so einfach sein?

Veh:

Wir müssen eben versuchen, wieder aufzustehen. Heute können wir traurig sein, aber ab morgen muss das vorbei sein. Auch aus etwas Negativem kann man etwas Positives ziehen. Wenn wir am Sonnabend Bremen schlagen, dann kann das Ganze vielleicht sogar einen positiven Effekt haben. Wir werden aufstehen.