Gladbach siegt weiter, muss aber länger auf Herrmann verzichten

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Der verletzte Borusse wird auch gegen den HSV am Freitag fehlen

Kaiserslautern. Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre fand nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft am Sonnabend beim 1. FC Kaiserslautern harte Worte: "Das war absolut nicht bundesligareif", entfuhr es dem 54-Jährigen. Er meinte allerdings nicht das erneut starke Spiel seiner Mannschaft, sondern nur den kaum bespielbaren Rasen im Fritz-Walter-Stadion. Sportlich hatte Favre dagegen wenig zu meckern: Zunächst traf Patrick Herrmann (9.) sehenswert zum 1:0, dann erhöhte Juan Arango (14.) noch ansehnlicher auf 2:0. Und selbst der ebenfalls hübsch anzusehende Anschlusstreffer durch Leon Jessen (63.) störte den Schweizer nicht wirklich - im Gegensatz zur schweren Verletzung von Torschütze Herrmann, der kurz vor der Halbzeit mit einem Schlüsselbeinbruch vom Feld musste. "Er war sehr gut drauf, es macht mich sehr traurig, vor allem für ihn", sagte Favre, der mit einer mindestens sechswöchigen Pause des U21-Nationalspielers rechnet.

Nach dem Aus von Herrmann wurden die Angriffe der Gladbacher weniger zwingend, Lautern kämpfte sich ins Spiel. Vor gut einem Jahr war Gladbach Tabellenletzter, kämpfte wie Kaiserslautern um den Klassenerhalt. "Wir wissen, wie sich der Abstiegskampf anfühlt", sagte Igor de Camargo nach der Partie, an deren Ende der neue Tabellenzweite zwar wackelte, aber nicht stürzte. "Vor einem Jahr hätten wir noch das 2:2 bekommen, wir haben als Team sehr viel dazugelernt", sagte Nationalspieler Marco Reus, der als Vorbereiter bei der 2:0-Führung glänzte. Juan Arango vollendete mit dem Außenrist ins lange Toreck. "Wir haben es leider nicht geschafft, das dritte Tor zu machen", übte Trainer Favre sehr leise Kritik an seiner Mannschaft. Er lobte die Gastgeber und sagte: "Hier werden nicht viele Mannschaften gewinnen."

Die Statistik stellt der Mannschaft von Marco Kurz dagegen ein schlechtes Zeugnis aus: Sein Team konnte erst zweimal auf dem berühmten Betzenberg gewinnen - die in der Vergangenheit berüchtigte Heimstärke der Pfälzer ist verloren. Insgesamt wartet der FCK zudem seit 12 Spielen auf einen Sieg. "Das sind die Fakten. Es ist alles viel, viel schwieriger als im vergangenen Jahr. Aber wir können ja nicht einfach aufhören", sagte Christian Tiffert. Zumindest konnten die Lauterer beweisen, dass selbst Gladbach schlagbar ist. Zur Erinnerung: Am Freitag trifft die Borussia auf den HSV.

( (HA/dapd) )