Bundesliga-Trainer

Thomas Schaafs Verpflichtung macht auch Frankfurt froh

Thomas Schaaf knurrt ab sofort an der Seitenlinie von Hannover 96

Thomas Schaaf knurrt ab sofort an der Seitenlinie von Hannover 96

Foto: SebastianWidmann / WITTERS

Der 54-Jährige soll Hannover 96 ein weiteres Jahr Bundesliga-Fußball bescheren. Club-Boss Kind verspricht weitere Transfers.

Thomas Schaaf soll Hannover 96 vor dem Abstieg retten. Der 54 Jahre alte Trainer wurde am Montag verpflichtet und tritt die Nachfolge von Michael Frontzeck an, der zwei Tage nach dem Ende der Hinrunde zurückgetreten war.

Der langjährige Coach von Werder Bremen erhält in Hannover einen Vertrag bis 2017, der nur für die Erste Liga gilt. „Seine Vita und seine Erfahrung sprechen für sich“, sagte Sportchef Martin Bader. „Er hat jahrzehntelang erfolgreich in der Bundesliga gearbeitet.“ Des Weiteren habe er „in den Gesprächen von den ersten Minuten an gespürt, dass Thomas sich mit dieser Aufgabe vollumfänglich identifizieren kann“.

Schaaf-Verpflichtung macht Frankfurt froh

Auf Schaaf wartet in Hannover eine schwierige Aufgabe. Nach der schlechtesten 96-Hinserie seit dem Wiederaufstieg steht der niedersächsische Erstligist auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der in der Vorsaison fünf Tage vor Saisonende geholte Frontzeck hatte den Klassenverbleib geschafft, aber in 17 Spielen der neuen Serie nur 14 Punkte geholt. „Die Schwere der Aufgabe ist mir bewusst“, sagte Schaaf.

Seine Verpflichtung löst auch bei Liga-Rivale Frankfurt Freude aus. Nach Kicker-Informationen spart die Eintracht 600.000 Euro Gehalt für den Fußball-Lehrer. Schaaf hatte in Frankfurt trotz seines Rücktritts im Mai noch einen gültigen Vertrag bis Sommer 2016. Es ist durchaus denkbar, dass die abstiegsbedrohten Hessen den unerwarteten Geldsegen direkt wieder in Winter-Transfers reinvestieren.

96-Boss Kind kündigt Transfers an

„Es war nicht schwierig, ihn zu überzeugen“, sagte Clubchef Martin Kind, der Schaaf als „Wunschtrainer“ bezeichnete. „Wir sind vollumfänglich von ihm überzeugt. Er passt zu 96.“ Der mächtige Mann im Verein gilt schon lange als Schaaf-Fan.

Der 96-Boss hat bereits erkannt, dass der Kader wohl nicht bundesligatauglich ist, und versprach, Geld für Neuzugänge im Winter in die Hand zu nehmen. Bereits vor der Verpflichtung des neuen Trainers wurden zwei neue Spieler unter Vertrag genommen. Für das offensive Mittelfeld holte Hannover den Norweger Iver Fossum. Im defensiven Mittelfeld spielt in Zukunft der japanische Nationalspieler Hotaru Yamaguchi. Es sollen noch weitere Spieler folgen. Vor allem ein Stürmer wird verzweifelt gesucht. Im Gespräch ist der Ungar Adam Szalai, der in der Hinrunde nur viermal zum Einsatz für die TSG Hoffenheim kam.

Kinds erstes Versprechen, als neuen Trainer Schaaf oder Lucien Favre zu holen, hielt der bei den Fans umstrittene Club-Präsident bereits. Für das zweite hat er noch bis 31. Januar, wenn das Transferfenster schließt, Zeit.

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