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Antoine Griezmann schießt Madrid zum Sieg

Antoine Griezmann traf für Atletico Madrid zum 1:0

Antoine Griezmann traf für Atletico Madrid zum 1:0

Foto: Getty Images

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Griezmann schießt Madrid zum Sieg

Der französische Fußball-Weltmeister Antoine Griezmann hat Atletico Madrid den ersten Saisonsieg in der spanischen La Liga beschert. Der 27-Jährige erzielte beim 1:0 (0:0) im Stadtderby gegen Aufsteiger Rayo Vallecano am Samstag in der 63. Minute das einzige Tor der Partie. Am ersten Spieltag war der europäische Supercupsieger beim FC Valencia nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

Meister FC Barcelona ist am Samstag noch bei Real Valladolid zu Gast, Champions-League-Sieger Real Madrid muss am Sonntag beim FC Girona antreten.

Loris Karius an Besiktas ausgeliehen

Der ehemalige Mainzer Bundesliga-Torwart Loris Karius (25) ist vom englischen Fußball-Traditionsklub FC Liverpool für zwei Jahre an den türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul ausgeliehen worden. Dies gaben die Reds am Samstagabend bekannt. Die Leihgebühr soll laut Medienberichten 2,5 Millionen Euro betragen.

Im Champions-League-Finale gegen Real Madrid (1:3) hatte Karius mit einigen gravierenden Fehlern unfreiwillig zur Niederlage der Reds beigetragen und war daraufhin zur Zielscheibe der Kritik geworden. Liverpool hatte den brasilianischen Nationaltorhüter Alisson verpflichtet, sodass Karius' Chancen auf einen Stammplatz deutlich gesunken waren.

Manchester City lässt beim Aufsteiger Federn

Der englische Meister Manchester City hat am dritten Spieltag der Premier League überraschend den dritten Sieg verpasst. Beim Aufsteiger Wolverhampton Wanderers kam das Team von Trainer Pep Guardiola am Sonnabend nicht über ein 1:1-Unentschieden (0:0) hinaus. Aymeric Laporte erzielte in der 69. Minute per Kopf den Ausgleich für Man City – nach einer Vorlage des deutschen Nationalspielers Ilkay Gündogan, der bei den Gästen in der Startelf stand.

Die mutig auftretenden Wolves waren im Molineux-Stadion zuvor durch Willy Boly (57. Minute) in Führung gegangen. In der ersten Halbzeit war zudem ein Tor für die Gastgeber wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben worden. Bei City schickte Guardiola in der Schlussviertelstunde den Ex-Schalker Leroy Sané für Gündogan aufs Feld. Doch auch Sané gelang trotz fünf Minuten Nachspielzeit kein Treffer mehr für den insgesamt überlegenen Meister. Sergio Agüero traf mit einem Freistoß aus 28 Metern nur die Latte (90.+5).

City hatte die ersten beiden Ligaspiele gegen den FC Arsenal (2:0) und Huddersfield Town (6:1) gewonnen.

Arsenal siegt ohne erkrankten Özil

Ein Eigentor bescherte Arsenal den ersten Saisonsieg. Issa Diop traf beim 3:1 (1:1) der Londoner gegen West Ham United ins eigene Netz (70.). Der Ex-Bremer Marko Arnautovic hatte die Gäste in Führung gebracht (25.), Nacho Monral ausgeglichen (30.). Danny Welbeck erhöhte auf 3:1 (90.+2). Ex-Nationalspieler Mesut Özil fehlte wegen einer Grippe, der ehemalige Leverkusener Torwart Bernd Leno saß erneut auf der Bank.

Den ersten Punkt fuhr Huddersfield Town ein. Gegen Aufsteiger Cardiff City erreichte das Team des deutschen Trainers David Wagner in Unterzahl ein 0:0. Jonathan Hogg (63.) hatte nach einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Huddersfield-Coach David Wagner musste zudem früh wechseln. Verletzungsbedingt musste Torhüter Ben Hamer schon nach einer Viertelstunde den Platz verlassen.

Arsenal siegt ohne erkrankten Özil

Ohne den deutschen Ex-Nationalspieler Mesut Özil hat der FC Arsenal seinen ersten Sieg unter Trainer Unai Emery gefeiert. Die Gunners setzten sich am Sonnabend im London-Derby gegen West Ham United nach Rückstand mit 3:1 (1:1) durch. Nacho Monreal (30. Minute), Issa Diop (70./Eigentor) und Danny Welbeck (92.) erzielten vor eigenem Publikum die Tore für Arsenal.

