Türkischer Fußball

Mutmaßliche Attentäter auf Fenerbahce-Bus festgenommen

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Fenerbahces Trainer Ismail Kartal und die Spieler Emre Belezoglu (r.) und Bekir Irtegun (l.)sichtlich geschockt hinter der Windschutzscheibe mit den Einschusslöchern

Fenerbahces Trainer Ismail Kartal und die Spieler Emre Belezoglu (r.) und Bekir Irtegun (l.)sichtlich geschockt hinter der Windschutzscheibe mit den Einschusslöchern

Foto: STRINGER / REUTERS

Die türkische Polizei hat zwei Verdächtige gefasst. Ex-Bundesligaprofi Michal Kadlec beschreibt den Moment als "blanken Horror".

Istanbul. Die türkische Polizei hat offenbar den Schützen des Anschlags auf den Mannschaftsbus von Fenerbahce Istanbul sowie seinen Komplizen festgenommen. Das erklärte der Gouverneur von Trabzon am Dienstag. "Zwei Verdächtige sind festgenommen, sie werden verhört", sagte Adil Celal Öz. Der Komplize habe den Schützen per Mobiltelefon über die Position des Busses informiert, hieß es weiter.

Bei dem Angriff nach dem 5:1-Auswärtssieg am Sonnabend gegen Caykur Rizespor hatten Unbekannte den Bus des Klubs der beiden ehemaligen Bundesliga-Profis Diego und Michal Kadlec auf dem Weg zum Flughafen in der nordtürkischen Schwarzmeerstadt Trabzon beschossen.

Kadlec, hat die Schüsse als „eine geplante Operation“ bezeichnet. „Da wusste jemand, dass wir über eine Brücke fahren müssen“, sagte der Ex-Spieler von Bayer 04 Leverkusen (2008 bis 2013) der „Bild“-Zeitung. „Dann wurde auf uns geschossen. Ein Wunder, dass die Sache so ausgegangen ist.“

Nach Polizeiangaben wurde der Fahrer bei dem Beschuss des Fahrzeugs offenbar mit einer Schrotflinte durch berstende Glassplitter hauptsächlich im Gesicht verletzt und musste operiert werden. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Ärzte nicht.

„Ich habe gehört, dass es ihm bessergehen soll und er sprechen würde“, sagte Kadlec, der 2013 von Leverkusen zu Fenerbahce gewechselt war. Laut dem Zeitungsbericht saß der 30-Jährige in der sechsten Reihe, als der Bus beschossen wurde. "Alles war ruhig. Ich schrieb eine Nachricht, als es plötzlich knallte. Der Bus geriet ins Schleudern. Ich dachte, ein Reifen wäre geplatzt. Der Sicherheitsmann neben dem Fahrer schrie: Halt an! Dann sprang unser Teamarzt drei Reihen vor mir auf. Für die Leute vorne war es der blanke Horror“, beschreibt Kadlec die Situation.

Der Verein hatte zuvor schon von einem „organisierten und geplanten bewaffneten Angriff“ gesprochen.

Keine Liga-Spiele am kommenden Wochenende

Nachdem die erste Liga am Sonntag fortgesetzt worden war, sagte die türkische Fußball-Liga den kommenden Spieltag ab. „Wir werden nicht Fußball spielen, bis die Täter gefunden sind“, hatte Fenerbahces Vize-Präsident Deniz Tolga Aytore betont. Zuvor hatte Fenerbahce am Montag erklärt, bis zur Aufklärung des Anschlags keine Spiele mehr zu bestreiten.

( (HA/dpa/sid) )

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