Der HSV im Trainingslager

Interesse des FC Bayern: Boateng fühlt sich "geehrt"

Belek. Trotz blauen Himmels und strahlender Sonne startete der erste Tag im Trainingslager in Belek für Jerome Boateng eher durchwachsen. Wie bereits am Vorabend ärgerte sich der Nationalspieler über seinen Laptop, der sich nicht ins Internet einwählen wollte. Auch ein Hoteltechniker der Nobelherberge "The Dome" konnte das Problem, über das auch andere Profis klagten, nur bedingt lösen. So blieb Boateng als Freizeitprogramm nur eins: "Schlafen, schlafen, schlafen."

So konnte der 21-Jährige auf dem knapp 500 Meter entfernten Trainingsplatz in den beiden Einheiten, in denen Trainer Bruno Labbadia das taktische Verschieben einstudierte, immerhin einen sehr aufgeweckten Eindruck machen. Ohnehin gehörte Boateng im abgelaufenen Jahr zu den großen Gewinnern des HSV. Das wurde allerdings auch südlich der Elbe registriert. So soll nach Inter Mailand und Manchester City auch Rekordmeister Bayern München Interesse am Nationalspieler, der im Sommer trotz laufenden Vertrags bis 2012 für die festgeschriebene Ablöse von 12 Millionen Euro wechseln kann, bekundet haben.

"Natürlich ehrt es mich, wenn ein Klub wie der FC Bayern Interesse hat. Aber ich will mich in der Rückrunde nur auf den HSV konzentrieren", sagt Boateng, der die Vertragsverhandlungen mit dem HSV durch Berater Jörg Neubauer vorerst platzen ließ. "Wir haben keine Gespräche mit irgendwelchen Vereinen in letzter Zeit geführt", sagt Neubauer gegenüber dem Abendblatt. Auch die Gespräche mit dem HSV sollen erst im Sommer wieder aufgenommen werden.

Ein eventueller Weggang des Defensivallrounders würde die Verantwortlichen des HSV doppelt schmerzen. Denn statt der festgeschriebenen zwölf Millionen Euro würden dem Verein nur etwas mehr als zehn Millionen Euro als Ablöse bleiben, da Boatengs Exverein Hertha BSC sich eine prozentuale Beteiligung an der Verkaufssumme vertraglich zusichern ließ. "Wir müssen alles tun, um Jerome beim HSV zu halten. Den Gehältern sind aber natürliche Grenzen gesetzt", sagt Aufsichtsratschef Horst Becker, der aber auch weiß, dass die Suche nach einem gleichwertigen Ersatz ebenfalls sehr schwierig sein dürfte.