Der frühere Bremer Marko Arnautovic (25.) hatte die Hammers zunächst in Führung geschossen. Der West-Ham-Kapitän musste nach einer Stunde verletzt ausgewechselt werden. Bei Arsenal stand Özil nicht im Kader. Laut britischen Medien soll er an einer Grippe leiden. Für ihn rückte Aaron Ramsey in die Startelf.

Huddersfield Town kam am dritten Spieltag in Unterzahl nicht über ein 0:0 gegen Aufsteiger Cardiff City hinaus. Jonathan Hogg (63.) hatte nach einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Huddersfield-Coach David Wagner musste zudem früh wechseln. Verletzungsbedingt musste Torhüter Ben Hamer schon nach einer Viertelstunde den Platz verlassen.

Freiburg startet ohne Trainer Streich in die Saison

Der SC Freiburg musste in seinem Bundesliga-Auftaktspiel gegen Pokalsieger Eintracht Frankfurt auf seinen Trainer Christian Streich verzichten. Der Chefcoach konnte am Sonnabend wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht auf der Bank sitzen. Er wurde von seinen Assistenten Lars Voßler und Florian Bruns vertreten.

"In der Tat ist das ungewohnt. Aber an dem Punkt geht die Gesundheit vor", sagte Sportvorstand Jochen Saier bei Sky. Streich (53) hatte bereits am Donnerstag nicht das Training leiten können und auch bei der Pressekonferenz gefehlt.

Osnabrück stürzt Münster von Tabellenspitze

Mit einem 3:0 (2:0)-Sieg im Nachbarschaftsduell hat der VfL Osnabrück den SC Preußen Münster als Tabellenführer der 3. Liga abgelöst. Überragender Mann in Osnabrück war VfL-Angreifer Marcos Alvarez. Die Führung durch Maurice Trapp (40.) bereitete er vor, die beiden anderen Tore markierte er mit einem Freistoß (44.) und einem Handelfmeter (67.) selbst. Münsters Kapitän Simon Scherder sah zudem die Gelb-Rote Karte (66.).

Nachbar SV Meppen erreichte durch ein Tor in der Nachspielzeit noch ein 1:1 (0:1) bei Energie Cottbus. Neuer Zweiter ist die SpVgg Unterhaching nach einem 2:1 (0:1) beim SV Wehen Wiesbaden. Im mit Spannung erwarteten Südwestduell zwischen Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC fielen keine Treffer, womit die Pfälzer weiter im Tabellenkeller verharren.

Terodde schießt Köln an die Spitze

Mit dem ersten Heimsieg der Saison hat der 1. FC Köln vorerst die Tabellenführung in der 2. Bundesliga übernommen. Dank dreier Tore von Simon Terodde besiegte der Bundesliga-Absteiger am Sonnabend den FC Erzgebirge Aue mit 3:1 (1:1). Terodde brachte die Hausherren in Führung (26. Minute), Clemens Fandrich (29.) gelang aber der schnelle Ausgleich. Doch nach Teroddes zweitem (69.) und drittem Tor (89.) war Aue geschlagen. Köln ist nach drei Liga-Spielen unbesiegt, die Sachsen dagegen warten weiter auf ihren ersten Sieg.

Der 30 Jahre alte Terodde hatte gegen Aue erstmals in dieser Zweitliga-Saison den Vorzug vor Jhon Córdoba erhalten. Schon beim 9:1-Pokaltriumph gegen BFC Dynamo hatte der frühere Zweitliga-Torschützenkönig viermal getroffen. Gegen Aue hatte Köln aber deutlich mehr Mühe. Die Gäste standen geschickt in der Defensive und ließen die Gastgeber trotz spielerischer Überlegenheit nur selten zu Chancen kommen.

Fürth verspielt 2:0-Führung in letzter Minute

Durch zwei späte Gegentreffer hat die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga einen sicher geglaubten Sieg gegen den SC Paderborn noch eingebüßt. Fünf Tage nach der knapp verpassten Pokal-Sensation gegen Borussia Dortmund mussten sich die Franken am Sonnabend vor 7480 Zuschauern im Sportpark Ronhof in Überzahl gegen den Aufsteiger mit einem 2:2 (0:0) begnügen.

