HSV

Fans wollen Aufklärung - Investor-Projekt auf Prüfstand

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Die Anhänger des HSV haben viele Fragen und hoffen auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung - Anstoß³ auf dem Prüfstand.

Hamburg. Wer glaubte, mit den Personalentscheidungen der vergangenen Woche könnte Ruhe beim HSV einkehren, der hat sich getäuscht. Zumindest Martin Oetjens ist ganz und gar nicht nach Ruhe zumute. Der Vorsitzende des HSV-Fanklubs "Der Norden hebt ab" bleibt weiterhin fest entschlossen, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, auf der "die chaotische Außendarstellung des Vereins und die chaotische Sportchefsuche" aufgearbeitet werden sollen.

Mehr als 1800 Unterschriften hat der selbstständige Unternehmer gesammelt, rund 3300 fehlen noch für die notwendigen zehn Prozent der stimmberechtigten Mitglieder. "Reinhardt und Veh sind nicht die großen Lösungen, die uns versprochen wurden", sagt Oetjens, der heute in einer Talkrunde bei Supporters-TV zu sehen - und vor allem zu hören ist (Tide TV, 21 Uhr).

Neue Nahrung bekommt Oetjens' Unterschriftenaktion durch das an der Fanbasis viel diskutierte Projekt Anstoß³, bei dem finanzstarke Investoren für den HSV gesucht werden, und durch den unglücklichen Rücktritt Sergej Barbarez' als Aufsichtsrat. Besonders die Art und Weise, wie Barbarez erfahren haben will, dass er keine Mehrheit im Kontrollgremium für den Posten des Sportchefs bekommen würde, ist laut Oetjens ein weiterer Beweis für das "chaotische Wirken des Aufsichtsrats, das man hinterfragen muss". Ralf Bednarek, Vorsitzender der Fan-Abteilung Supporters, meint, "der Vorstand sollte einen derartigen Vorgang sehr ernst nehmen".

Redebedarf sehen neben Oetjens auch einige Aufsichtsräte beim Projekt Anstoß{+3} , von dessen neuesten Entwicklungen sie nur aus dem Abendblatt erfahren haben wollen. Besonders die Modalitäten eines möglichen Zehn-Millionen-Euro-Deals sollen hinterfragt werden. Ruhig wird es so schnell beim HSV also nicht werden.

Jonathan Pitroipa, 24, dem neben einer Anfrage aus Rennes mehrere Angebote vorliegen, strebt nach Abendblatt-Informationen einen Wechsel an.