Nachspiel

Von wegen Hammergruppe

Ein Kommentar von Andreas Hardt

Also – Brasilien nicht. Aber das wussten wir ja schon vorher. Die Niederlande, das könnte sein. Oder Italien. Griechenland? Die Fifa hat die vier Töpfe für die WM-Auslosung am Freitag gefüllt. Und jetzt können wir alle drei Tage lang kräftig über Ländernamen spekulieren. Wer mit wem, wie sind die Chancen, ist das schwer und warum nicht? Welch ein Spaß.

Erstaunlich bei der Regulierungslust der Welt-Fußball-Oberen um Präsident Joseph Blatter ist ja, dass es überhaupt noch die theoretische Möglichkeit unterschiedlich schwerer Vorrundengruppen gibt. Man hat doch schon versucht, so weit wie möglich den Zufall auszuschließen.

Keinesfalls dürfen mehr als zwei Europäer in eine Gruppe. Keinesfalls dürfen zwei Afrikaner in der Vorrunde gegeneinander spielen oder zwei Asiaten. Das wird natürlich mit geografischer und sportlicher Ausgeglichenheit begründet. Es hat aber auch damit zu tun, dass die Fifa dafür Sorge tragen will, dass die Vertreter ihrer stärksten Märkte so lange wie möglich im Geschäft bleiben. Das hat mit Fernsehrechten, Einschaltquoten und Werbeverträgen zu tun und mit den Summen, die man dafür aufrufen kann.

Deutschland ist als Gruppenkopf gesetzt. Und kann nun in aller Ruhe abwarten, wer am Freitag dazugelost wird. Denn die Wahrheit ist ja, dass die anderen Nationen inzwischen Angst davor haben, mit der Mannschaft von Joachim Löw zusammenzutreffen. Sogar Italien.

Die viel zitierte „Hammergruppe“, die gibt es bei der WM höchstens für die anderen. Bei uns gibt es sie nur im Baumarkt. Mit großer Auswahl. Gleich neben der Sägengruppe.