Tennis

Lizenz für Rothenbaum um 15 Jahre verlängert

| Lesedauer: 3 Minuten
DTB-Chef Dietloff von Arnim (r.) mit Sportsenator Andy Grote.

DTB-Chef Dietloff von Arnim (r.) mit Sportsenator Andy Grote.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Damit ist die Gefahr jedoch nicht gebannt: Ein Abgang aus Hamburg droht weiter, falls zehntes 1000er-Turnier kommt.

Hamburg.  Dietloff von Arnim war glücklich. Zwei Tage nachdem die deutschen Herren am Rothenbaum den Einzug ins Daviscup-Viertelfinale gegen Kanada in Málaga (Spanien/24. November) geschafft hatten, konnte der Präsident des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) eine weitere gute Nachricht mit Hamburg-Bezug verkünden.

Die Herrentennis-Organisation ATP hat die Lizenz des DTB für das Turnier der 500er-Serie, das in dieser Form seit 2009 am Rothenbaum ausgetragen wird, von 2023 an für weitere 15 Jahre bestätigt. „Das ist eine Planungssicherheit, die wir so noch nie hatten. Für den Standort Hamburg ist das eine sehr wichtige Entwicklung“, sagte der 62-Jährige.

Tennis: von Arnim könnte mit Düsseldorf ins Rennen gehen

Dass die Nachricht allerdings nicht bedeutet, dass tatsächlich hochklassiges Herrentennis bis 2038 auf der vor zwei Jahren für zehn Millionen Euro runderneuerten Anlage an der Hallerstraße zu sehen sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Sollte die ATP eine zehnte Lizenz für ein Turnier der 1000er-Serie (vormals Masters), zu der Hamburg bis 2008 zählte, ausgeben, will sich der DTB darum bewerben (Abendblatt berichtete im Juli). Dann allerdings müsste er seine 500er-Lizenz aufgeben. Und da ein zusätzliches 1000er-Turnier, über das die ATP noch immer nicht entschieden hat, im Juni auf Rasen vor dem Grand-Slam-Klassiker in Wim­bledon gespielt werden soll, ist längst nicht klar, dass sich der Verband mit Hamburg bewerben könnte – und würde.

Lippenbekenntnisse gibt es, allerdings wird genauso gemutmaßt, von Arnim könnte mit seiner Heimatstadt Düsseldorf ins Rennen gehen. Das westfälische Halle, mit seinem 500er-Turnier bereits Bestandteil der „Road to Wimbledon“, hat zwar auch Interesse angemeldet, gilt aber bei der ATP, die Turniere ihrer höchsten Serie nur in Metropolen mit Weltruf austragen möchte, als chancenlos. „Wir freuen uns jetzt, dass die ATP unseren 500er-Status langfristig bestätigt hat“, sagt von Arnim.

Tennis am Rothenbaum: Zukunft unklar

Ob am Rothenbaum auch über 2023 hinaus auf Sand zwischen Wimbledon und den US Open Ende Juli gespielt wird, steht ebenfalls in den Sternen. Der Turnierkalender ist von 2024 an noch nicht entworfen, durch diverse Verschiebungen droht der Slot für Sandplatzturniere im Sommer deutlich kleiner zu werden.

Dass eine Umrüstung auf Hartplatz möglich ist, zeigte am vergangenen Wochenende das Daviscup-Zwischenrundenturnier. Beantworten muss diese Fragen ein neuer Ausrichter. Die Familie Reichel, seit 2019 in Verantwortung, wird 2024 abgelöst, mutmaßlich von der belgischen Agentur Tennium. Die Bestätigung seitens des DTB steht noch aus, wird aber in Kürze erwartet.

( bj )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport