EM-Aus gegen Frankreich

Boateng fällt wegen Verletzung mehrere Wochen aus

Presse in Italien: "Haben Deutschland zerstört". Löw und Schweinsteiger lassen Zukunft offen. Bierhoff kritisiert fehlende Torschüsse.

Marseille/Hamburg. Der Traum vom vierten Europameistertitel für die deutsche Nationalmannschaft ist ausgeträumt. Im Halbfinale unterlag die DFB-Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstagabend im Stade Vélodrome von Marseille Gastgeber Frankreich mit 0:2 (0:1). Dabei lieferte der Weltmeister einen großen Kampf und verlor zumindest um einen Treffer zu hoch.

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Abendblatt.de hält Sie auch nach dem EM-Aus über die deutsche Nationalmannschaft auf dem Laufenden.

Entwarnung bei Jérôme Boateng

Die Oberschenkelverletzung von Jérôme Boateng ist weniger gravierend als befürchtet. "Das erste Gefühl jetzt ist Erleichterung, weil es nicht ganz so schlimm ist", berichtete der Innenverteidiger von Bayern München nach einer Untersuchung in der Praxis von DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Dennoch: Der Bundesliga-Saisonstart mit dem FC Bayern am 26. August könnte gefährdet sein. "Es könnte knapp werden. Es ist eine Muskelverletzung. Ich muss das mit dem Doktor besprechen", sagte Boateng: "Ich bleibe jetzt hier und mache Behandlung, darf dann aber auch ein paar Tage in den Urlaub." Ihn erwarten mehrere Wochen Pause. Für das Spiel gegen den HSV sollte der 27-Jährige aber wieder fit sein. Die Rothosen empfangen die Bayern am 24. September.

Özil mit freundschaftlicher Geste

Mesut Özil hat mit einer starken Geste auf das EM-Aus reagiert. Zwar sei die Enttäuschung über die bittere Niederlage auch einen Tag danach noch genauso groß wie am Vorabend. Dennoch wolle er sich beim Sieger für ein großartiges Turnier bedanken. "Glückwunsch an Frankreich, das ein toller Gastgeber war. Die Mannschaft und die Fans haben es nach dem Terror im November 2015 verdient", schrieb der deutsche Nationalspieler bei Twitter.

Italiener feiern sich für DFB-Aus

Die Presse in Italien hält die eigene Nation für mitverantwortlich am Ausscheiden der DFB-Elf und führt diese Meinung auf das kräftezehrende Viertelfinale für Joachim Löws Mannschaft sowie Schiedsrichter Nicola Rizzoli zurück. Der italienische Unparteiische fiel am gestrigen Abend durch einige umstrittene Entscheidung, die er größtenteils zugunsten der Heimelf auslegte, auf.

Ein nicht ganz unumstrittener Handelfmeter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte brachte die Équipe Tricolore auf die Siegerstraße. Rizzoli entschied bei einem Zweikampf zwischen Bastian Schweinsteiger und Fabrice Evra auf Handspiel des deutschen Kapitäns – eine äußerst harte, aber vertretbare Entscheidung. Die Franzosen selbst hätten von der Aktion selbst wohl gar nichts mitbekommen. Doch Rizzoli, um dessen Ansetzung es angesichts des dramatischen Viertelfinalsieges Deutschlands über Italien es zuvor Diskussionen gegeben hatte, entschied auf Strafstoß.

Die italienischen Pressestimmen:

„Gazzetta dello Sport“: „Deutschland, Italien hat dich zerstört. Ohne Gomez kein Tor, und Müller trifft kein einziges Mal.“

„Corriere della Sera“: „Die Franzosen fliegen ins Finale, nachdem sie Deutschland geschlagen haben: ihren Angstgegner, so wie es Italien für die Deutschen war.“

„Corriere dello Sport“: „Deutschland war nicht in Form, vielleicht waren sie nach der Schlacht gegen Italien müde.“

Pogba tröstet Boateng in Kabine

Freundschaftliche Geste von Frankreichs Mittelfeld-Star Paul Pogba: Der 23-Jährige ging nach dem Spiel in die deutsche Kabine, um dem verletzten Jérôme Boateng mitzuteilen, was für ein überragender Spieler er sei. "Ich und mein Bruder. Er ist der King, er ist DER Spieler", sagte Pogba in einem Video, das er bei Instagram postete. Boateng lächelt etwas gequält und sagte "Glückwunsch" in die Kamera.

Von Storch mit gruseligem Tweet

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch hat mit einem Nationalmannschafts-Tweet einen Shitstorm kassiert. HIER lesen Sie die ganze Geschichte.

