Menschlich gesehen

Der HSV-Optimist

Schuld ist das "Hamburger Ärzteblatt" von 1999. Der damalige HSV-Mannschaftsarzt suchte per Annonce einen Praxis-Kompagnon.

"Ich war immer Optimist und habe mich einfach beworben", erinnert sich Dr. Nikolai Linewitsch , der als Sohn einer Krankenschwester und eines Arbeiters 1995 aus der Ukraine nach Hamburg umgezogen ist und damals gerade frisch seinen Facharzt in Orthopädie bestanden hatte. Und tatsächlich: Der heute 52-Jährige erhielt den Job.

Anfang Juli ist Linewitsch aus der gemeinsamen, gut florierenden Orthopädie-Praxis in der Osterstraße ausgezogen und nunmehr hauptamtlich HSV-Mannschaftsarzt.

Doch mehr Zeit für gute Romane oder Reisen in geschichtsträchtige Städte wie Athen hat er in seinem "Traumjob" auch nicht, im Gegenteil. "Ich habe plötzlich mehr zu tun, als ich es in zehn Jahren Praxis jemals erlebt habe", sagt der zum zweiten Mal verheiratete Vater eines Sohnes sowie zweier Töchter.

Grund dafür sind die schweren Kreuzbandverletzungen der HSV-Profis Paolo Guerrero, Collin Benjamin und Alex Silva. Doch Linewitsch bleibt wie immer Optimist: "Wir schaffen das."