Fußball-Ticker

Deutschlands Frauen spielen vor mehr Fans als die Löw-Elf

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DFB-Frauen spielen vor mehr Fans als die Löw-Elf

Die deutschen Fußball-Frauen bekommen mehr Zuschauerzuspruch als die Männer – zumindest was die nächsten Länderspiele angeht. Während die Elf von Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) ihr Testspiel in Wolfsburg gegen Serbien vor maximal 26.000 Fans (23.000 Karten verkauft) bestreitet, sind für den WM-Test der DFB-Frauen am 6. April in Solna gegen Schweden (13.45 Uhr/ARD) schon mehr als 27.000 Tickets abgesetzt – die Arena fasst freilich 51.000 Zuschauer.

Das "Drei Kronen"-Frauenteam stößt mit dem Zuschauerrekord für Freundschaftsspiele in ihrer Heimat in eine neue Dimension vor. Der zweimalige Weltmeister Deutschland wirkt zwei Monate vor der WM in Frankreich offenbar als Zuschauermagnet. Die bisherige Bestmarke für einen Test von Schwedens Fußballerinnen liegt bei 20.302 Besuchern, die am 8. Mai 2002 im alten und 2013 abgerissenen Rasunda-Stadion ein Spiel gegen die Schweiz (4:0) sahen.

Wie die Elf von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die in Solna erstmals das neue WM-Trikot überstreift, präsentieren auch die Skandinavierinnen ein spezielles Leibchen für das Weltturnier. Besonderheit: Auf den Rückennummern sind die Konterfeis von 48 Schwedinnen verewigt, die Besonderes für ihr Land geleistet haben. Dazu gehören Literatur-Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf ("Nils Holgersson") und die frühere Königin Christina, die im 17. Jahrhundert auf Wunsch ihres Vaters männlich erzogen wurde.

PSG hat mit Beschwerde gegen Uefa Erfolg

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat einem Einspruch des französischen Meisters Paris Saint-Germain stattgegeben, der sich gegen weitere Financial-Fair-Play-Ermittlungen durch die Uefa richtete. Das teilte der CAS am Dienstag mit und nannte formale Gründe für seine Entscheidung.

Die Beschwerde von PSG richtete sich gegen einen Entscheid der Europäischen Fußball-Union aus dem September 2018. Damals hatte die Uefa erklärt, dass der Fall um zu hohe Transferausgaben von der Rechtsprechenden Kammer der Uefa-Finanzkontrolleure zwecks weiterer Untersuchungen an die Ermittlungskammer zurückverwiesen worden sei.

Im Juli hatte der Vorsitzende der Ermittlungskammer den eigentlich von seinem Gremium schon für geschlossen erklärten Fall zur Begutachtung an die Rechtsprechende Kammer geschickt. Diese hätte binnen zehn Tagen die ursprüngliche Entscheidung anfechten müssen, diese Frist sei nicht eingehalten worden, hieß es nun in der CAS-Entscheidung. Damit gelte die ursprüngliche Entscheidung vom Juli.

Nach den Regeln des Financial Fair Play darf ein Verein nicht mehr ausgeben, als er einnimmt. PSG sorgte vor allem im Sommer 2017 mit den Rekord-Verpflichtungen von Neymar und Kylian Mbappé für Aufsehen.

Geldstrafen für Köln-Fans

Fünf Jahre nach Ausschreitungen beim Zweitliga-Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln sind zwei Köln-Anhänger verurteilt worden. Das Düsseldorfer Amtsgericht verhängte am Dienstag Geldstrafen von 650 und 5000 Euro zur Bewährung gegen die 26 und 29 Jahre alten Männer. Ihre Verteidiger hatten geltend gemacht, dass sie die lange Verfahrensdauer von mehr als fünf Jahren nicht zu verantworten hätten.

Gegen drei weitere Angeklagte wird weiterverhandelt. Einer von ihnen ist inzwischen mehrfach vorbestraft und nicht erschienen. Die zwei weiteren Mitangeklagten hatten eine Verständigung abgelehnt. Einer von ihnen ist angehender Beamter und befürchtet, bei einer Verurteilung nicht übernommen zu werden.

