HSV

Acht Wochen ohne Mathijsen, jetzt muss Besic ran

Nach Mathijsens Ausfall schlägt gegen Hannover die Stunde des jungen Muhamed Besic. Auch Änis Ben-Hatira kann auf einen Einsatz hoffen.

Hamburg. Verantwortliche und Fans hatten es ja bereits befürchtet: Joris Mathijsen fällt lange aus. Nach einer Kernspintomographie am Freitag herrscht nun Gewissheit, die die Minen im Volkspark nicht aufhellt. Rund acht Wochen muss der HSV auf seinen Abwehrspieler verzichten, im Testspiel der niederländischen Nationalmannschaft gegen die Türkei hat er sich einen doppelten Bänderiss im rechten Sprunggelenk zugezogen. Nach einem Kopfball war er unglücklich gelandet und umgeknickt. Die Hinrunde ist für ihn gelaufen. Dass Trainer Veh ihn für das Hannover-Spiel (15.30 Uhr, Liveticker auf abendblatt.de) ersetzen muss, ist keine Überraschung.

Dass aber auch Guy Demel angeschlagen von der Nationalmannschaft zurückkehrte, vergrößerte die Sorgen beim HSV. Demel spielte am Mittwoch noch 90 Minuten für die Elfenbeinküste in Polen, meldete sich gestern jedoch mit Achillessehnenproblemen ab und fällt definitiv für das Hannover-Spiel aus.

So schlägt nun die Stunde des jungen Muhamed Besic. Der erst 18-jährige Bosnier ist neben Heiko Westermann der letzte verbliebene Verteidiger, den Veh in seinem Kader hat. Er wird gegen Hannover in der Innenverteidigung auflaufen, Tomas Rincon rückt dann wohl auf die Rechtsverteidiger-Position. Es wird Besics erster Bundesliga-Einsatz von Beginn an, doch der 18-Jährige ist optimistisch: "Ich bin nicht besonders aufgeregt und ich habe lange auf meine Chance gewartet. Die will jetzt nutzen!" Wo seine Schwäche liegt, die ihn noch von einem Stammplatz trennt, weiß Besic: "Durch meine fehlende Robustheit bin ich anderen Spielern noch unterlegen", sagt er und kennt aber auch die Lösung: "Ich muss mehr mit Auge spielen."

Mit seinen 18 Jahren könnte Besic am Sonnabend HSV-Geschichte schreiben. Sollte es ihm als Innenverteidiger gelingen, ein Tor zu schießen, wäre er der jüngste HSV-Torschütze in der Bundesliga-Geschichte.

Aufgrund der dünnen Personallage könnte Armin Veh gegen Hannover noch eine Überraschung aus dem Hut zaubern und Änis Ben-Hatira zu seinem großen Comeback verhelfen. Im Abschlusstraining am Freitag stand der quirlige Mittelfeldspieler im A-Team und beackerte die rechte Seite. Eigentlich war der 22-Jährige beim HSV schon auf dem Abstellgleis gelandet, gegen Hannover könnte er aber in der Startelf stehen. Es ist nunmal Kreativität gefragt, in einer derartig prekären Lage.