Reinhold Messners Rat: "Die Spieler müssen fliegen"

Eppan. Wenn es einen Leitfaden "Wie werde ich perfekter Gastgeber einer Nationalelf" gäbe - die Südtiroler wären das Paradebeispiel. Nicht nur, weil der Aufenthalt im Fünf-Sterne-Hotel Weinegg mit seinen 60 Zimmern komplett gesponsert wird. Mit viel Liebe zum Detail kümmern sich die Betreuer um die prominenten Gäste. Als die Fußballer am Wochenende zu einer Mountainbike-Tour aufbrechen wollten, besorgten sich die Angestellten die Körpergrößen der Spieler im Internet, um die Sättel der Räder optimal einstellen zu können. Auch die nicht einmal einen Kilometer entfernte Sportzone Rungg bietet mit drei Trainingsplätzen optimale Bedingungen.

Unterstützung erhielt die Mannschaft bereits von Bergsteiger-Legende Reinhold Messner, der eine DFB-Delegation auf seinem Bergmuseum, dem Schloss Sigmundskron, empfing. Der 65-Jährige sieht sich zwar im Jahr keine drei Fußballspiele an, gab aber dennoch einige Ratschläge zum Gelingen des WM-Projekts: "Eine Weltmeisterschaft wird mit der Psyche gewonnen. Diejenige Mannschaft siegt, die am Ende fliegt, getragen vom Erfolg. Diese Eigenschaft hat man anfangs nicht, sie kommt einem aus dem All zugeflogen." Eine Parallele zum Bergsteigen sei deshalb die richtige mentale Vorbereitung: "Ein Bundestrainer ist vor allem als Psychologe gefragt."

1990 war es den Deutschen zuletzt gelungen - nach dem Trainingscamp im benachbarten Kaltern holte das Team in Italien den Titel.