Fussball-Ticker

Deutschland will Stars beim Confed Cup zuhause lassen

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Bierhoff: Stars beim Confed Cup schonen

Deutschland wird beim Confed Cup 2017 in Russland auf einige seiner Stars verzichten. "Der Confed Cup hat einfach nicht den sportlichen Stellenwert einer Welt- oder Europameisterschaft, daher ist es durchaus denkbar, dass wir im nächsten Jahr nicht in Bestbesetzung nach Russland reisen werden", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff der "Sport Bild" (Mittwochausgabe).

Mit Blick auf die WM 2018 in Russland könne es "schon Sinn machen, dem einen oder anderen Leistungsträger mal eine längere Pause im Sommer zu geben", führte Bierhoff (48) weiter aus. Gleichzeitig wäre das Turnier eine "interessante Perspektive und Chance für einige Hoffnungsträger, sich international zu präsentieren".

Der Confed Cup mit acht Mannschaften findet vom 17. Juni bis 2. Juli 2017 in Moskau, Sankt Petersburg, Kasan und Sotschi statt. Deutschland ist als Weltmeister automatisch dabei. Zudem haben sich bereits Portugal als Europameister 2016, Australien (Asienmeister 2015), Chile (Sieger Copa America 2015), Mexiko (Sieger Concacaf-Cup 2015), Neuseeland (Sieger Ozeanien-Meisterschaft 2016) und Russland als Gastgeber qualifiziert. Der Afrikameister wird erst 2017 in Gabun ermittelt.

Ein festes Mannschaftsquartier wie bei Welt- oder Europameisterschaften wird es 2017 in Russland für die DFB-Auswahl nicht geben. "Die Entfernungen sind weit, die Pausen zwischen den Spielen kurz, so dass wir von Spielort zu Spielort reisen werden", sagte Bierhoff.

Leipzigs Werner trauert Olympia nach

Stürmer Timo Werner von Bundesliga-Aufsteiger RasenBallsport Leipzig sieht seine verpasste Teilnahme am olympischen Fußball-Turnier zwiespältig. „Ich wäre natürlich gern mitgegangen“, sagte der 20-Jährige am Dienstag in Leipzig. Er habe immer im Hinterkopf, dass er Olympiasieger hätte werden können. „Das ist auf der einen Seite bitter. So eine Chance hat man sicher nur einmal. Auf der anderen Seite sehe ich es positiv. Ich kann mich jetzt voll und ganz auf meine neue Aufgabe, auf das neue Umfeld konzentrieren, mich eingewöhnen. Das ist für mich sehr wichtig“, erklärte Werner.

Durch seinen Wechsel von Absteiger VfB Stuttgart nach Leipzig hatte sich eine Berufung in die Olympia-Auswahl erledigt. Gemäß einer Vereinbarung mit dem DFB werden keine Spieler ins Olympia-Aufgebot berufen, die in der Sommer-Pause den Verein wechseln. Damit soll ihnen die Eingewöhnung beim neuen Club erleichtert werden.

Der 1,80 Meter große Angreifer Werner, der alle Nachwuchsteams des DFB durchlaufen hat, gehört seit September 2015 zur U21-Auswahl und war vor seinem Wechsel nach Leipzig ein Kandidat für das Rio-Team.

Tuchel will "neue Lösungen finden"

Für Thomas Tuchel fühlt sich die Situation bei Borussia Dortmund nach dem Verlust von Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan „wie ein Neuanfang an“. Das sagte Tuchel am Dienstag in Dortmund. „Wir verlieren weltweites Topniveau“, bemerkte der 42-Jährige zu den Millionentransfers von Hummels zum deutschen Meister und Pokalsieger Bayern München, Gündogan zu Manchester City und Mchitarjan zu Manchester United.

Nach Platz zwei in der Bundesligasaison 2015/16 und dem Erreichen des DFB-Pokalfinales will Tuchel in der neuen Spielzeit mit veränderten Ansätzen agieren: „Kreativ werden und neue Lösungen finden.“ Das sei ein riskanter Weg: „Aber Risiko wird auch belohnt.“ Über die Verluste von Hummels, Gündogan und Mkhitaryan will Tuchel „nicht jammern“, sondern die neuen Herausforderungen mit Energie und Vorfreude angehen. Immerhin spülten die drei Transfers mehr als 100 Millionen Euro in die Kasse.

In Portugals Europameister Raphaël Guerreiro (FC Lorient), Emre Mor (FC Nordsjaelland), Sebastian Rode (FC Bayern München), Marc Bartra (FC Barcelona), Ousmane Dembélé (Stade Rennes) und Mikel Merino (CA Osasuna) hat der BVB bislang vor allem junge Profis verpflichtet. Dafür investierte die Borussia rund 62 Millionen Euro.

Unterdessen zieht sich die Rückkehr des verletzten Marco Reus ins Training hin. "Reus ist seit dem Pokalfinale in Berlin angeschlagen und die Probleme bislang nicht losgeworden", sagte Tuchel am Dienstag.

Reus werde am Mittwoch einen Medizincheck absolvieren. Dabei werde sich zeigen, wie der 27-Jährige das Aufbautraining absolvieren wird. "Er ist ein großer Faktor", sagte Tuchel. Wegen der Verletzung hatte Reus nicht mit der deutschen Nationalmannschaft an der EM-Endrunde in Frankreich teilnehmen können.

Reus hatte bei Dortmunds Niederlage im Pokalfinale gegen Bayern München nach Elfmeterschießen einen kleinen Einriss des Adduktorenansatzes sowie eine leichte Schambeinentzündung erlitten. Bei einem entsprechenden Heilungsprozess sollte Reus voraussichtlich Mitte August wieder voll belastungsfähig seion.

Bayer startet mit Volland

Bayer Leverkusens 20 Millionen Euro teurer Neuzugang Kevin Volland war bereits beim Trainingsauftakt des Champions-League-Teilnehmers dabei. Der 23-jährige Offensivspieler gehörte zum Kreis von insgesamt 22 Spielern, die Chefcoach Roger Schmidt am Dienstag zu den ersten Übungseinheiten an der BayArena begrüßen konnte.

Allerdings fehlten noch elf Profis, zu denen unter anderem die österreichischen Neuverpflichtungen Julian Baumgartlinger und Torwart Ramazan Özcan sowie Torjäger Javier Hernández gehörten.

„Schön, dass es bei uns wieder losgeht. Die Stimmung ist gut und alle sind gut drauf“, sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade. „Wir sind sehr zufrieden und voller Optimismus.“ Keine Neuigkeiten gab es zu Verteidiger Alexsandar Dragovic von Dynamo Kiew, den Bayer 04 noch auf der Wunschliste für die kommende Bundesligasaison haben soll.

Barça erklärt ter Stegen für unverkäuflich

Der FC Barcelona will seinen deutschen Torwart Marc-André ter Stegen nicht ziehen lassen. Wie das Fachblatt "Sport“ berichtete, besteht der spanische Fußballmeister und Pokalsieger darauf, dass ein Weggang des Ex-Gladbachers nur bei Zahlung der vertraglich festgelegten Ablösesumme möglich sei. Die in Barcelona erscheinende Zeitung bezifferte die Summe auf den - als praktisch unbezahlbar geltenden - Betrag von 85 Millionen Euro.

Die britische Presse hatte kürzlich berichtet, dass Manchester City, der neue Club des früheren Barça-Trainers Pep Guardiola, Interesse an dem Keeper signalisiert habe. „Der Deutsche ist einer der wenigen Spieler im Barça-Kader, die für den Club absolut untransferierbar sind“, hieß es in „Sport“.

Das Konkurrenzblatt „Mundo Deportivo“ hält einen Wechsel des 24-Jährigen ebenfalls für ausgeschlossen. Dagegen sei es durchaus möglich, dass die Katalanen den chilenischen Torwart Claudio Bravo an einen anderen Club abgeben könnten, schrieb die Zeitung am Dienstag. Der 33-Jährige hatte in den vergangenen zwei Spielzeiten in den Punktspielen im Tor gestanden, ter Stegen kam im Pokal und in der Champions League zum Einsatz. Der Deutsche hatte mehrfach den Wunsch geäußert, auch in der Primera División das Barça-Tor zu hüten.

