Hermes wird DFL-Sponsor

Paketbote bringt neue Trikots für die Bundesligaclubs

Der Hamburger Logistik-Dienstleister Hermes steigt zur Rückrunde als Premiumpartner ein. Das Logo kommt auf die Trikotärmel.

Hamburg. Die schlechte Nachricht vorab: Die Fußballanhänger in Deutschland müssen, wollen sie sich weiter mit den aktuellsten Trikots ihres Vereins kleiden, ab der Rückrunde die Fanshops aufsuchen und sich neue Shirts besorgen. Die gute Nachricht kommt der Basis nur indirekt zugute: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat für Ihre Lieblingsclubs eine neue, lukrative Einnahmequelle aufgetan.

Wenn am Freitagabend Schalke 04 und der 1. FC Nürnberg die Rückrunde der Bundesliga eröffnen, wird das Logo des neuen Premiumpartners Hermes, der in Hamburg seine Zentrale unterhält, erstmals zu sehen sein: Es ziert die linken Trikotärmel der 36 Erst- und Zweitligaclubs. 2009 war mit der Deutschen Telekom an dieser prominenten Stelle zuletzt ein Sponsor vertreten.

Viereinhalb Jahre läuft die Kooperation und soll der DFL - und damit den Clubs - knapp über acht Millionen Euro pro Jahr einbringen. Für die neue Partnerschaft holte sich der Verband das einstimmige Okay aller Vereine ab. "Die Bundesliga ist die am besten vermarktete Liga in ganz Europa", konnte Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, stolz verkünden. Zwei Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften die beiden Profiligen mittlerweile pro Saison, 18,8 Millionen Menschen sahen in der vergangenen Saison die Spiele live. Unter Seiferts Führung konnte die DFL im vergangenen Jahr auch einen neuen Rekorderlös bei den TV-Rechten erzielen. Ab 2013 erhöhen sich die Einnahmen bis 2017 auf 628 Millionen Euro pro Saison. Seit seinem Amtsantritt 2005 belaufen sich die Medieneinnahmen auf über vier Milliarden Euro.

Zur feierlichen Präsentation der Partnerschaft hatte der Logistik-Dienstleister am Montag hochkarätigen Besuch: Seifert brachte die Original-Meisterschale mit ins Otto Forum in der Wandsbeker Straße. Nicht ohne Grund. Anlässlich des 50. Bundesliga-Jubiläums geht das Unternehmen ab März mit der Schale auf eine deutschlandweite Trophy Tour. In sieben Städten wird den Fußballfans, darunter auch Hamburg, erstmals die Möglichkeit gegeben, die "Salatschüssel" so nah wie nie zu begutachten, wie Hanjo Schneider, CEO Hermes Europe, während der Talkrunde mit Seifert und Moderator Gerhard Delling, der extra für einen Tag von der Handball-WM in Spanien einflog, erklärte. Der Start ist in Dortmund geplant, auch in München und Berlin wird Station gemacht.

Das Unternehmen, das 1972 von Konzernmutter Otto als hauseigener Zustelldienst gegründet wurde, fiel bislang im Sportbereich vor allem durch die inzwischen siebenjährige Partnerschaft mit dem früheren Formel-1-Rennfahrer Mika Häkkinen auf. Als Premiumpartner wird Hermes nun während der Spiele nicht nur auf den Ärmeln, sondern auch auf der Auswechseltafel, bei den Ballboten und der Überreichung der Meisterschale am letzten Spieltag präsent sein.

Mit seiner langfristig angelegten Werbeoffensive im Fußball versucht Hermes, vor allem durch den Paketservice bekannt, seinen Bekanntheitsgrad national und auch international weiter zu steigern - mittlerweile ist die Bundesliga in 208 Ländern weltweit zu sehen. "Nur Kuba fehlt noch, da müssen wir mal hinfahren", sagte Seifert zu Schneider, der wiederum hofft, sich im stetig wachsenden Markt des globalen Transports eine Stellung zu erarbeiten, wie es bei Papiertaschentüchern einmal "Tempo" gelang.

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