Der andere fürchtet bei einer Verurteilung um seinen Job als Flugbegleiter wegen der alljährlichen Sicherheitsüberprüfungen. Die Anklage wirft ihnen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und versuchte Körperverletzung vor.

München bewirbt sich auch für Champions-League-Finale 2022

Die Bewerbung für 2021 ist schon eingereicht, nun bewirbt sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit dem FC Bayern und damit der Stadt München auch für die Austragung des Finales der Champions League im Jahr 2022. Entsprechende Unterlagen werden nach Informationen des SID bis zur Abgabefrist am Freitag bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) vorliegen. Die Bekanntgabe der Kandidaten erfolgt am 29. März.

Für 2021 hat sich neben München auch St. Petersburg um die Austragung beworben, der Gewinner soll im kommenden September bekanntgegeben werden. Die Uefa will dann zeitgleich auch die Spielorte für 2022 und 2023 veröffentlichen. Dem unterlegenen Kandidaten für 2021 wird voraussichtlich das Endspiel ein Jahr später zugesprochen. Entscheiden wird das Exekutivkomitee der Uefa, dem auch DFB-Präsident Reinhard Grindel angehört.

München war zuletzt 2012 Gastgeber des Endspiels der Champions League, damals verlor der FC Bayern vor 62.500 Zuschauern in der Allianz-Arena sein "Finale dahoam" gegen den FC Chelsea im Elfmeterschießen. Zuvor hatte das Finale der Königsklasse schon 1993 (Sieger Olympique Marseille) und 1997 (Borussia Dortmund) in der bayerischen Landeshauptstadt stattgefunden, damals noch jeweils im Olympiastadion.

Das letzte Endspiel der Champions League in Deutschland fand 2015 in Berlin statt. Damals gewann der FC Barcelona mit 3:1 gegen Juventus Turin. Die Schalker Arena war Schauplatz des Finales 2004 zwischen dem FC Porto und der AS Monaco (3:0). Im Mai 2019 wird das Endspiel im neuen Stadion von Atlético Madrid ausgetragen, im Mai 2020 im Atatürk-Stadion von Istanbul.

Nächster Rückschlag für Fährmann

Bundesligist FC Schalke 04 muss zwei bis drei Wochen ohne Torhüter Ralf Fährmann auskommen. Der 30 Jahre alte Keeper zog sich einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zu, wie eine MRT-Untersuchung ergab. Wie der Tabellen-15. am Dienstag weiter mitteilte, hatte Fährmann schon in der vergangenen Woche über Adduktorenprobleme geklagt. Er fällt in jedem Fall für das Schalker Testspiel am Freitag beim spanischen Erstligisten FC Sevilla aus.

Fährmann hatte zuletzt seinen Status als Schalker Nummer eins an U21-Nationaltorhüter Alexander Nübel verloren. Ob Fährmann bis zum nächsten Bundesligaspiel bei Hannover 96 am 31. März fit wird, hängt vom Heilungsverlauf ab.

Neuer Termin für Duisburg – Köln steht

Das am vergangenen Sonntag ausgefallene Zweitligaspiel zwischen dem MSV Duisburg und Aufstiegsfavorit 1. FC Köln wird am 10. April (18.30 Uhr/Sky) nachgeholt. Das gab die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Dienstag bekannt.

Der ursprüngliche Termin konnte nicht wahrgenommen werden, da der Rasen in der Duisburger Arena infolge heftiger Regenfälle und der Beanspruchung durch die vorangegangene Drittligapartie zwischen dem KFC Uerdingen und Fortuna Köln (1:1) erheblichen Schaden genommen hatte.

DFL terminiert letzte Spieltage

Die Deutsche Fußball-Liga hat die Bundesliga-Ansetzungen bis zum Saisonende zeitgenau terminiert und dabei zwei Ausnahmefälle vorgesehen. Wegen der an Karfreitag (19. April) geltenden Feiertagsgesetzgebung findet das im Regelspielplan vorgesehene Freitagsspiel am 30. Spieltag ausnahmsweise am Sonnabend, 20. April (20.30 Uhr) statt – in diesem Fall ist es die Begegnung zwischen dem FC Schalke 04 und der TSG 1899 Hoffenheim.

