Menschlich gesehen

Einer zum Pferdestehlen

"Jungs, Papa ist wieder da!" Mit diesen kurzen, launigen Worten begrüßte Bastian Reinhardt beim Auftakt des HSV-Trainingslagers im türkischen Belek seine Kollegen. Zweimal hatte sich der 34-Jährige den Mittelfuß gebrochen, mehr als ein Jahr dauerte die Zwangspause - nun greift "Basti" wieder an.

Er genießt schon lange innerhalb des HSV-Teams höchstes Ansehen, war immer "Mister Zuverlässig". Und für die Fans ist der in Ludwigslust geborene Abwehrspieler als Praktikant der Geschäftsstelle zur Kult-Figur geworden. Seine ein paar Wochen alte Internet-Kolumne "Basti Backstage" zeichnet sich durch kreative und humorvolle Texte aus. "Wer weiß, vielleicht ist das ja ein Beruf für die Zeit danach", sagt Reinhardt. "Es macht Spaß, aber ich weiß nicht, ob ich eines Tages ein seriöser Reporter werden will, der so richtig die Keule gegen die Spieler schwingt - da habe ich Skrupel."

Auf dem Rasen gibt der intelligente Reinhardt den harten Hund, privat ist er höflich und bescheiden, ein Typ mit Herz und einer zum Pferdestehlen.

2009 hat er seine Dörthe geheiratet, er genießt es, wenn sie ihm sein Lieblingsessen zubereitet: Ente, Rotkohl, Klöße, dazu ein Gläschen Rotwein. Mit Lesen, Reisen, Tennis und Basketball verbringt er gern seine Zeit - doch die dürfte nun wieder knapper werden, denn "Papa" gibt ja sein Comeback.