Champions League

Weniger PR, mehr Ruhe – Rummenigge tadelt Boateng

Nach der 2:3-Blamage von Rostow knüpft sich Bayerns-Vorstandsvorsitzende ausgerechnet Deutschlands Fußballer des Jahres vor.

Rostow/München. An einem auch persönlich völlig missglückten Fußballabend musste Jérôme Boateng auch noch einen erstaunlich harten Tadel seines Chefs einstecken. Karl-Heinz Rummenigge ermahnte den Weltmeister nach dem 2:3 beim FK Rostow im Fernsehsender Sky dazu, sich wieder mehr auf seinen Job beim FC Bayern zu konzentrieren.

„Jérôme muss wieder ein bisschen mehr zur Ruhe kommen. Seit dem Sommer ist mir das ein bisschen zu viel“, sagte Rummenigge mit einem unausgesprochenen Verweis auf Boatengs vielfältige Aktivitäten abseits des Platzes. „Es wäre im Sinne von ihm und dem ganzen Club, wenn er ein bisschen back to earth runterkommt!“ Sprich: auf den Boden.

Viele Ehrungen und PR-Termine

Der aktuelle Fußballer des Jahres hatte seit dem Sommer vermehrt in der Öffentlichkeit gestanden und an mehreren Preisverleihungen und Ehrungen teilgenommen. Unter anderem wurde dem gebürtigen Berliner der Moses-Mendelsohn-Preis verliehen. Boateng wurde für sein großen sozialen Engagement ausgezeichnet. Mitte November nahm Boateng die Ehrung des deutschen Männer-Magazins "GQ" als Mann des Jahres entgegen. Seine Popularität weiß er durchaus zu vermarkten. In den USA wird Boateng von Superstar Jay Z gemanagt, hierzulande brachte er vor der Europameisterschaft eine selbst gesignte Brillenkollektion heraus. Trotz EM-Urlaub flog er mit den Bayern in die Vereinigte Staaten, absolvierte einige PR-Termine.

Verletzt vom Platz

Boateng hatte in Russland einen rundum schlechten Tag erwischt. Beim Gegentor zum 1:1 wurde er ausgetanzt und rutschte weg. Zudem verursachte er den Foulelfmeter zum 1:2. Zu allem Überfluss musste er mit einer Muskelblessur im Oberschenkel auch noch vorzeitig vom Platz. Es droht die dritte längere Verletzungspause 2016.

Als Boateng in den Stadionkatakomben Rede und Antwort stand, war der Rummenigge-Rüffel noch nicht publik. Der Innenverteidiger fühlte sich bei den Gegentoren auch alleine gelassen. „Wir müssen als Mannschaft besser verteidigen“, klagte er. Selbstkritik sei bei allen angesagt: „Jeder soll sich auf sich konzentrieren und in sich hineinhorchen.“