Eine weitere Abweichung vom Regelspielplan könnte es zudem geben, sollte Eintracht Frankfurt am 9. Mai im Halbfinale der Europa League spielen. Für diesen Fall behält sich die DFL vor, das am 11. Mai geplante Rhein-Main-Derby zwischen dem DFB-Pokal-Sieger und dem FSV Mainz 05 auf Sonntag (12. Mai) zu verlegen. Normalerweise finden alle Spiele des 33. und 34. Spieltages jeweils sonnabends zur gleichen Zeit statt.

Fixiert wurden auch die Termine für die Relegationsspiele. Das Hinspiel zwischen dem Bundesliga-16. und dem Dritten der 2. Bundesliga wird am 23. Mai ausgetragen, das Rückspiel am 27. Mai. Den letzten freien Platz im Unterhaus spielen der Zweitliga-16. und der Dritte der 3. Liga am 24. und 28. Mai aus.

Sané verteidigt sein Outfit

Leroy Sané hat sein extravagantes Outfit beim Treffen der deutschen Nationalmannschaft zum Länderspielstart am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) in Wolfsburg gegen Serbien gerechtfertigt. "Das ist natürlich ein bisschen Geschmackssache", gab Sané am Dienstag im wesentlich schlichteren grauen DFB-Pulli mit schwarzer Trainingshose zu und lachte: "Ich habe morgens in den Schrank geschaut und gesagt: Okay, das ist das, was ich tragen möchte."

Die "Bild"-Zeitung hatte vorgerechnet, dass die Kombination aus weißer Lammfell-Lederjacke im Graffiti-Stil, Rucksack und Sneakers rund 25.000 Euro gekostet haben dürfte. Joachim Löw, der mit Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff zuletzt eine gewisse Sensibilität bei öffentlichen Auftritten von den Nationalspielern gefordert hatte, verzieh Sané dessen Extravaganz. "Ich will das nicht bewerten, das spielt keine Rolle. Es ist mir völlig egal, wie die Spieler kommen", sagte er. Bierhoff sieht das Erscheinungsbild als "Privatsache" und meinte: "Wir setzen auf Eigenverantwortung. Da muss jeder Spieler selber wissen, was er macht."

Sportlich ist Sané, bei der WM 2018 noch außen vor, inzwischen unumstritten bei Löw. "Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten und bringt sie im Moment sehr gut zur Geltung. Ich bin mit ihm absolut zufrieden", sagte Löw, "aber er hat noch viel mehr Potenzial und kann dauerhaft zu einem extrem wichtigen Faktor werden in der Nationalmannschaft."

Der 23 Jahre alte Profi von Manchester City, seit einigen Monaten Vater einer Tochter, sieht "noch einiges zu verbessern" in seinem Spiel. "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, auch auf dem Platz mehr voranzugehen, in jedem Spiel meine Leistung zu bringen", sagte er. Mit seiner Rolle als Idol der Jugend habe er ebenso wenig ein Problem wie mit dem Umbruch in der DFB-Auswahl. "Ich liebe Herausforderungen", sagte der frühere Schalker, "da kann man sehen, auf welchem Niveau man ist."

Düsseldorf verlängert mit Kapitän Fink

Fußballprofi Oliver Fink geht bei Fortuna Düsseldorf in seine elfte Spielzeit. Nach Angaben des Bundesligisten vom Dienstag wurde der Vertrag mit dem 36 Jahre alten Mannschaftskapitän um ein Jahr bis zum 30. Juni 2020 verlängert. In bislang 252 Pflichtbegegnungen für die Rheinländer erzielte der Mittelfeldspieler 23 Tore und bereitete 24 vor. Seit Sommer 2016 ist Fink Fortuna-Spielführer.

Sportvorstand Lutz Pfannenstiel bezeichnete ihn als "wahrhaftigen Kapitän", der seine Rolle auf dem Platz und in der Kabine überragend ausführe. "Elf Jahre bei einem Club sind im Fußball eine Ewigkeit – das kommt ganz selten vor", sagte Pfannenstiel.

