Seeler traut DFB-Team den Titel zu

Torjäger-Legenden präsentieren den neuen Bundesliga-Ball - Schweinsteiger pausiert

Erasmia. Solch ein geballtes Aufgebot an Top-Torjägern hat es wohl noch nie gegeben. Weil die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Gelegenheit nutzte, vor den Augen der versammelten deutschen Medienlandschaft den neuen Einheitsball der Bundesliga von Adidas mit dem Namen "Torfabrik" (ein "Jabulani" in anderen Farben) vorzustellen, kamen neben Lukas Podolski und Thomas Müller auch Uwe Seeler, Rudi Völler und Gerd Müller mit DFL-Chef Reinhard Rauball und dem Adidas-Vorstandsvorsitzenden Herbert Hainer zur Präsentation.

Logisch, dass die Stürmer-Legenden nach der jüngsten Gala gegen Australien nicht mit Lob geizten. "Er ist mein Stürmer Nummer eins", hob Gerd Müller seinen Namensvetter hervor. "Er kann alles. Er ist mit dem Kopf stark, kann aber auch links und rechts schießen." Rudi Völler wird sich wohl wehmütig an die WM 2004 erinnert haben, als ihm diese Nachwuchsspieler noch fehlten: "Es ist ein Geschenk, wenn du so einen Spieler wie Müller hast. Mit dieser Mannschaft muss Joachim Löw niemanden fürchten." Seeler, der die Nationalmannschaft als Mitglied der DFB-Delegation in Südafrika begleitet, sprach sogar schon vom Finale und dem möglichen Gewinn des WM-Titels: "Diese Mannschaft ist in der Lage, das Endspiel zu erreichen. Und dann ist alles möglich."

Thomas Müller richtete den Blick auf das zweite Gruppenspiel gegen Serbien am Freitag in Port Elizabeth und vermied dabei jeglichen Überschwang: "Es wird ein gefährliches Spiel, ein enges Ding", warnte er vor den Serben, die nach einem 0:1 gegen Ghana mit dem Rücken zur Wand stehen. "Wenn wir 0:2 verlieren, werden wir wieder zerfleischt", verdeutlichte der 20-Jährige, wie dicht Euphorie und Enttäuschung zusammenliegen können.

Bei nur noch wenigen Grad über null bat der Bundestrainer sein Team dann am Nachmittag erstmals nach dem furiosen 4:0-Sieg gegen Australien wieder auf den Trainingsplatz. Allerdings fehlte Bastian Schweinsteiger im Stadion von Atteridgeville. Der Münchner hat sich einen Infekt der oberen Atemwege zugezogen. "Es ist nichts Schlimmes", versicherte Teamarzt Tim Meyer, der von einer "Vorsichtsmaßnahme" sprach. Der Rest der Mannschaft trainierte fast demonstrativ trotz der Kälte in kurzen Hosen. Heute lässt Joachim Löw bereits um 13.30 Uhr den Ernstfall üben, entsprechend der Anstoßzeit gegen Serbien. Der Bundestrainer ist eben detailverliebt.