Nach der Gelb-Roten Karte für Paderborns Verteidiger Mohamed Dräger (45.+1) dominierten die Fürther und führten durch einen Volleyschuss von Tobias Mohr (55.) und Daniel Keita-Ruel (84.) mit 2:0. Kurz vor Schluss verkürzte Philipp Klement mit einem direkt verwandelten Freistoß (89.). Und es kam noch besser für Paderborn: In der Nachspielzeit traf Lukas Boeder (90.+1) nach einer Flanke in den Strafraum mit dem rechten Fuß und rettete seiner Elf einen Punkt.

Beide Mannschaften lieferten sich eine muntere Partie. Schon früh musste Fürth den angeschlagenen David Atanga ersetzen (17.). Die Qualität der Chancen war in der ersten Hälfte ähnlich. Kurz vor der Pause schwächte Dräger sein Team mit zweimal Gelb in kurzer Zeit. Die Fürther nutzten den Überzahl-Vorteil, agierten aber in der Defensive nicht souverän und wurden mit dem späten SCP-Doppelschlag bestraft.

Magdeburg verpasst historischen Sieg

Der 1. FC Magdeburg wartet weiter auf den ersten Zweitliga-Sieg seiner Historie. Am Sonnabend usste sich der Aufsteiger gegen den FC Ingolstadt mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Die Gastgeber gingen durch Abwehrspieler Denis Erdmann nach 29 Minuten in Führung. Sonny Kittel (43.) gelang vor 20.000 Zuschauern noch vor der Pause der zu diesem Zeitpunkt überraschende Ausgleich.

Magdeburg war 45 Minuten lang die dominierende Mannschaft. Zwei Treffer durch Christian Beck (3.) und Nils Butzen (12.) fanden zurecht keine Anerkennung. Von Ingolstadt war spielerisch kaum etwas zu sehen. Dafür rieben sich die Schanzer mit internen Diskussionen und harter Gangart selbst auf. Kittels Ausgleich ging eine aktive Abseitsposition von Tobias Schröck und Stefan Kutschke voraus, wobei sie Magdeburgs Torhüter Jasmin Fejzic behinderten. Sie blieb aber ungeahndet.

Auch nach dem Wechsel investierten die Gastgeber mehr, allerdings blieben die zwingenden Chancen nun aus. Ingolstadt gelang es immer besser, das Spiel vom eigenen Strafraum fern zu halten. Nach vorn ging beim früheren Bundesligisten aber nicht viel.

Rudy will Bayern verlassen

Nationalspieler Sebastian Rudy rechnet nach nur einem Jahr beim FC Bayern München mit einem baldigen Vereinswechsel. „Die Chancen, dass ich bleibe, sind gering“, sagte der Mittelfeldspieler dem Fachmagazin „Kicker“. „Grob weiß ich, wohin es gehen wird. Lassen Sie sich überraschen.“ Der FC Schalke 04 gilt als heißer Kandidat für eine Verpflichtung des 28-Jährigen, ein möglicher Wechsel zum Bundesliga-Rivalen RB Leipzig scheint dagegen vom Tisch.

Beim 3:1-Auftaktsieg der Münchner in der Bundesliga gegen Rudys Ex-Club 1899 Hoffenheim stand der Nationalspieler am Freitagabend wie schon in der Vorwoche beim Pokalspiel nicht im Kader. Mit Blick auf eine mögliche Ablösesumme für Rudy hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß zuletzt gesagt, 15 Millionen Euro würden „sicherlich nicht reichen“. Man werde bei dem 28-Jährigen eine Lösung finden, wenn Rudy sich für einen anderen Verein entscheiden sollte und die Ablösesumme stimme.

Rudy, dessen Vertrag noch bis 2020 läuft, war 2017 von Hoffenheim zum Rekordmeister gewechselt, konnte sich aber nie so richtig durchsetzen.

Palästinas Verbandschef wehrt sich gegen Sperre

Eine von der Fifa verhängte einjährige Sperre des palästinensischen Verbandschefs Dschibril Radschub ist von palästinensischer Seite kritisiert und von Israel begrüßt worden. Der Weltverband hatte die Sanktion mit Radschubs Aufruf zum Verbrennen von Trikots von Lionel Messi begründet. Die Disziplinarkommission sprach den Spitzenfunktionär der Anstiftung zu Hass und Gewalt schuldig.

Radschub kündigte am Sonnabend an, dass er gegen die Sperre Einspruch einlegen wird. Er werde „jede mögliche Gelegenheit dazu nutzen“, teilte er der Nachrichtenagentur AP nach Konsultationen mit seinen Anwälten mit. Radschubs Verband hatte sich am Freitagabend „äußerst überrascht“ von der FIFA-Entscheidung gezeigt, die „nicht verhältnismäßig und absurd“ sei und auf mangelnden Beweisen basiere.