Hoffenheim findet Nachfolger für Nagelsmann

Der frühere Assistenztrainer Alfred Schreuder tritt bei der TSG 1899 Hoffenheim in die großen Fußstapfen von Julian Nagelsmann. Der 46-Jährige übernimmt im Sommer den Trainerposten, wie der Bundesligaclub am Dienstag mitteilte. Schreuder löst dann den 31 Jahre alten Senkrechtstarter und künftigen Leipziger Coach ab. Schreuder kehrt vom niederländischen Spitzenclub Ajax Amsterdam zurück in den Kraichgau. Bei der TSG arbeitete er von Oktober 2015 bis Januar 2018 als Co-Trainer von Nagelsmann. Er tritt sein neues Amt am 1. Juli an und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022.

"Ich freue mich sehr auf die Aufgabe in Hoffenheim und weiß um die große Herausforderung, aber genau darin liegt für mich ein besonderer Reiz", erklärte Schreuder in einer Vereinsmitteilung. "Natürlich wird es hilfreich sein, dass ich die Strukturen des Clubs ebenso kenne wie alle handelnden Personen." Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen betonte: "Alfred kennt unsere Strukturen und den Großteil des Teams, außerdem hat er durch seine hervorragende Expertise sowie eine strategische, klare und kommunikative Art maßgeblich zum Erfolg der vergangenen Jahre beigetragen."

Nagelsmann hatte bereits im Juni verkündet, dass er nach dieser Saison zum Erstliga-Rivalen RB Leipzig wechselt. Dort hat er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 unterschrieben. Als möglicher Nachfolger war lange Marco Rose von Österreichs Meister RB Salzburg gehandelt worden.

Pyrotechnik – hohe Geldstrafe für Gladbach

Borussia Mönchengladbach ist wegen unsportlichen Verhaltens seiner Fans zu einer empfindlichen Geldstrafe verurtelit worden. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ahndete zwei Verfehlungen der Borussia-Anhänger mit einer Geldbuße von 80.000 Euro. Bis zu 25.000 Euro davon kann der Verein für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwenden.

Kurz vor Anpfiff des Bundesligaspiels bei Borussia Dortmund (1:2) am 21. Dezember 2018 brannten Mönchengladbacher Zuschauer mindestens 50 bengalische Feuer ab. Sieben Knallkörper und drei sogenannte Polenböller warfen sie zudem in den Stadioninnenraum. Die Böller explodierten in unmittelbarer Nähe von Ordnungskräften, wodurch fünf von ihnen verletzt wurden. Darüber hinaus wurden in der 42. Minute fünf Feuerzeuge aus dem Mönchengladbacher Zuschauerbereich in den Innenraum geworfen.

Ronaldo zurück in Madrid – als Klinikchef

Cristiano Ronaldo kehrt nach Madrid zurück – aber nicht als Torjäger bei Rekordmeister Real, sondern als Klinikchef. Der stets perfekt gestylte Portugiese eröffnete in der spanischen Hauptstadt ein Zentrum für Haartransplantationen, wie spanische Medien am Dienstag berichteten. Ronaldo halte 50 Prozent an der Insparya Global Hair Medical Clinic S.L., die monatlich rund 550 Eingriffe an kahlen Köpfen vornehmen solle. Eine Behandlung soll etwa sechs Stunden dauern.

"Dies ist ein einzigartiges Projekt. Alopezie (Haarausfall) ist ein sehr großes Problem, und wir möchten das Selbstwertgefühl der Menschen verbessern, denn jedem ist ja sein Image wichtig", sagte der 34-Jährige, der mittlerweile bei Juventus Turin unter Vertrag steht. "Ich bin ein gutes Beispiel dafür, obwohl ich denke, dass ich nie dieses Problem (Haarausfall) haben werde", betonte Ronaldo bei der Präsentation der Klinik.

Wenn alles nach Plan verläuft, soll das Projekt in den nächsten Jahren Berichten zufolge auch in andere Länder expandieren.

Cannavaro soll im Modeste-Prozess aussagen

Der frühere Weltfußballer Fabio Cannavaro wird als Zeuge vor das Kölner Landgericht geladen. Der Weltmeister von 2006 soll im Streit zwischen dem Zweitligisten 1. FC Köln und der Beraterfirma Petralito Sport Service GmbH im Zusammenhang mit dem Transfer von Anthony Modeste aussagen. Dies ordnete die 21. Zivilkammer des Gerichts am Dienstag an. Die Vernehmung soll am 4. Juni stattfinden.

