Sommermärchen

Sepp Blatter: "Jetzt kann ich sagen, was ich weiß"

Nichts hören, noch weniger sagen: Fußball-Funktionär Joseph S. Blatter

Nichts hören, noch weniger sagen: Fußball-Funktionär Joseph S. Blatter

Foto: Imago/EQ Images

Ex-Fifa-Präsident ist nun doch bereit, zum deutschen WM-Skandal auszusagen. Auch eine Putin-Einladung will Blatter nicht ausschlagen.

Zürich. Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter wäre zu einer Aussage im Skandal um das deutsche Sommermärchen nun doch bereit. "Ich habe mich nicht geäußert, denn ich war ja der Präsident. Jetzt kann ich sagen, was ich weiß", sagte Blatter in Zürich der Deutschen Presse-Agentur vor seinem 80. Geburtstag am Donnerstag. Die Behauptung von Franz Beckenbauer, die Fifa habe im Vorfeld der WM 2006 einen Vorschuss von 10 Millionen Franken für einen späteren WM-Zuschuss verlangt, wies Blatter erneut zurück.

"So lange ich in der Fifa war, hat es so etwas nicht gegeben. Das halte ich für unglaubwürdig und falsch. Das ist abstrus.“ Warum im Jahr 2002 dieser Betrag über die Schweiz auf dem Konto einer Firma des damaligen Fifa-Vorstandes Mohamed bin Hammam in Katar landete, kann sich Blatter nach eigener Aussage nicht erklären. "Sicher sieht das komisch aus. Aber das ist ein deutsches Problem“, sagte der Schweizer.

Blatter rechnet mit eigenem Freispruch

Bezüglich seiner eigenen Ethiksperre rechnet Blatter selbst weiter mit einer baldigen Aufhebung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS. "Ich hoffe, dass das Mitte April erledigt ist“, sagte er.

Die Ethikkommission des Weltverbandes hatte Blatter wegen mehrerer Verstöße für acht Jahre gesperrt. Die Fifa-Berufungskommission hatte diese mit Verweis auf die großen Verdienste des Langzeit-Präsidenten Ende Februar auf sechs Jahre reduziert.

Blatter wird vorgeworfen, dem ebenfalls gesperrten Uefa-Präsidenten Michel Platini im Jahr 2011 unerlaubt zwei Millionen Schweizer Franken überwiesen zu haben. Die Ethikhüter hatten wegen Bestechung eine lebenslange Sperre gefordert. Ein Freispruch Blatters vor dem CAS gilt als praktisch ausgeschlossen.

Blatter will Putin-Einladung annehmen

Spätestens bei der WM in Russland will Blatter aber in die Fußball-Familie zurückkehren. "2018 werde ich ganz bestimmt dabei sein. Es steht ja die Einladung von Staatspräsident Putin“, sagte er.

Blatters Fifa-Karriere in Bildern: