Hamburg. Pokalschreck Hamburger Berg ist raus, St. Pauli II punktet ohne Torchance, Curslack geht am Stock und Teutonia feiert ersten Sieg.

Rüffel für Loubongo M’Boungou

Ohne eine einzige Torchance ergatterte der FC St. Pauli II einen wichtigen Punkt in der Abstiegsrunde der Regionalliga Nord gegen den SSV Jeddeloh. Gästetrainer und Ex-Nationaltorwart Oliuver Reck bezeichnete das Remis zwar als „gerecht“, doch St.-Pauli-II-Coach Joachim Philipkowski wollte in diese Lesart nicht einstimmen. „Ich bin heute mit meiner gesamten Offensivabteilung nicht zufrieden. Meine Mannschaft kann viel besser Fußball spielen, und sie ist auch in der Lage, sich Chancen zu erspielen. Nur heute leider nicht“, sagte Philipkowski.

Im negativen Sinne auffällig wurde dabei der in der zweiten Hälfte eingewechselte Kiezkicker Aurel Looubongo M’Boungou. Ein ums andere Mal brach der 20 Jahre alte Angreifer mit seiner enormen Schnelligkeit zur Grundlinie durch – nur um sich dann in zu komplizierten Pässen und Kabinettstückchen zu verhaspeln. „Wenn ich noch auf dem Platz stehen würde, hätte ich den Ball einfach reingeflankt“, brummte Philipkowski. „Ich erzähle Aurel das jetzt seit zwei Jahren. Er ist ein überragender Spieler mit großen Fähigkeiten. Aber er muss das annehmen. Wenn er es nicht lernt, einfacher zu spielen, dann wird er durchs Sieb fallen.“

Matchwinner Choi

Eine Leidenszeit von einer halben Ewigkeit ging am Wochenende für Kangmin Choi zu Ende. Der Bruder des früheren St.-Pauli-Profis Kyoung-Rok Choi bereitete in der Partie der Abstiegsrunde der Regionalliga Nord das 1:0 für Eintracht Norderstedt gegen Rehden vor und erzielte den Treffer zum 2:0-Endstand selbst. Choi, mittlerweile 29 Jahre alt, war von seinem Heimatland Südkorea im Dezember 2018 zum eineinhalbjährigen Militärdienst eingezogen worden und hatte die Eintracht zwangsweise verlassen müssen. Nach seiner Rückkehr im Sommer 2020 bremsten ihn immer wieder Verletzungen und mangelnde Fitness aus.

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„Wir wussten immer, was Kangmin draufhat. Aber er hat es leider lange Zeit nicht auf den Platz bringen können. Er ist ein fantastischer Fußballer und ein sensibler Mensch. Sensibel im positiven Sinne, denn seine asiatische Höflichkeit ist etwas Wunderbares“, sagte Norderstedts Trainer Jens Martens. „Für ihn freuen wir uns alle noch mal extra, dass er heute so ein tolles Spiel gemacht hat.“

Teutonias erster Sieg

Es ist geschafft! Der FC Teutonia 05 hat im fünften Anlauf seinen ersten Sieg in der Meisterrunde der Regionalliga Nord errungen. Gegen den VfV Borussia 06 Hildesheim glückte ein verdienter 1:0-Erfolg durch einen schönen Volleyschuss von Gianluca Przondziono (75.). „Das Ergebnis geht in Ordnung. Wir haben etwas mehr investiert als der Gegner“, sagte Teutonias Trainer Dietmar Hirsch. Den Erfolg sah er auch als Bestätigung des absoluten Erfolgswillens, den er und sein Team trotz des verspielten Aufstiegs weiter an den Tag legen. „Ich habe der Mannschaft gesagt ,Es ist nicht entscheidend, was die Leute sagen, wenn du kommst. Es ist entscheidend, was sie sagen, wenn du gehst. Ich möchte mich mit vielen Punkten und Siegen und mit einem Platz in den ersten fünf Rängen verabschieden. Auch meine Jungs haben einen einwandfreien Charakter und wollen die Saison positiv abschließen."

Aktuell befindet sich sich Teutonia auf Rang vier, wird aber noch von einer weiteren Hamburger Mannschaft getoppt. Der HSV II schrieb gegen Atlas Delmenhorst ein weiteres Kapitel seiner starken Saison, eroberte durch ein 1:0 (Tor: Moses Otuali Omohe) Rang drei.

Ein Märchen vorbei, eins geht weiter

Mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung verabschiedete sich der Kreisklassist FC Hamburger Berg am Sonntag vor 120 Fans aus dem Lotto-Pokal. Im Viertelfinale unterlag der Pokalschreck dieser Saison dem Landesligisten SC Hansa 11 mit 2:5. Dabei ging es gut los für die Truppe von Ex-St.-Pauli-Profi Morike Sako, der mit seinen 41 Jahren 90 Minuten auf dem Platz stand. Schon nach drei Minuten traf Najimu Mohammed per Foulelfmeter zum 1:0 für den krassen Außenseiter.

Danach setzte sich jedoch die spielerische Klasse Hansas durch, wenngleich die Gastgeber nach einer Gelb-Roten Karte gegen Karim Mohammed (51.) sogar in Unterzahl durch Rashid Faisal auf 2:3 verkürzen konnten. „Wir haben heute nach dem 1:0 zu viele lange Bälle geschlagen und etwas den Faden verloren. Trotzdem können wir sehr stolz auf unsere überragende Pokalsaison sein“, sagte Sako – und kündigte an, auch in der kommenden Spielzeit das Trikot des Neuntligisten tragen zu wollen.

„Wir sind hier bei Hamburger Berg eine große Familie, und ich gehöre dazu. Deshalb gehe ich davon aus, in der nächsten Saison auf dem Platz zu stehen“, sagte Sako. Hansa-11-Trainer Erkan Sancak darf sich hingegen aufs Halbfinale freuen. „Jetzt ist alles egal. Hauptsache, wir kriegen einen Regionalligisten“, kommentierte er verschmitzt.

Curslack siegt nicht wettbewerbsfähig

Im ersten Pflichtspiel nach 41 Tagen hat der SV Curslack-Neuengamme in der Meisterrunde der Oberliga Hamburg mit 3:2 beim TSV Buchholz 08 gewonnen. Immer wieder hatten Corona-Fälle in den letzten sechs Wochen Begegnungen des Teams verhindert. „Wir sind aktuell nicht wettbewerbsfähig“, urteilte Curslacks Trainer Christian Woike. „Wenn alle gesund sind, stehen uns 15 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Ich möchte meiner Mannschaft gerade deshalb ein riesiges Kompliment aussprechen. Einige Spieler haben teilweise drei oder gar vier Wochen nicht trainiert und sind in diesem Spiel heute ganz klar über ihre Grenzen gegangen.“

Unter diesen Umständen steht im Monat April für Curslack nun ein geradezu mörderisches Programm an. In den nächsten 20 Tagen muss das Team sechs Pflichtspiele bestreiten. „Wir werden sicher sehr bald an unsere Grenzen stoßen. Diese Lage lässt sich nicht dauerhaft kompensieren. Im Training geht es für uns nun zuallererst um eine moderate Belastungssteuerung und Verletzungsprävention“, erklärte Woike.