Der Italiener Giacomo Petralito fordert für seine angebliche Vermittlung des Wechsels von Modeste aus Köln zum FC Tianjin nach China (Ablöse: 35 Millionen Euro) im Jahr 2017 zwei Millionen Euro Provision. Der FC behauptet, Petralito sei nicht involviert gewesen. Cannavaro war damals Trainer in Tianjin und soll sich dazu äußern.

Prämie für EM-Sieg steht angeblich fest

Bei der Titelprämie für die Europameisterschaft 2020 muss die deutsche Nationalmannschaft offenbar kleine Abstriche machen. Laut "Bild"-Zeitung soll jeder Spieler im Falle eines Triumphs bei der Endrunde rund 300.000 Euro kassieren. Kapitän Manuel Neuer und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius sollen die Prämien bereits vorverhandelt haben. Neuer müsse das Ergebnis noch der Mannschaft präsentieren und absegnen lassen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte die Summe auf Anfrage nicht kommentieren. Bei einem WM-Titel 2018 in Russland hätten Neuer und Co. noch 350.000 Euro an Prämien erspielen können. Durch das blamable Vorrunden-Aus hatten die Nationalspieler letztlich überhaupt keine leistungsbezogenen Zahlungen erhalten. Für den WM-Triumph 2014 in Russland hatte der DFB 300.000 Euro ausgezahlt. Genauso viel hätte es bei einem EM-Sieg 2016 in Frankreich gegeben.

Wappen bei Nazi-Beerdigung: Auch Magdeburg erstattet Anzeige

Nach dem Regionalligisten Chemnitzer FC hat auch Zweitligist 1. FC Magdeburg wegen der Verwendung des offiziellen Vereinslogos bei der Beerdigung des mutmaßlichen Neonazis Thomas H. Strafanzeige erstattet. Dies teilte der Europapokalsieger von 1974 am Dienstag mit. So sei laut Vereinsangaben bei der Trauerzeremonie am vergangenen Montag auf einem Trauerkranz ohne Zustimmung des Clubs das Vereinsemblem abgebildet gewesen.

Die für die Niederlegung des Trauerkranzes verantwortlichen Personen waren zuletzt als Ordnungskräfte bei den Heimspielen des 1. FC Magdeburg tätig gewesen, werden künftig aber nicht mehr dort eingesetzt, so der Verein. Der Chemnitzer FC hatte schon am Montag wegen der Verwendung des eigenen Vereinslogos bei der gleichen Feier und eine Woche zuvor wegen Nötigung und Androhung vom schwererem Landfriedensbruch Anzeige erstattet.

Grund sind Vorkommnisse rund um das Spiel gegen VSG Altglienicke (4:4) am 9. März, als unter anderem durch eine Pyro-Show und Banner des verstorbenen, mutmaßlich rechtsradikalen Chemnitz-Fans H. gedacht worden war. Den Trauerbekenntnissen sollen möglicherweise strafbare Handlungen vorausgegangen sein, um die vom normalen Prozedere abweichende Choreographie zu ermöglichen.

Gentner vergaß durch K.o. den Aufstieg

Nach seiner schweren Kopfverletzung im September 2017 wusste VfB-Kapitän Christian Gentner für kurze Zeit nicht mal mehr über die Ligazugehörigkeit der Stuttgarter Bescheid. Als er nach dem Zusammenprall mit Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels in der Klinik wieder zu sich gekommen war, seien seine zwei Brüder da gewesen, erzählte der 33-Jährige im Interview des Magazins "11Freunde": "Ich wusste, dass beim Fußball etwas passiert war. Ich sagte zu ihnen: 'Ich habe im Kopf, dass wir gegen Wolfsburg gespielt haben. Aber was war das denn? Die sind doch in der Bundesliga und wir in der Zweiten Liga.' Ich hatte vergessen, dass wir aufgestiegen waren!"

