Eishockey

Wie die Freezers doch noch in die Pre-Play-offs wollen

Mit seinem Penaltytor sicherte Phil Dupuis (r.) Hamburg den Sieg

Mit seinem Penaltytor sicherte Phil Dupuis (r.) Hamburg den Sieg

Foto: imago sportfotodienst / imago/nph

DEL-Club hat es nicht mehr in eigener Hand, glaubt vor dem letzten Hauptrunden-Heimspiel gegen Iserlohn aber ans Weiterkommen.

Hamburg.  Für eine Mannschaft, die am Vorabend gerade noch so eben den Kopf aus der schon geknüpften Schlinge gezogen hatte, machten die Hamburg Freezers am Donnerstagvormittag beim Training in der Volksbank-Arena einen durchaus vergnügten Eindruck. „Für uns geht es ja schon seit Wochen um Leben und Tod“, bemühte Cheftrainer Serge Aubin einen martialischen Vergleich, der im Sport bisweilen zu sorglos verwendet wird. Deshalb sei er umso glücklicher, dass seine Mannschaft beim 3:2-Sieg nach Penaltyschießen am Mittwochabend gegen die Krefeld Pinguine den Weg zum Sieg gefunden hatte, obwohl sie acht Minuten vor Spielende noch mit 0:2 in Rückstand gelegen hatte. „Ich bin sehr stolz auf meine Jungs“, sagte Aubin.

Eine Niederlage hätte tatsächlich schon fast das Saisonende bedeutet. Nun haben es die Hamburger als Tabellenelfter zwar nicht mehr in der eigenen Hand, den für die Pre-Play-off-Teilnahme notwendigen zehnten Rang noch zu erreichen. Mit 69 Punkten sind sie darauf angewiesen, mindestens eins ihrer abschließenden beiden Hauptrundenspiele gegen den Tabellenzweiten Iserlohn Roosters an diesem Freitag (19.30 Uhr, Barclaycard Arena) und bei den Straubing Tigers (So., 14.30 Uhr) nach regulärer Spielzeit zu gewinnen und müssen gleichzeitig darauf hoffen, dass die Kölner Haie (71 Punkte) gegen die Düsseldorfer EG und in Iserlohn keinen Punkt mehr holen.

Auf Schützenhilfe angewiesen

Andererseits wäre bei perfektem Verlauf auch Platz acht – und damit das angesichts der Bilanz auf fremdem Eis so wichtige Heimrecht im entscheidenden dritten Pre-Play-off-Spiel – noch möglich. Dazu müsste Titelverteidiger Adler Mannheim (73 Punkte) allerdings gegen Straubing einen Punkt holen und am Sonntag bei den Eisbären Berlin gar keinen, Köln dürfte maximal drei Zähler einfahren. Und die Freezers müssten ihre beiden Spiele gewinnen.

Genau das, sagte Angreifer Garrett Festerling, müsse das Ziel sein. „Wir sollten aufhören, auf die anderen zu schauen. Wenn wir gegen Iserlohn und in Straubing gewinnen, wird sich alles andere finden“, sagte der Deutschkanadier, der am Donnerstag mit seinem Zwillingsbruder Brett 30. Geburtstag feierte. Um das zu schaffen, müsse man allerdings schlauer spielen als gegen Krefeld. „Wir arbeiten hart, machen aber zu viele Fehler. Das wird gegen Teams wie Iserlohn bestraft, also müssen wir das abstellen“, sagte er.

„Jeder weiß, worum es geht“

Die zu hohe Fehlerquote war auch Thema in Aubins Abschlussrede. „Ich habe den Jungs gesagt, dass in dieser Phase der Saison wirklich jeder den Fokus auf das Vermeiden von Fehlern einstellen muss. Jeder weiß, worum es geht“, sagte der Coach, der im Tor erneut auf Dimitrij Kotschnew setzt, der gegen Krefeld alle drei Penalties gehalten hatte. „Dimi stand wie ein Fels und hat uns am Leben gehalten“, lobte auch Stürmer Phil Dupuis, der den einzigen Penalty verwandelt und zuvor mit dem 1:2 das lethargisch und gehemmt spielende Team überhaupt erst geweckt hatte. Warum es nicht möglich ist, die Energie, die nach seinem Anschlusstor zu spüren war, in überlebenswichtigen Spielen 60 Minuten lang aufs Eis zu bringen, konnte Dupuis nur mit der schwierigen Gesamtsituation erklären. „Alle wollen mehr tun, aber wenn man zurückliegt, ist natürlich auch im Hinterkopf, dass das Aus droht.“

Tatsächlich könnte am Freitag die Saison 2015/16 für die Freezers auch schon abzuhaken sein. Dann, wenn man gegen die Roosters verliert, Straubing und Köln aber siegen. Daran denken wollte am Donnerstag niemand. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir es schaffen. Und dann beginnt die Saison neu“, sagte Aubin.