Besiktas stellt Gomez Ultimatum

Besiktas Istanbul hat Mario Gomez ein Ultimatum in Sachen Vertragsverlängerung gestellt. Nach Informationen der Zeitung „Fanatik“ muss sich der derzeit verletzte Stürmer bis zu diesem Sonntag entscheiden, ob er beim türkischen Meister bleiben oder diesen verlassen möchte. „Wir werden uns nach dem Turnier zusammensetzen und mit Mario Gomez reden. Wir wollen, dass er bleibt“, zitierte das Blatt Clubchef Fikret Orman. Zugleich verstärkte Orman den Druck auf Gomez und erklärte: „Wenn es nicht klappt, finden wir einen Besseren.“ Dies gelte für den Fall, dass der Stürmer „übertriebene Forderungen“ stelle oder sich zu einem Wechsel entschließe.

Weltmeister abgereist: Bleibt Löw Bundestrainer?
Weltmeister abgereist: Bleibt Löw Bundestrainer?

"Das Ergebnis ist nicht fair"

Egal, bei wem man sich im deutschen Lager nach der Niederlage umhörte, der Tenor war immer derselbe: Deutschland schied unglücklich nach einer spielerisch eigentlich überzeugenden Leistung aus. Nahezu jeder Spieler oder Funktionär nutzte dafür das Wort "dominant". Mittelfeldstratege Toni Kroos ging sogar noch einen Schritt weiter: "Wir haben das beste Spiel der EM gespielt." Für Torhüter Manuel Neuer ist der Gastgeber klar unverdient weitergekommen. "Man hat nicht viel von ihrer vermeintlichen Stärke gesehen, so wie Frankreich hier in der ersten Halbzeit aufgetreten ist. Das Ergebnis ist nicht fair."

Löws Aussagen in der Pressekonferenz

Teammanager Oliver Bierhoff kritisierte die fehlenden Torabschluss trotz aller Dominanz. "Es war unglücklich, aber auch ein bisschen dumm auch." Löw verteilte dennoch "ein Riesenlob" an seine Spieler. "Wir waren klar feldüberlegen und haben ein Riesenspiel gemacht. Frankreich war sehr ängstlich. Natürlich sind wir alle enttäuscht, dass wir kein Tor gemacht haben."

Boateng-Diagnose noch heute

Jérôme Boateng, der sich am rechten Oberschenkel verletzt hat, wird am heutigen Freitag nach der Rückkehr aus Frankreich in München nochmals von Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersucht. Das kündigte Teammanager Oliver Bierhoff an. Dem Abwehrchef droht allem Anschein nach eine mehrwöchige Pause. "Ich denke schon, dass es knapp wird mit dem Saisonstart, ich kann es nicht versprechen", sagte Boateng.

Löw stellt Zukunftsfragen zurück

Joachim Löw hat alle Fragen nach seiner persönlichen Zukunft vorerst zurückgestellt. „Heute Abend kann ich nicht weit vorausgucken, nicht einmal bis morgen früh. Da sitzt der Stachel doch noch tief. Das ist keinen Gedanken wert heute Abend“, erklärte der Bundestrainer nach dem 0:2 auf die Frage, ob das EM-Abschneiden in irgendeiner Form seine Zukunftspläne beeinflusse.

Löw hat mit dem DFB noch einen Vertrag bis nach der Weltmeisterschaft 2018. „Joachim Löw wird das Turnier in Ruhe analysieren. Er ist der Weltmeister-Trainer und wird mit Sicherheit den Titel verteidigen wollen. Ich will den Weg mit ihm gerne weitergehen“, erklärte DFB-Präsident Reinhard Grindel im Marseille.

Wie und wann er das EM-Turnier aufarbeiten werde, sei „schwierig zu beantworten“, sagte Löw: „Wir haben im Vorfeld nicht darüber gesprochen, was machen wir, wenn wir verlieren“. Zwei, drei Tage nach der Rückkehr in die Heimat werde er seine Assistenztrainer und vielleicht auch ein paar Spieler kontaktieren, „wie wir das Turnier jetzt aufarbeiten“, bemerkte der Bundestrainer.

Am 31. August beginnt für die Nationalmannschaft mit einem Testspiel gegen Finnland die neue Saison. Ob Löw dann wieder auf der Bank sitzt, kommentierte der 56-Jährige im ZDF mit der Aussage: „Ich denke mal.“ Es werde „ein bisschen“ dauern, bis er sich vom Schock des EM-Ausscheidens erholt habe.