Gentner hatte sich bei dem schweren Zusammenstoß mit Casteels mehrere Frakturen im Gesicht zugezogen und nach seiner Rückkehr auf den Platz bis Saisonende eine Maske getragen. "Einige haben sich gefragt, warum ich die Maske überhaupt so lange getragen habe, sieben Monate lang. Wir haben das nicht groß kommuniziert, aber ich hatte im Sommer noch mal einen Eingriff, bei dem Metall entfernt wurde", sagte der Mittelfeldspieler. "Danach bekam ich das Okay, die Maske abzulegen."

Neun Länder wollen die Frauen-WM 2023

Insgesamt neun Mitgliedsverbände des Weltverbands Fifa haben ihr Interesse an einer Ausrichtung der Frauen-WM 2023 bekundet. Eine derart große Nachfrage habe es in der 28-jährigen Geschichte des Turniers noch nie gegeben, teilte die Fifa am Dienstag mit. Deutschland gehört nicht zu den potenziellen Bewerbern. Vergeben werden soll die WM im ersten Quartal 2020.

Die Interessenten sind Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Japan, Südkorea (eventuell im Verbund mit Nordkorea), Neuseeland und Südafrika. Die interessierten Verbände haben zunächst bis zum 16. April Zeit, ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen einzureichen.

Adelaide trennt sich von Trainer Kurz

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Marco Kurz und der australische Erstligist Adelaide United gehen nach der Saison getrennte Wege. Wie der Pokalsieger mitteilte, wird der auslaufende Vertrag mit Kurz nicht verlängert. "Der Vorsitzende und ich haben unterschiedliche Ziele, deshalb hat eine Verlängerung keinen Sinn", sagte der 49-Jährige.

Kurz hatte im Sommer 2017 das Amt beim zweimaligen Meister übernommen, die vergangene Spielzeit beendete er auf dem fünften Rang. In Deutschland hatte der Fußballlehrer zuletzt Fortuna Düsseldorf in der 2. Bundesliga trainiert. In der Bundesliga trug er für die TSG Hoffenheim und den 1. FC Kaiserslautern die sportliche Verantwortung.

Klinsmann über Löw: "Wenn Ergebnisse nicht stimmen, musst du gehen"

Der frühere Bundestrainer und heutige TV-Experte Jürgen Klinsmann sieht seinen Nachfolger Joachim Löw vor dem Beginn der EM-Qualifikation unter großem Druck. "Wenn du in der Verantwortung bist, dann stehst du für Resultate. Wenn du CEO einer großen Company bist, dann musst du die Bilanzen zeigen, musst die Ergebnisse zeigen. Und wenn die nicht stimmen, musst du irgendwann gehen", sagte Klinsmann bei "100 % Bundesliga – Fußball bei Nitro". Die Entwicklung sei seit mehr als einem Jahr "sehr besorgniserregend".

Vor dem Länderspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen Serbien in Wolfsburg und dem Start in die EM-Qualifikation gegen die Niederlande am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Amsterdam erneuerte Klinsmann seine Kritik am Zustand des deutschen Fußballs.

"Man hat gedacht, dass es in Russland nur ein Unfall war, aber leider ist es nicht nur ein Unfall gewesen", sagte der 54-Jährige über das Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018, den Abstieg in der Nations League und das Champions-League-Aus aller deutschen Bundesligavereine. Ex-Weltmeister Klinsmann gibt am Mittwoch sein Debüt als TV-Experte des Kölner Privatsenders RTL.

Vallecano entlässt Trainer Míchel

Der spanische Erstligist Rayo Vallecano hat auf seine anhaltende Ergebniskrise reagiert und seinen Trainer Míchel entlassen. Dies teilte der Vorletzte der spanischen Liga am Montagabend mit. Das Team aus Madrid hat die vergangenen sieben Ligaspiele verloren, am Sonntag gab es ein 1:3 gegen den direkten Konkurrenten FC Villarreal.

Míchel (43), bürgerlich Miguel Ángel Sánchez Muñoz, hatte das Team im Februar 2017 in der 2. Liga übernommen und es zum Aufstieg geführt.