Israels Sicherheitsminister Gilad Erdan begrüßte die Entscheidung dagegen. Radschub habe „mehrfach Drohungen und Aufstachelung zum Terror benutzt, um seine politischen Ziele durchzusetzen“. Er rief das Internationale Olympische Komitee (IOC) dazu auf, Radschub ebenfalls zu suspendieren.

Radschub hatte Fans vor dem später abgesagten WM-Testspiel zwischen Israel und Argentinien aufgefordert, Trikots und Poster von und mit Messi zu verbrennen. Die Partie sollte am 9. Juni in Jerusalem gespielt werden, wurde wegen Drohungen und politischer Proteste dann aber von den Argentiniern abgesagt.

Ginter hat in Freiburg Demut gelernt

Nationalspieler Matthias Ginter (24) hat zugegeben, dass man als Fußballprofi manchmal den Bezug zur Außenwelt verliere. Dem Deutschlandfunk sagte der Spieler von Borussia Mönchengladbach, er versuche nach den Spieltagen „so gut wie möglich, die Blase zu verlassen“.

Im Bundesliga-Alltag müsse man sich um nichts kümmern, trotzdem dürfe man zu Hause „nicht den König spielen, sondern muss sich dann schon wieder ordentlich eingliedern“, sagte Ginter. Der Weltmeister von 2014 hat in der Jugend von seinen Eltern und in der Freiburger Fußballschule vorgelebt bekommen, „dass es auch andere Werte gibt, als nur auf dem Platz“. Dazu gehören für Ginter Bodenständigkeit, Demut, und Dankbarkeit, für das, was er habe.

Martínez bricht MLS-Torrekord

Josef Martínez von Atlanta United hat den Torrekord in der nordamerikanischen Profiliga MLS gebrochen. Im Spiel gegen Orlando City erzielte der 25 Jahre alte Angreifer aus Venezuela in der 74. Minute nach Vorbereitung des deutschen Mittelfeldspielers Julian Gressel (24) den 2:1-Siegtreffer. Mit seinem 28. Saisontor verbesserte Martínez die bisherige Bestmarke des Trios Roy Lassiter (1996), Chris Wondolowski (2012) und Bradley Wright-Philips (2014), die jeweils 27 Treffer in einer Spielzeit erzielt hatten.

Seit seinem Debüt in der MLS im vergangenen Jahr erzielte Martínez 47 Tore in 46 Ligaspielen. In der Eastern Conference führt Atlanta die Tabelle acht Spieltage vor Ende der regulären Saison mit 54 Punkten vor den Red Bulls aus New York (49) an.

Zlatan Ibrahimovic ist derweil nur noch einen Treffer von einem großen Meilenstein entfernt. Beim 1:1 (1:0) seines Clubs Los Angeles Galaxy im Derby gegen LAFC erzielte der schwedische Superstar das 499. Tor seiner Karriere.

Entwarnung für Hoffenheims Vogt

1899 Hoffenheim muss nicht länger auf Kapitän Kevin Vogt verzichten. Der Abwehrchef hat beim Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern München (1:3) am Freitagend eine Prellung im rechten Oberschenkel erlitten, wie der Fußball-Bundesligist am Sonnabend mitteilte.

Vogt musste in der zweiten Halbzeit mit einem bandagierten Oberschenkel beim Stand von 1:1 ausgewechselt werden. Der 26-Jährige war bei einer Abwehraktion mit seinem eigenen Torwart Oliver Baumann zusammengeprallt. Trainer Julian Nagelsmann hatte schon direkt nach dem Spiel „keine lange Ausfallzeit“ befürchtet. Vogt habe bei einer Standardsituation einen Schlag von einem Knie auf den Oberschenkel bekommen. Wie lange er pausieren muss, ist nicht bekannt.

Alcácer-Wechsel zum BVB vor dem Abschluss

Borussia Dortmund steht offenbar unmittelbar vor der Verpflichtung des spanischen Wunschstürmers Paco Alcácer. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, soll das angedachte Leihgeschäft mit dem spanischen Doublesieger FC Barcelona Anfang der kommenden Woche abgeschlossen werden.

Demnach seien nur noch Details zu klären und der obligatorische Medizincheck zu absolvieren. Der 24-Jährige soll für zwei Millionen Euro Leihgebühr bis Saisonende zum BVB wechseln, darüber hinaus erhalte die Borussia eine Kaufoption im Bereich von 25 Millionen Euro.

