EM-Qualifikation

Jansen sagt Löw für Spiele gegen die Türkei und Kasachstan ab

Pause wegen Viruserkrankung - Bundestrainer holt keinen Neuen

Hamburg. Als das 1:1 von Gojko Kacar in der 69. Minute fiel, stand Marcell Jansen in kurzen Hosen neben Armin Veh am Spielfeldrand. Trotz der noch nicht ganz überstandenen Viruserkrankung sollte und wollte der 24-Jährige seiner Mannschaft in der Schlussphase helfen, dem Spiel gegen Kaiserslautern doch noch eine Wende zu geben. Nach dem Ausgleich jedoch reichte ein kurzer Blickkontakt zwischen Spieler und Trainer. "Ich habe ihn wieder laufen lassen, damit er sich nicht anstrengen muss", erklärte Veh.

Wie richtig die Einschätzung des HSV-Coachs war, zeigte sich bei der Entscheidung Jansens am Sonntagvormittag, Joachim Löw für die Länderspiele gegen die Türkei (8. Oktober) und in Kasachstan (12. Oktober) abzusagen. Er wird nun bis Mittwoch eine Trainingspause einlegen.

Womöglich keimte bei Piotr Trochowski kurz die Hoffnung auf, dass er nach der Absage seine Teamkollegen nachträglich doch noch in das DFB-Aufgebot rutschen könnte. Der Bundestrainer verzichtete jedoch vorerst auf eine Nachnominierung, wodurch sich sein Kader auf 21 Spieler reduziert. Löw setzt auf den Positivlauf des Dortmunders Kevin Großkreutz: "Er hat eine sehr, sehr gute Form. Daher glauben wir, dass er auf dem Flügel auch in der Nationalmannschaft besondere Akzente setzen kann", lobte der 50-Jährige.

Zum Treffpunkt nach Berlin wird Trochowski am Montag dennoch reisen, schließlich steht am Dienstag um 14 Uhr eine besondere Ehrung im Schloss Bellevue an. Dort wird der Mannschaft von Bundespräsident Christian Wulff für WM-Bronze in Südafrika das Silberne Lorbeerblatt und Löw der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. "Selbstverständlich bin ich enttäuscht, dass ich dieses Mal nicht eingeladen wurde", sagte Trochowski, der heute mit Löw in einem Vieraugengespräch seine sportliche Situation analysieren wird. Über einen Stammplatz beim HSV will sich der Mittelfeldspieler schnell wieder zum DFB zurückkämpfen.

Wieder planen kann Löw mit dem früheren HSV-Profi Jerome Boateng, der nach überstandener Knieverletzung beim gestrigen 2:1 seines neuen Klubs Manchester City gegen Newcastle in der Premier League erstmals in der Startformation stand.