Nachspiel

Geld alleine hilft dem HSV nicht

Ein Kommentar von Alexander Laux

Der Vorschlag von Supporters-Chef Ralf Bednarek, die leere Kasse des HSV mittels einer Fananleihe zu füllen, klingt charmant und sinnvoll. Schließlich muss es das Ziel des Klubs sein, möglichst viel Geld in die Profiabteilung investieren zu können, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen und mittelfristig die Europacupränge anzupeilen. Dort winken Mehreinnahmen und Spielraum für neue Investitionen. Die Chance für diesen positiven Kreislauf steigt im Fußball bekanntlich mit Qualitätsspielern - sofern denn tatsächlich Qualitätsspieler gefunden werden.

Denn: Wenn jetzt Diskussionen über die Finanzkraft des Vereins geführt werden, darf dabei nicht vergessen werden, dass es beim HSV oft genug eher chronisch daran krankte, dass das vorhandene Geld nicht immer optimal für Neuzugänge eingesetzt wurde - oder diese nicht entsprechend gefördert wurden.

Mindestens genauso viel Zeit wie mit der Suche nach frischem Geld sollten die Verantwortlichen des HSV deshalb darauf verwenden, sich Gedanken darüber zu machen, warum so viele Talente nicht den Durchbruch schafften. Wie kann die Betreuung der jungen Spieler noch effektiver erfolgen? Sind die Strukturen im Scouting schon ausreichend, um (noch bezahlbare) Rohdiamanten für den Klub zu entdecken? Stimmt die Entwicklung im Unterbau, in den Jugendabteilungen? Das sind wichtige Fragen in den kommenden Wochen. Ein Klub wie der HSV sollte bald nicht mehr in die Verlegenheit kommen, dass ein Fanvertreter dem Klub anbietet, die Basis könnte mit Geld aushelfen.