Island empört über Frankreich-Plagiat

Die Kopie des isländischen "Húh"-Anfeuerungsrituals durch die französischen Fans hat auf Island für Empörung gesorgt. "Es war nett zu sehen, dass der französische Fußball-Verband unsere Anfeuerung in Marseille geehrt hat. Aber niemand kann es besser als Island!", sagte der isländische Verband KSI. Ursprünglich soll diese Form der Fanunterstützung allerdings von den Anhängern des schottischen Clubs FC Motherwell entliehen worden sein. Fans des isländischen Klubs UMF Stjarnan sollen den Schlachtruf nach einem Europacup-Qualifikationsspiel in Motherwell mit auf die heimische Vulkaninsel gebracht haben.

Schweinsteiger sucht Erklärungen

Kapitän Bastian Schweinsteiger hat keine Erklärung für sein Handspiel vor dem Elfmeter. "Ich habe versucht, hinzukommen. Ich kann leider nicht erklären, warum die Hand hochging", sagte der 31-Jährige. "Vielleicht war es einfach eine Reaktion, ein Reflex", meinte Schweinsteiger zerknirscht: "Vielleicht ist da automatisch der Gedanke: Du willst den Ball irgendwie abwehren." Er war offenbar auch von der Situation überrascht gewesen: "Es ist nicht einfach, wenn man Raumdeckung spielt. Außerdem kam der Eckball diesmal anders als sonst, mit Unterschnitt."

EM-Rekord im TV

Neuer Einschaltquoten-Rekord bei der EM: 29,82 Millionen Zuschauer verfolgten, wie sich die deutsche Elf aus dem Turnier verabschiedete. Der Marktanteil lag bei 80,6 Prozent. Den Bestwert einer Europameisterschaft hielt bislang das Halbfinale gegen die Türkei 2008 mit 29,46 Millionen Zuschauern. Damals lag der Marktanteil mit 81,5 Prozent sogar etwas höher. Besucher von Public Viewings und Kneipengänger sind bei den Messungen nicht berücksichtigt.

Presse baut Griezmann ein Denkmal

„La Provence“: „Merci. Ein großgeschriebenes MERCI, das größtmögliche für diese sportliche Heldentat und für diesen seltenen Moment, den ihr uns geschenkt habt. Ihr habt gewonnen, was man das 'Spiel des Jahrhunderts genannt hatte'. (...) Kolossal. Die Legende des 7. Juli. Griezmann, der Euro-Star.“

„Le Figaro“: „Und am Ende, dieses Mal, hat Frankreich gewonnen. Ein Sieg für die Geschichte. Sie haben es geschafft! Ein Erfolg, der in der Geschichte des französischen Fußballs verewigt sein wird. Gegen Deutschland, den Weltmeister. Der Angstgegner seit 1958.“

„L'Équipe“: „Die Ekstase. Macht des Schicksals. Die französische Mannschaft steht im Finale der Euro wie die Generation Platini 1984, wie die Generation Zidane 2000, und man muss sich nicht am Kopf kratzen, um ihr jetzt einen Namen zu geben: Antoine Griezmann.“

„La Marseillaise“: „Im Finale! Am Ende gewinnt Frankreich.“

„Libération“: „Griezmann streckt Deutschland nieder. Frankreich ist im Finale. Beherrscht in der ersten Halbzeit, schaffen es 'Les Bleus' dank eines großzügigen Elfmeters und einer Gala von Griezmann.“

„Aujourd'hui“: „Was für ein Fuß! Dank eines Doppelpacks von Griezmann schlagen 'Les Bleus' Weltmeister Deutschland. Griezmann Präsident.“

2:0 gegen Deutschland: Frankreich feiert blau-weiß-rote Party
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Kahn kritisiert Neuer

Beim zweiten Gegentreffer sahen gleich mehrere Spieler nicht gut aus. Nach dem haarsträubenden Ballverlust von Joshua Kimmich ließ sich der eingewechselte Verteidiger Shkodran Mustafi von Paul Pogba austanzen, dessen Flanke legte Manuel Neuer beim Herauslaufen schließlich direkt vor die Füße Antoine Griezmans, der an Bastian Schweinsteiger, Benedikt Höwedes, Jonas Hector und dem deutschen Torhüter vorbei nur noch einschieben musste.

Für sein Verhalten musste sich Neuer anschließend Kritik von Vorvorgänger Oliver Kahn gefallen lassen. "Er muss das technisch anders lösen", urteilte der ZDF-Experte. "Besser wäre sicher gewesen, die rechte Hand, die sogenannte Überhand zu nehmen und zu fausten. So legt er dem Gegner den Ball direkt vor die Füße."