Meiers Sohn wird Darmstadts Scout

Das Scouting bei Darmstadt 98 bleibt eine Familienangelegenheit. Nachdem in den vergangenen Jahren die beiden Väter des zum Ligarivalen FC Augsburg gewechselten Trainergespanns Dirk Schuster und Sascha Franz Ausschau nach potenziellen Verstärkungen hielten, übernimmt die Aufgabe ab sofort Florian Meier - der Sohn des neuen Lilien-Trainers Norbert Meier.

Ancelotti freut sich über Rummenigges Sachverstand

Der neue Bayern-Coach Carlo Ancelotti freut sich nach vorherigen Stationen bei Clubs mit teils exzentrischen Mäzenen über langjährige Profifußballer als Vorgesetzte. „Das ist das erste Mal, dass ich Bosse habe, die selbst Spieler waren“, sagte der italienische Erfolgstrainer der „Bild“-Zeitung (Dienstag) mit Blick auf Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, der im Herbst ein Comeback als Vereinspräsident geben könnte. „Vielleicht können wir leichter über technische und taktische Aspekte sprechen. Mit anderen ist das schwerer.“

Ancelotti hatte es in den vergangenen Jahren unter anderem bei Real Madrid (2013 - 2015), Paris St. Germain (2012 - 2013), dem FC Chelsea (2009 - 2011) und beim AC Mailand (2001 - 2009) mit Chefs zu tun, die nie selbst als Fußballer auf höchstem Niveau aktiv waren - darunter schwerreiche Geldgeber wie Scheich Nasser Al-Khelaifi (Paris), Roman Abramowitsch (London) und Silvio Berlusconi (Mailand).

Nicht immer sei es leicht gewesen, mit ihnen als Vorgesetzten zusammenzuarbeiten, sagte Ancelotti dem Blatt. „Wie Sie wissen, glaubt jeder, alles über Fußball zu wissen. Das Erste, was sie dir sagen, ist: Ich habe von Fußball keine Ahnung, ABER... Es ist dieses ABER, das alles etwas schwieriger macht.“

Carlo Ancelotti will mit Bayern die Champions League gewinnen

Horn bleibt vorerst in Köln

Der von zahlreichen Klubs umworbene Torhüter Timo Horn bleibt dem 1. FC Köln mindestens noch ein Jahr erhalten. "Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, diese Saison in Köln zu spielen", sagte der 23-Jährige der Bild: "Da spielen Herz und Gefühle mit - und das ist keine Floskel. Vom Herzen her würde ich am liebsten ein Leben lang beim FC spielen."

Er könne jedoch aktuell nicht versprechen, bis zum Karriereende in Köln zu spielen, betonte Horn, der von der U15 an sämtliche Nachwuchsauswahlen des DFB durchlaufen hat. "Bei einem sehr guten Angebot würde ich irgendwann überlegen, ob ein Wechsel Sinn machen würde. Aber da müsste schon alles passen."

Gerade mit Blick auf seine Chancen in der Nationalmannschaft käme ein Wechsel in Betracht. "Irgendwann willst du als Spieler den nächsten Schritt machen, international spielen", sagte Horn: "Ich glaube, das würden die Fans dann auch verstehen und mir das sicher gönnen."

Verschiedene Medien hatten den gebürtigen Kölner in den vergangenen Wochen unter anderem mit Vizemeister Borussia Dortmund und dem englischen Spitzenklub FC Liverpool um Teammanager Jürgen Klopp in Verbindung gebracht. Zumindest die Option Liverpool bestand zuletzt jedoch nicht mehr: Bei den Reds steht in der kommenden Saison der ehemalige Mainzer Bundesliga-Torhüter Loris Karius im Tor.

