HSV

Eljero Elia setzt in Hamburg auf einen Neustart

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Der Angreifer trainierte am Dienstag wieder mit der Mannschaft und verspricht bessere Leistungen und mehr Teamgeist. Elia: "Wie ein Neustart".

Hamburg. War das schon wieder der alte Eljero Elia? Nach überstandenen Fersenproblemen trainierte der 23 Jahre alte HSV-Profi gestern zum ersten Mal wieder mit der Mannschaft. Er habe sich verändert, sagte er. Fitter sei er geworden, gereifter und mehr auf den gemeinsamen Erfolg mit dem HSV fokussiert. Allein mit solchen Aussagen könnte der Niederländer in Zeiten, in denen Trainer Armin Veh seiner Mannschaft zu wenig Herz vorhält, schon als Hoffnungsträger gelten. Nie war die Chance größer, auf sich aufmerksam zu machen. So wollte Veh auch einen Einsatz am Sonnabend nicht ausschließen.

Mit seinen Dribblings, mit Tempo und Torabschlüssen konnte Elia gestern überzeugen. "Ich habe keine Probleme mehr", freute er sich, "und das zum ersten Mal seit einem Jahr. Für mich ist das wie ein Neustart." Er wird ihn brauchen. Seine sportlichen Fähigkeiten sind unbestritten, trotzdem scheiden sich an Eljero Elia die Geister. Schlampiges Genie oder sattes Supertalent mit falscher Einstellung?

Der Vizeweltmeister, der noch bis 2014 seinen Multimillionenvertrag beim HSV abarbeitet, war zu lange ein Sorgenkind - seit er seine Lieblingsposition auf der linken Seite verlor, sich öffentlich beklagte und im November 2009 schwer verletzte. Die Blessur führte er gern als Grund dafür an, dass er nicht mehr an seine Leistungsgrenze gehen konnte, und schob die Verantwortung der medizinischen Abteilung zu. Als er dann auch noch mit einem Wechsel kokettierte, hatte er nicht nur bei den Fans viel Kredit verspielt.

Er hätte im Sommer einen Verkauf provozieren können, sagte er gestern. Doch er habe sich "für den HSV entschieden". Und er lächelt. Nicht nur sportlich hat er noch reichlich verlorenen Boden gutzumachen.

Stürmer Ruud van Nistelrooy und Torwart Frank Rost stiegen gestern ins Training ein. Ihr Einsatz am Sonnabend in Hannover ist allerdings weiter fraglich