Europa League

Klopp nach dem 4:3: "Fragen Sie mich nicht so einen Scheiß"

Erlebte nach eigenem Bekunden gegen Dortmund eines seiner denkwürdigsten Spiele als Trainer: Liverpools Coach Jürgen Klopp

Erlebte nach eigenem Bekunden gegen Dortmund eines seiner denkwürdigsten Spiele als Trainer: Liverpools Coach Jürgen Klopp

Foto: Imago/BPI

Liverpools deutscher Trainer spricht nach dem Last-Minute-Sieg gegen seine alte Liebe Borussia Dortmund über seine Emotionen.

Liverpool. Nach dem wundersamen 4:3 (0:2)-Triumph über seine alte Liebe Borussia Dortmund und dem damit verbundenen Last-Minute-Einzug ins Halbfinale der Europa League stellte sich Liverpools deutscher Trainer Jürgen Klopp an der Anfield Road den Fragen der Medienvertreter.

Frage: Herr Klopp, 4:3 gegen Ihren Ex-Klub durch ein Tor in der Nachspielzeit. Wie emotional war das für Sie?

Jürgen Klopp: Es ist wirklich kaum zu glauben, was hier passiert ist. Das war europäischer Fußball at it's best. Unglaublich, wunderbar. Mein rechter Arm tut weh, ich weiß gar nicht, warum. Es war sehr intensiv, aber eine große Nacht.

Zur Pause hat Ihr Team 0:2 zurückgelegen, später 1:3. Haben Sie zwischenzeitlich den Glauben verloren?

Klopp: Es war schwer, den Kopf oben zu halten, aber wir hatten einen Schwur. Wir wollten Charakter zeigen, und das haben die Jungs mehr als getan. So etwas passiert selten, aber wenn, ist es umso unglaublicher. Für jeden, der hier war. Wir haben nie aufgegeben. Nach dem 1:2 konnte jeder sehen, spüren, riechen, dass hier etwas passiert. Und man lernt wieder aus diesem Spiel, dass man nie aufgeben darf. Man muss immer leidenschaftlich sein, immer daran glauben.

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War der Sieg verdient oder glücklich?

Klopp: Am Ende hätte alles passieren können, aber jeder hier im Stadion wird sagen, dass es verdient war. Ein bisschen glücklich natürlich, wenn du in der 92. Minute ein Tor schießt. Aber großartig. Wir haben so viel durchgemacht in diesem Spiel. Und dann das vierte Tor zu machen, ist verrückt, einfach unglaublich.

Durch einen Europa-League-Sieg könnte sich Liverpool auch noch für die Champions League qualifizieren...

Klopp: Fragen Sie mich nicht so einen Scheiß. Daran denke ich an so einem intensiven Abend überhaupt nicht. Wir haben nicht eine Sekunde an die Champions League gedacht. Wir haben erst einmal ein Halbfinale gegen einen auf jeden Fall sehr starken Gegner.

Ganz Liverpool hat bei diesem Spiel an das legendäre Champions-League-Finale 2005 gegen Mailand gedacht, als Liverpool nach einem 0:3-Halbzeitrückstand den Titel gewann.

Klopp: Wir sollten es nicht miteinander vergleichen. Dieses Spiel steht für sich selbst. Und es war diese Mannschaft, die das Spiel gewonnen hat. Nicht die von Istanbul.

War dieses das emotionalste Spiel, das sie je erlebt haben?

Klopp: Ich habe etwa 500 Spiele als Trainer erlebt, aber es gab vielleicht fünf Spiele dieser Art. Die muss ich nicht miteinander vergleichen. Ich genieße es einfach und werde es sowieso nie vergessen. Anfield ist ein Ort für große Fußball-Momente. Wir kennen unsere Verantwortung, hier ein paar weitere schöne Geschichten zu schreiben. Heute war eine davon.