"Völlig daneben": Matthäus geht auf Löw los

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat in seiner Kritik an Joachim Löw im Zuge der Ausbootung der 2014-Weltmeister mit scharfen Tönen nachgelegt. Sportlich könne er die Entscheidung des Bundestrainers zwar "total nachvollziehen", schrieb der 57-Jährige in seiner Kolumne auf "Skysport.de", jedoch habe Löw "in Bezug auf Zeitpunkt und Kommunikation des Umbruchs völlig danebengelegen".

In Frankfurt hatte Löw am vergangenen Freitag die Gründe für den Verzicht auf Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng erklärt. "Dabei war es ihm wichtig, dass es keinen Eiertanz gibt. Den größten Eiertanz von allen, hat in meinen Augen aber er hingelegt", schrieb Matthäus. Das "Allerschlimmste" sei, dass der Weltmeister-Trainer "nicht einmal jetzt die Ansage so formuliert, wie man es von einem Nationaltrainer erwarten muss".

"Er plant die Quali und die EM ohne diese Spieler. Und was ist danach? Er hätte sagen sollen, dass diese Spieler nicht mehr für Deutschland spielen, solange er Bundestrainer ist. Einfach, klar und verständlich", schrieb Matthäus, der schon unmittelbar nach Löws Entscheidung den Zeitpunkt als "sehr unglücklich" bezeichnet hatte. Nun ergänzte er: "Für mich ist das so nicht akzeptabel und auch nicht fair und angemessen."

FC Bayern spielt im Sommer in Kansas City

Bayern München wird im Rahmen seiner USA-Reise im kommenden Sommer eines seiner Spiele im Stadion der Kansas City Chiefs aus der National Football League (NFL) bestreiten. Dies sagte Clark Hunt, Besitzer und Clubchef der Chiefs, in der "Bild"-Zeitung. Der diesjährige Super-Bowl-Finalist um Quarterback Patrick Mahomes spielt im 76.000 Zuschauer fassenden Arrowhead Stadium.

Die Familie Hunt ist auch Eigentümerin des Fußball-Profiteams FC Dallas aus der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS), mit dem der deutsche Rekordmeister eine Kooperation unterhält. In Kansas City spielt der MLS-Club Sporting, bis 2006 ebenfalls im Besitz der Hunts, seitdem geführt von einer Investorengruppe.

Für den FC Bayern ist es im Sommer bereits die vierte Reise in die USA seit 2014. Die Spielorte und den Zeitraum wollen die Münchner erst am 27. März bekanntgeben.

Zwei Marketingfirmen im Fifa-Prozess verurteilt

Zwei in den großen Fifa-Prozess verwickelte Sportmarketing-Firmen sind in New York zu Strafen in Höhe von jeweils 500.000 US-Dollar (umgerechnet 440.952 Euro) verurteilt worden. Traffic Sports International and Traffic Sports USA waren von Jose Hawilla (Brasilien) gegründet worden, der bis zu seinem Tod im vergangenen Mai einer der wichtigsten Kronzeugen in den Ermittlungen gegen Dutzende frühere Offizielle des Fußballweltverbands war.

Die mit TV-Rechten handelnden Marketingfirmen hatten sich schuldig bekannt, mehrere Funktionäre für den Erhalt der Rechte an vor allem südamerikanischen Turnieren bestochen zu haben. Beide Unternehmen hatten ihre Geschäfte bereits im Zuge eines Deals eingestellt, das Gericht verhängte dennoch zusätzlich eine einjährige Bewährungsstrafe.

Ungarn liefert Whistleblower an Portugal aus

Ungarn liefert noch in dieser Woche den durch die "Football Leaks" bekannten Whistleblower Rui Pinto an sein Heimatland Portugal aus. Dies berichtete die regierungsnahe Budapester Tageszeitung "Magyar Nemzet" am Dienstag. Das Berufungsgericht in Budapest hatte am Tag zuvor das entsprechende Auslieferungsurteil des Städtischen Gerichts in Budapest von Anfang des Monats bestätigt.

Pinto soll die Quelle für die Plattform "Football Leaks" gewesen sein, die mit ihren Enthüllungen seit 2015 für Aufsehen im Weltfußball gesorgt hat. Unter anderem gab es auch Berichte über Steuervergehen von Topstars der Branche.