Der 1,75 m große Alcácer war 2016 vom Ligarivalen FC Valencia zum Club des deutschen Nationaltorhüters Marc-Andre ter Stegen gewechselt. Der 13-malige spanische Nationalspieler stand allerdings oft im Schatten der Superstars Lionel Messi und Luis Suárez, in 50 Pflichtspielen für Barça erzielte er 15 Tore.

Warum Menschen gern Fußballspiele tippen

Die einen gehen eher strategisch vor, die anderen orientierten sich an Daten, wieder andere setzen auf Sympathie: Wissenschaftler der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität haben sich angeschaut, warum viele Menschen bei Fußball-Tipprunden mitmachen. Die Publizisten aus Mainz hatten zur EM 2016 und zur WM 2018 eine eigene Tipprunde aufgesetzt mit jeweils rund 300 Teilnehmern und diese parallel dazu befragt.

Pünktlich zum Bundesliga-Start präsentieren sie das Ergebnis: Die Motive für eine Teilnahme seien vor allem der Spaß am Tippen gewesen und die Lust, ein gemeinsames Gesprächsthema mit Freunden und Bekannten zu haben, erklärte Studienleiter Michael Sülflow. „Vor allem Männer machen sehr viel stärker auch deswegen mit, weil sie sich messen wollen.“ Sie seien wettbewerbsorientierter.

1899-Sportchef Rosen kritisiert Videobeweis

Sportchef Alexander Rosen von 1899 Hoffenheim hat nach der Niederlage im Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen den FC Bayern München harsche Kritik an der Handhabung des Videobeweises geübt. „Wir haben es bei der Weltmeisterschaft gesehen: Es gab keine Testphase, und der Videobeweis wurde zu etwas gemacht, was er sein soll, nämlich eine ganz wunderbare, sinnvolle und gerechte Einrichtung. Und dann haben wir das, was wir heute erlebt haben. Das steht im Gegensatz zu dem, was es sein sollte“, schimpfte Rosen nach der Hoffenheimer 1:3-Niederlage am Freitagabend in München.

Rosens Kritik entzündete sich an der Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert nach einem vermeintlichen Foul von 1899-Profi Havard Nordtveit an Bayern-Profi Franck Ribéry. Die Aktion, die zum Elfmeter und zur 2:1-Führung der Bayern führte, überprüfte Dankert nicht per Videobeweis. „Diese Szene muss man zumindest überprüfen. Da muss ein Hinweis aus Köln kommen, sonst macht es einfach keinen Sinn“, beklagte Hoffenheims Direktor Profifußball.

Zumal Dankert vor der Wiederholung des Elfmeters und bei einem aberkannten Bayern-Tor wegen Handspiels von Thomas Müller danach zweimal erst nach Videobeweis entschied. „Es ist einfach nicht gut gemacht. Punkt. Das ist eine schlechte Leistung, wenn man das so macht. Das kann einfach nicht so stehenbleiben. Diese Szene, die das Spiel entscheidet, hat das Spiel nicht verdient. Ein tolles Eröffnungsspiel – und dann kommt so etwas“, sagte Rosen.

„Sprachpanscher des Jahres“: DFB wehrt sich

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist vom Verein Deutsche Sprache (VDS) zum „Sprachpanscher des Jahres“ gewählt worden – obwohl die vermeintliche Fehlleistung gar nicht aus der Feder des Verbandes stammt. Der DFB reagierte daher mit Kopfschütteln auf die Entscheidung vom Freitag.

„Ohne Worte, was sich der Verein ‘Deutsche Sprache’ da leistet“, teilte Mediendirektor Ralf Köttker mit: „Der DFB bekommt den Titel für ein Motto verliehen, das gar nicht vom DFB stammt. So viel Ahnungslosigkeit macht sprachlos! Noch mal zum Mitlesen: ‘Best Never Rest’ ist das Motto eines DFB-Partners.“ In der Tat stammt der Slogan aus der WM-Kampagne des Verbandshauptsponsors Mercedes Benz.

Der VDS hatte den Spruch kritisiert, er klinge „wie die ungelenke Formulierung eines russischen Englischschülers im ersten Lernjahr“. Der Verein setzt sich für die Förderung und den Erhalt der deutschen Sprache ein und kämpft unter anderem gegen die übermäßige Verwendung von Anglizismen.

Seit 1998 vergibt der Verein jährlich den Negativpreis „Sprachpanscher“ an Firmen, Institutionen oder Menschen. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Evangelische Kirche Deutschlands.