Erster Spieltag: HSV mit Eröffnungsspiel beim FC Bayern

Gleich zu Beginn zum Meister

Neu-Trainer Martin Jol und seine Spieler hoffen auf eine Wiederholung der Champions-League-Saison 1999/2000.

Hamburg. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte gleich einen besonderen Appetitanreger parat, als sie gestern um elf Uhr den Spielplan für die 46. Bundesliga-Spielzeit 2008/09 präsentierte: Gleich am ersten Spieltag (Freitag 15. August, 20.30 Uhr, ARD und Premiere übertragen live) kommt es in der Münchner Allianz Arena zum Nord-Süd-Gipfel zwischen dem deutschen Meister Bayern München und dem HSV. "Das ist doch großartig", freut sich der weiterhin wechselwillige HSV-Kapitän Rafael van der Vaart, "ein echtes Highlight. Ich freue mich riesig auf das Spiel."

Beim Klub-Weltranglistendritten aus München hielt sich die Aufregung in Grenzen. "Wir freuen uns, dass es gleich richtig in die Vollen geht", kommentierte der neue Trainer Jürgen Klinsmann, während Manager Uli Hoeneß betont gelassen blieb: "Mir ist es ziemlich wurscht, gegen wen wir zu Beginn spielen. Wir werden auf jeden Fall sehr gut vorbereitet sein."

Die Bayern am ersten Spieltag - ein gutes Omen. Als der HSV das letzte Mal zum Saisonauftakt 1999/2000 bei den Bayern starten musste, schaffte die Mannschaft um Trainer Frank Pagelsdorf ein 2:2, wurde am Ende Dritter und qualifizierte sich anschließend für die Champions League. "Genau so könnte es ruhig laufen", sagt Jerome Boateng, "das sollte unser Ziel sein."

Die Vorfreude überwiegt beim HSV. "Am Freitag das Eröffnungsspiel beim Meister mit Liveübertragung - mehr hätte ich mir nicht wünschen können", sagt Ivica Olic, der auf die Geburt seines dritten Kindes (Stichtag 15. Juli) wartet, "so haben wir einen echten Härtetest gleich zu Beginn und sehen, wo wir stehen." Und während Vorstandsboss Bernd Hoffmann die Ansetzung als zusätzliche Motivation seiner Spieler für die Saisonvorbereitung sieht, glaubt Sportchef Dietmar Beiersdorfer: "Wir haben in München zuletzt immer gut ausgesehen. Das wollen wir natürlich auch dieses Mal."

Dabei treffen auch zwei neue Gesichter der Bundesliga aufeinander. Bei den Münchnern hat mit Klinsmann der ehemalige Teamchef der Nationalmannschaft das Zepter von Ottmar Hitzfeld übernommen, beim HSV beerbt Martin Jol seinen niederländischen Landsmann Huub Stevens. "Wir wollen diese Saison gut abschneiden, da muss man sich in solchen Spielen gut präsentieren. Das ist ein großes Spiel zum Auftakt - und Fußballer leben für große Spiele", freut sich Jol. Dass im Anschluss vermeintlich lösbare Aufgaben (s. Infokasten) folgen, lässt die HSV-Spieler frohlocken. Olic: "Es ist wichtig, sich gleich zu Saisonbeginn oben in der Tabelle einzureihen. Wenn wir das schaffen und die Euphorie nutzen, ist alles möglich."

Den Wermutstropfen, am letzten Spieltag bei Eintracht Frankfurt spielen zu müssen, fällt nicht ins Gewicht. "Warum auch", fragt Boateng selbstbewusst, "wenn wir uns vorher gut platziert haben, muss das Spiel in Frankfurt schon gar nicht mehr von Bedeutung sein."

Filme über den neuen HSV-Coach Martin Jol