Nachspiel

Der neue Weg der Freezers

Ein Kommentar von Alexander Berthold

Aus Schaden wird man normalerweise klug. Und davon gab es reichlich bei den Hamburg Freezers. Nur einmal seit ihrer Gründung 2002 erreichten die Eishockey-Cracks das Playoff-Halbfinale (2004). Die Reaktion blieb aber immer die gleiche: Jahr für Jahr setzte eine heftige Personalfluktuation ein, bei der selbst Schalkes Trainer Felix Magath, der sich in Gelsenkirchen als großer Freund des Personalwechsels outete, nicht mithalten kann. Gebracht hat es vor allem eins: nichts. Den neuen tabellarischen Tiefpunkt liefern die Freezers in dieser Saison ab. Wer sich in diesen Zeiten als Fan ausweist, erntet nur noch Mitleid.

Ab sofort soll damit Schluss sein, das neue Zauberwort heißt Kontinuität statt Kaufrausch. Die Vertragsverlängerungen der potenziellen Nationalspieler Polaczek, Oppenheimer und Köttstorfer sind ein erster Beleg dafür, dass es die Freezers mit dem neuen Weg ernst meinen. Statt unmotivierter Spieler aus Übersee sollen künftig deutsche Profis die Schlüsselrollen übernehmen. Die Freezers-Verantwortlichen haben endlich kapiert, dass nicht Importspieler den Unterschied zwischen einem Topteam und Durchschnittsmannschaft machen, sondern die Qualitäten der Deutschen.

Dass ein solcher Plan nicht den schnellen Erfolg bringen kann, ist logisch. Die Frage wird sein, ob Fans und vor allem die Verantwortlichen wirklich den langen Atem bei einer solchen Strategie haben und nicht in einer Phase des Misserfolgs doch vom Weg abweichen und die zarte Pflanze Hoffnung wieder zertreten.