Der Portugiese war Mitte Januar in Budapest verhaftet worden. Dabei waren bei ihm auch zehn Festplatten sichergestellt worden. Einen Großteil der darauf befindlichen Daten habe er bislang nicht mit den Medien geteilt, hatte Pinto wenig später im Gespräch mit dem "Spiegel", dem NDR und der französischen Online-Plattform "Mediapart" erklärt. Das Berufungsgericht bestätigte auch die Überstellung der beschlagnahmten Daten an die portugiesischen Behörden.

Bei den Daten handele es sich um vertrauliche Dokumente aus der internationalen Fußballbranche und dem Offshore-Bankenwesen. Laut portugiesischer Polizei wird Pinto unter anderem «der unzulässigen Aneignung und Verbreitung von Daten sowie der versuchten Erpressung» verdächtigt. Diese Vorwürfe wies Pinto zurück.

Schulz mahnt Talente zu Besonnenheit

Nationalspieler Nico Schulz warnt Talente vor falschem Umgang mit dem Erfolg. "Wenn du mit 17, 18 plötzlich mehr Geld verdienst als deine Eltern, nicht mehr zur Schule gehst und im Grunde nur noch trainierst, dann ist das eine gefährliche Situation", sagte der 25-Jährige dem Nachrichtenportal "T-Online.de". Für die Nachwuchsspieler sei es oft schwierig, die eigene Situation einzuordnen.

"Man hat so viel Zeit, dass man dann auch auf dumme Gedanken kommen kann, Blödsinn macht. Man ist viel abends unterwegs – auch, weil man einfach noch nicht richtig realisiert, was es heißt, Profi zu sein", sagte der Linksaußen des Bundesligisten TSG Hoffenheim. Das tägliche Training nehme man häufig gar nicht als "Arbeit" wahr.

Schulz selbst, der 2010 mit 17 Jahren sein Profi-Debüt für Hertha BSC gegeben hatte, habe den richtigen Umgang mit dem Erfolg "einigermaßen früh kapiert und die Kurve bekommen". Seine Präsenz bei Sozialen Medien sei ihm im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler nicht wichtig. Das "wahre Leben" zähle, "ich habe zwei kleine Kinder, denen ist es völlig egal, welches Auto ich fahre, die sind einfach glücklich, mich zu haben."

Shaqiri verpasst Auftakt der EM-Qualifikation

Der frühere Bundesliga-Profi Xherdan Shaqiri fehlt der Schweizer Nationalmannschaft in den ersten beiden Spielen der EM-Qualifikation. Der Offensivspieler des FC Liverpool leidet nach Angaben des Schweizer Fußball-Verbandes vom Montagabend "an einer schmerzhaften Entzündung in der Leistengegend".

Shaqiri ist nach dem Ex-Frankfurter Haris Seferovic der zweite prominente Ausfall bei den Schweizern, die am Sonnabend in Tiflis gegen Georgien und am Dienstag in Basel gegen Dänemark in die Qualifikation für die EM 2020 starten.

Serbien mit Personalsorgen gegen Deutschland

Die serbische Nationalmannschaft hat vor dem Länderspiel gegen Deutschland mit personellen Problemen zu kämpfen. Wie Nationaltrainer Mladen Krstajic am Montag mitteilte, werden Kapitän Aleksandar Kolarov (AS Rom), die Mittelfeldspieler Nemanja Matic (Manchester United) und Ljubomir Fejsa (Benfica Lissabon) sowie Stürmer Aleksandar Prijovic das Duell am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) in Wolfsburg verpassen.

Matic (30) reiste erst gar nicht zum Nationalteam an, bei Kolarov (33) und Fejsa (30) besteht noch Hoffnung auf einen Einsatz beim Auftakt der EM-Qualifikation in Portugal am kommenden Montag (20.45 Uhr). Prijovic (28) fällt für beide Spiele aus, für den Angreifer wurde Debütant Milan Pavkov (Roter Stern Belgrad) nachnominiert.

"Ich glaube an meine Spieler, sie werden ihr Maximum geben", sagte der frühere Bundesliga-Spieler Krstajic mit Blick auf das Spiel gegen das DFB-Team: "Wichtiger wird aber das Match gegen Portugal sein."