Chiles Profifußballer im Streik

Chiles Profifußballer wollen im Streit mit dem nationalen Verband ANFP um eine neue Auf- und Abstiegsregelung in Streik treten. Bei einer Generalversammlung der Spielergewerkschaft Sifup sei einstimmig entschieden worden, dass die neue Saison der obersten zwei Ligen des Landes nicht wie geplant am 22. Juli beginnen werde, teilte Sifup am Montag (Ortszeit) mit. Es geht den Spielern demnach unter anderem auch um Gehaltszahlungen aus der vergangenen Saison und die Terminierung der Liga-Spielzeiten. „Die Meisterschaft beginnt nicht, bis es ernsthafte und verbindliche Verhandlungen gibt“, sagte Sifup-Präsident Carlos Soto.

Die ANFP hatte entschieden, dass am Ende der Saison 2016-2017 nur ein Verein aus der Ersten in die Zweite Liga ab- und ein Club dafür aufsteigt - statt wie bisher jeweils zwei. Die Gewerkschaft kritisiert, das schränke die Wettbewerbsfähigkeit des chilenischen Fußballs ein.

EM-Verluste in Holland

In den Niederlanden ist die unfreiwillige Zaungastrolle bei der EM auch die Supermärkte teuer zu stehen gekommen. Einem Bericht der Zeitung De Telegraaf zufolge ermittelte das Marktforschungsinstitut GfK für den EM-Monat einen Umsatzverlust der Händler von 50 Millionen Euro, nachdem Oranje die Qualifikation für das EM-Turnier verpasst hatte.

2014 waren in den niederländischen Supermärkten während der WM-Endrunde in Brasilien die Umsätze bis zum Halbfinal-Aus der Elftal noch um 50 Millionen Euro gestiegen. Beim WM-Turnier vier Jahre zuvor in Südafrika erreichte der Zuwachs bis zum Endspiel der Niederländer gegen Spanien sogar den Rekordwert von 72 Millionen Euro.

Jubelnde Fans begrüßen portugiesische Nationalmannschaft

Konsequenzen für Färöer nach Wal-Massaker?

Wegen der Beteiligung zweier Nationalspieler an der Abschlachtung von 43 Grindwalen haben ProWal und das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) die Fifa und Uefa aufgefordert, die Färöer-Inseln für internationale Spiele zu sperren. Laut einem Bericht von sport.de sollen die Färinger Spieler Páll Klettskarð und Sørmundur Kalsø an dem Tier-Massaker am 6. Juli im Nordatlantik mitgewirkt haben. Die aktive Teilnahme von Vertretern von Mitglieds-Verbänden an den Walmassakern sei, ebenso wie Rassismus, keine Vorbildfunktion, so die Argumentation des WDSF.

"Herzerl" fordert EM-Rückkehr zu 16 Teams

Der frühere österreichische Nationalspieler Andreas Herzog hat das Niveau der "aufgeblähten" EM in Frankreich kritisiert. "24 Mannschaften sind zu viele, da ist die Qualität nicht mehr gegeben. Die Uefa sollte wieder auf 16 zurückgehen", sagte der 47-Jährige bei Sky Sport News HD.

Für Herzog, der seit 2011 Co-Trainer bei der von Jürgen Klinsmann trainierten US-Nationalmannschaft ist, steht das große Starterfeld in direktem Zusammenhang zum vorsichtigen Fußball, der im vergangenen Monat gezeigt wurde. "In den letzten Turnieren wurde mehr Offensivfußball geboten, diese EM war fad und langweilig", sagte der frühere Spieler von Werder Bremen und Bayern München.

Dass mit Portugal eine weitgehend defensiv ausgerichtete Mannschaft den Titel gewann, passe da ins Bild. "Wenn man zum Schluss den Titel holt, muss man gratulieren. Aber sonderlich sehenswert war das nicht", sagte Herzog. Bei der EM fielen im Schnitt lediglich 2,12 Tore pro Spiel, weniger waren es zuletzt vor 20 Jahren in England gewesen (2,06).