Wie aus Leichtgewicht Pitroipa ein echtes Schwergewicht wurde

Der 53-Kilo-Floh foulte "Riese" Ba, war aber trotzdem der Beste

Hamburg. Als direkt nach dem Spiel Täter und Opfer keine zehn Meter voneinander entfernt in den Katakomben der Imtech-Arena Rede und Antwort hielten, wurden letzte Zweifel wohl endgültig ausgeräumt. Hamburgs Wirbelwind Jonathan Pitroipa, 53 Kilo leicht, 1,76 Meter klein, konnte Hoffenheims Sturmtank Demba Ba, 1,90 groß, knapp 100 Kilo schwer, ganz einfach nicht gefoult haben. "Das war auf keinen Fall ein Elfmeter", sagte Pitroipa, und jeder, der in seine dunklen Rehaugen blickte, musste ihm glauben.

Und obwohl Schiedsrichter Günter Perl nach einem vermeintlichen Rempler Pitroipas gegen Ba knapp zwei Stunden zuvor trotzdem auf Strafstoß für Hoffenheim entschied, verkümmerte das Thema angesichts des Endergebnisses nur noch zu einem Themachen. "Pit kriegt nie einen Elfmeter, weil er nur 53 Kilo wiegt, soll aber einen gegen einen 100-Kilo-Mann verschuldet haben. Das ist aberwitzig", sagte Veh und beendete damit sämtliche Diskussionen.

Viel wichtiger erschien ohnehin, ob Pitroipa, der erneut bester Mann auf dem Platz war ("Ich spüre derzeit einfach das Vertrauen des Trainers"), trotz Adduktorenproblemen am kommenden Freitag gegen Dortmund spielen kann. "Pit hat doch gar keine Adduktoren", scherzte Veh, und fügte im Ernst hinzu, dass die Verletzung seines leichten Schwergewichts nicht schlimm sei.