Boateng erleidet Oberschenkelverletzung

Jérôme Boateng hat sich im Halbfinale eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Über das Ausmaß der Muskelverletzung konnte der DFB in der Nacht zum Freitag noch keine genauen Angaben machen. Der 27 Jahre alte Innenverteidiger hatte sich in Marseille bei einem langen Pass ohne Einwirkung eines Gegenspielers verletzt und musste beim Stand von 0:1 ausgewechselt werden. Nach dem EM-Aus des DFB-Teams ist für die Nationalspieler zunächst bis August Wettkampfpause.

Schweinsteiger lässt Zukunft offen

Bastian Schweinsteiger hat nach dem Aus keine konkrete Aussage über seine Zukunftspläne in der Nationalmannschaft getroffen. „Wie ich vor dem Turnier gesagt habe, habe ich da nicht drüber nachgedacht. Ich habe die ganze Energie, die ich habe, hier in das Turnier reingelegt“, sagte der 31-Jährige in der Nacht.

„Natürlich ist es sehr enttäuschend, dass du ausscheidest. Aber ich glaube, der Weg der Mannschaft geht mit Sicherheit weiter“, erklärte der 120-malige Nationalspieler. Wie es bei ihm weitergehe, müsse er erstmal abwarten.

Schweinsteiger hatte sich nach zwei Knieverletzungen im EM-Jahr wieder an das Team herangekämpft und stand gegen den Turnier-Gastgeber erstmals in Frankreich in der Startformation. „Nach den zwei Verletzungen war das nicht so einfach“, schilderte der Kapitän seine schwierige EM.

Ob es sein letztes Turnier mit der DFB-Auswahl war, ist offen. Über die Zukunft habe man mit den Spielern noch nicht gesprochen, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. „Nach so einer Phase braucht jeder erstmal Zeit und Abstand und dann sehen wir weiter.“

EM-Finale verpasst: DFB-Team scheitert an Frankreich
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DFB-Spielern bleibt Trostpflaster

Den deutschen Nationalspielern bleibt jeweils ein Trostpflaster von 100.000 Euro. Diese Prämie hatten sich Kapitän Bastian Schweinsteiger und Co. bereits durch den Einzug in die Vorschlussrunde gesichert. Bei einem Sieg gegen den EM-Gastgeber hätte sich die Prämie auf 150.000 Euro erhöht, der Titelgewinn hätte den Spielern jeweils 300.000 Euro auf das Konto gespült. Dieselbe Summe wartet auch auf die Franzosen im Falle des Triumphs im Finale.

Ballack sendet Spitzen gegen Deutschland

Der ehemalige Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack hat Frankreich als verdienten Sieger bezeichnet. "Frankreich hat den Sieg total verdient", sagte Ballack als Experte des US-Senders ESPN. "Sie haben großartig gespielt. Sie haben gewartet und Deutschland kommen lassen, und das funktioniert sehr gut mit einem fantastischen Griezmann, mit einem fantastischen Pogba, Payet - alles in allem: hochverdient." Die deutsche Elf, ergänzte Ballack, habe im Gegensatz zu den Franzosen auch nie "die richtige Mannschaft" gefunden.

Den von Bastian Schweinsteiger verursachten Handelfmeter bezeichnete Ballack als "hundertprozentig" berechtigt: "Er ist zu spät dran. Und dann versucht er, mit der Hand zu korrigieren, sonst hätte er den Ball nicht erreicht." Die deutsche Mannschaft habe zwar die meiste Zeit den Ball gehabt, "aber sie konnten keine richtigen Chancen kreieren, außer vielleicht in den letzten zehn, fünf Minuten, als sie alles nach vorne geworfen haben."

Champs Elysees mit Tränengas geräumt

Die französischen Fans haben den dritten Finaleinzug bei einer EM nach 1984 und 2000 in Paris frenetisch gefeiert. Die mit 92.000 Menschen voll besetzte Fanmeile auf dem Marsfeld direkt am Eiffelturm verwandelte sich nach dem Schlusspfiff in ein Fahnenmeer der Tricolore, die Tausenden Fans stimmten die Marseillaise an.

Allerdings gab es auch unschöne Szenen: Auf der Prachtstraße Champs Elysees kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einer Gruppe Jugendlicher und der französischen Polizei. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, zündeten die Jugendlichen Feuerwerkskörper und warfen Steine, Flaschen und andere Gegenstände auf die Beamten, welche die Szene mit Tränengas auflösten.

