Menschlich gesehen

Der Buersche

"Nur wer seine Wurzeln achtet, kann Großes erreichen." Manuel Neuer hat diesen Sinnspruch einmal als sein Lebensmotto bezeichnet, und kein Satz beschreibt in dieser Kürze und Prägnanz wohl besser die Einstellung des deutschen Fußball-Nationaltorhüters. Unter seinem Trikot trägt der heute 24-Jährige weiter ein T-Shirt des Schalker Fanklubs "Buerschenschaft", dem Neuer, aufgewachsen in Gelsenkirchen-Buer, seit frühester Jugend angehörte. Im alten Parkstadion stand er in der Kurve und jubelte seinen Idolen zu. Die hießen damals Ingo Anderbrügge, Mike Büskens und Jens Lehmann.

Neuer steht für die neue Generation Nationalspieler, die in Südafrika nach dem vierten WM-Titel greift. Sie zeichnet Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit und Zielstrebigkeit aus. Einer wie Neuer betritt zum Training als Erster den Platz und verlässt ihn als Letzter. Er hasst Fehler, aber er weiß auch, dass sie zu einem karrierelangen Lernprozess gehören. Und sollte er bei seiner Suche nach Perfektion dennoch die Orientierung verlieren, und die nicht nur beim Herauslaufen, bringt ihn seine Mutter schnell wieder in die Spur. Die gebe ihrem Manuel ganz schön Feuer, erzählen sich seine Mitspieler.

Sorgen muss sie sich um ihren Sohn keine machen. Er gilt als der deutsche Torhüter mit den größten Perspektiven. Darum will ihn der FC Bayern nach München holen. Charakter ist im deutschen Fußball wieder gefragt.