Hamburg. Deutsche Meister aus Hamburg treten bei der Weltmeisterschaft in einer jungen Sportart in Bangkok auf internationalem Niveau an.

Diego Gollub nimmt die wuchtige Angabe mit dem Fuß an und legt auf Daytona Hansen, die den Ball mit dem Kopf auf die gegnerischen Hälfte der gebogenen Platte schmettert. Punktgewinn! Die beiden zählen zu den besten Hamburger Aktiven im Teqball – eine Mischung aus Tischtennis und Fußball.

Von diesem Mittwoch an treten sie bei den Weltmeisterschaften in Bangkok (29. November bis 3. Dezember) an. Hansen ist zum ersten Mal dabei. Sie hat erst vor einem Jahr durch ihre jetzige Doppelpartnerin Nelly Wilke zur Sportart gefunden.

Teqball: Schneller Erfolg ist möglich

Die 23-Jährige kam wie die meisten anderen Teqballer ursprünglich vom Fußball – und hat sich binnen weniger Monate bereits zur deutschen Meisterin gekürt. In keiner anderen Sportart ist ein so schneller Erfolg denkbar, aber eben das sei sehr attraktiv für Neulinge sagt Hansen.

Denn: Auch ohne fußballerische Vorerfahrungen ist es gut möglich, Teqball zu spielen. „Das Schöne ist, jeder kann es lernen“, sagt Hansen. Die Begeisterung für die Sportart sei groß, erzählt sie. „Alle, die es kennenlernen, haben Lust es auszuprobieren.“

Sportart ist in Deutschland noch am Anfang

Wie schnell es gehen kann, zeigt auch die 15 Jahre alte Lola Heinrich. Sie hat Teqball vor rund eineinhalb Monaten zum ersten Mal gespielt und war Mitte November bereits bei der U 19 EM in der Slowakei dabei. Mit Doppelpartnerin Marleen Brüser (18) war es für die Fußballerin der U 17 des FC St. Pauli das erste Turnier und sicher ein unvergessliches Abenteuer.

In Deutschland ist die Sportart noch am Anfang. Gründungsland Ungarn und WM-Gastgeber Thailand zählen hingegen zu den stärksten Nationen. „Sie spielen dort, seit der Sport existiert,“ sagt Hansen. Trotz der Außenseiterrolle ist die Vorfreude bei ihr riesig.

In Nelly Wilke, Diego Gollub und Jon Nielsen reisen drei weitere Spieler vom FC St. Pauli mit. Es sei sehr aufregend, eine Sportart von Grund auf aufzubauen und den Nachwuchs zu fördern, sagt die 23-Jährige.

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Die geringe Bekanntheit der Sportart sorgt auch für viele finanzielle Herausforderungen. Durch die Neugründung des Verbands und die fehlenden Sponsoren müssen die Spieler selbst für die Kosten aufkommen. Durch eine Spendenaktion haben sie immerhin bereits 700 Euro eingenommen. Ihre Stimmung werden sie sich vom hohen Aufwand nicht trüben lassen. Sie wollen das Abenteuer vollends genießen – und vielleicht ist doch ein Überraschungssieg möglich.