Jubel in Frankreich - Trauer bei den deutschen Fans
Jubel in Frankreich - Trauer bei den deutschen Fans

Podolski will "auf jeden Fall" weitermachen

Lukas Podolski will in der Nationalmannschaft weitermachen. "Auf jeden Fall", antwortete der Spieler mit den drittmeisten Länderspieleinsätzen (129) auf eine entsprechende Frage nach dem Spiel. "Ich stehe voll im Saft, auch wenn ich eine 3 vorne habe. Ich muss mich vor keinem verstecken. Das habe ich bei dieser EM wieder gesehen. Und der Trainer kann das bestätigen", sagte der 31-Jährige.

Podolski spielte bei dieser EM nur 18 Minuten, als er im bereits entschiedenen Achtelfinale gegen die Slowakei beim Stande von 3:0 eingewechselt wurde. Schweinsteiger traf beim 2:0 gegen die Ukraine im ersten Gruppenspiel, wurde insgesamt viermal eingewechselt und stand gegen Frankreich in der Startelf.

Schönes Trostpflaster für die Deutschen

Den deutschen Nationalspielern bleibt nach dem Aus jeweils ein Trostpflaster von 100.000 Euro. Diese Prämie hatten sich Kapitän Bastian Schweinsteiger und Co. bereits durch den Einzug in die Vorschlussrunde gesichert.

Bei einem Sieg gegen Frankreich hätte sich die Prämie auf 150.000 Euro erhöht, der Titelgewinn hätte den Spielern jeweils 300.000 Euro auf das Konto gespült. Die Franzosen würden bei einem EM-Triumph im eigenen Land ebenfalls 300.000 Euro pro Spieler kassieren.

Getrennter Abflug

Die DFB-Tross fliegt am Freitagvormittag nach Deutschland zurück. Spieler, Trainer und Betreuer reisen allerdings nicht gemeinsam zu einem Zielort. Es wird ab Marseille Maschinen nach Düsseldorf, Frankfurt/Main und München geben.

Griezmann negiert Favoritenrolle

Frankreichs neuer Nationalheld Antoine Griezmann sieht die Équipe tricolore im Endspiel am Sonntag gegen Portugal (21 Uhr/ARD) nicht in der Favoritenrolle. "Nein, wir sind nicht im Vorteil. Es gibt eine 50:50-Chance. Wir werden die Füße auf dem Boden halten und uns darauf konzentrieren, zu 100 Prozent vorbereitet zu sein", sagte Griezmann.

Seinen eigenen Einfluss auf den Sieg gegen Deutschland spielte der Doppeltorschütze herunter. "Es war auf jeden Fall eine Mannschaftsleistung. Ich bin aber äußerst glücklich und sehr stolz", sagte Griezmann, der nun schon sechs Turniertreffer erzielte. Bei seinem Abstauber zum spielentscheidenden 2:0 war Löw nicht zufrieden mit dem Defensivverhalten seiner Mannschaft. "Da müssen wir natürlich eine Lösung finden und den Ball klären."

Statistik

Deutschland: Neuer/Bayern München (30 Jahre/71 Länderspiele) - Kimmich/Bayern München (21/5), Boateng/Bayern München (27/65) ab 61. Mustafi/FC Valencia (24/12), Höwedes/Schalke 04 (28/49), Hector/1. FC Köln (26/20) - Can/FC Liverpool (22/7) ab 67. Götze/Bayern München (24/56) - Schweinsteiger/Manchester United (31/120)ab 79. Sane/Schalke 04 (20/4), Kroos/Real Madrid (26/71) - Özil/FC Arsenal (27/79), Draxler/VfL Wolfsburg (22/24) - Müller/Bayern München (26/77) - Trainer: Löw

Frankreich: Lloris/Tottenham Hotspur (29 Jahre/81 Länderspiele) - Sagna/Manchester City (33/63), Koscielny/FC Arsenal (30/35), Umtiti/Olympique Lyon (22/2), Evra/Juventus Turin (35/79) - Pogba/Juventus Turin (23/37), Matuidi/Paris St. Germain (29/50) - Sissoko/Newcastle United (26/43), Griezmann/Atletico Madrid (25/33) ab 90.+2 Cabaye/Crystal Palace (30/48), Payet/West Ham United (29/25) ab 71. Kante/Leicester City (25/8) - Giroud/FC Arsenal (29/54) ab 78. Gignac/UANL Tigres (30/32). - Trainer Deschamps

Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)

Tore: 0:1 Griezmann (45.+2, Handelfmeter), 0:2 Griezmann (72.)

Zuschauer: 64.078 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Can, Schweinsteiger (2), Özil (2), Draxler - Evra, Kante (3)

Torschüsse: 17:14

Ecken: 6:5

Ballbesitz: 64:36 %

Zweikämpfe: 64:84