Amateurfußball

Facklams Wade bringt Teutonia an die Spitze

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Mirko Schneider
Denis Zakaria (r., mit Jonas Hofmann) ließ Mönchengladbach jubeln.

Denis Zakaria (r., mit Jonas Hofmann) ließ Mönchengladbach jubeln.

Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Regionalligist mit kuriosem Treffer, Trainertheater in Meiendorf, Gelbe Karte bei Auswechslung und Pokalüberraschung für die HSV-Frauen.

Pechvogel Oppermann, die Zweite

Hamburg. Es ist nicht die Saison des HSV-II-Keepers Leo Oppermann. Am ersten Spieltag gegen Drochtersen leitete er die 2:4-Pleite nach missglücktem Solo und Roter Karte ein. Im Auswärtsspiel beim FC Teutonia 05 wollte er Teutonen-Stürmer Mats Facklam umspielen – und traf dessen linke Wade. Von dort kullerte der Ball zum 0:2 ins Tor. Die Entscheidung! Oppermann wollte nichts dazu sagen, dafür sprach Facklam. „Wir haben im
Videostudium gesehen, dass Leo Oppermann öfter mal den Ball zurückzieht oder einen unsauberen Pass spielt. Also habe ich spekuliert und es hat geklappt. So ein Tor habe ich noch nie geschossen“, sagte Facklam.

HSV-II-Trainer Pit Reimers stärkte seinem Keeper den Rücken: „Leo ist ein toller Torwart. Der Fehler heute ist bitter, aber wir werden ihn wieder aufbauen. Da er sehr ehrgeizig ist, bedarf es da nicht vieler Worte.“ Die schwache Performance seines Teams hatte Reimers dennoch die Stimmung verhagelt. Das Lob seines Trainerkollegen Dietmar Hirsch für das grundsätz­liche spielerische Potenzial des HSV II konterte Reimers mit einem „Ich kann das nicht mehr hören“ und forderte von seinem Team energisch Punkte.

Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte aber auch bei Teutonia trotz des verdienten Sieges und der vorläufigen Tabellenführung nicht. Die schwache erste Hälfte ärgerte Coach Hirsch: „Ich habe mein Team in der Pause gefragt, ob das hier ein Testspiel ist. In der zweiten Hälfte wurde es dann besser. Drei Punkte, Mund abputzen, es geht weiter!“

Acar ist (offiziell heute) weg

Eine gute Nachricht aus Meiendorf: Oberligist Meiendorfer SV kassiert keine Journalisten mehr ab. Jedenfalls nicht, wenn sie sich vor dem Spiel bei Präsident Jens Malcharczik höchstpersönlich anmelden. Meiendorfs Trainerteam Gökhan Acar und Peter Iwosa bekamen die Vertreter der Presse beim 1:5 gegen Dassendorf jedoch nicht zu sehen. Acar trat am Donnerstagabend zurück.

MSV-Boss Malcharczik („Dazu äußern wir uns am Montag“) wollte dies zwar nicht bestätigen, doch Interimstrainer Daniel Weber verriet in seinem Statement („Ich würde Trainer bleiben, bis ein neuer Trainer da ist“) ebenso die Wahrheit wie der Sportliche Leiter Mustafa Ercetin („Unsere Trainer wollten am Ende des Monats aufhören. Nun kam alles sehr plötzlich“). Danach verwiesen beide para­doxerweise auf die offizielle Bekanntmachung des MSV am heutigen Montag. Ex-Coach Acar selbst will schweigen, bis der Verein sich geäußert hat.

Gelb-Rot bei Auswechslung

Den 1:0-Sieg des SV Curslack-Neuengamme im Oberligaspiel bei Lohbrügge brachte Arnold Lechler kurz vor dem Abpfiff in Gefahr. Der 30 Jahre alte Angreifer wollte bei seiner Auswechslung den Platz aus Sicht von Schiedsrichter Kevin Rosin auf der falschen Seite verlassen. Dafür sah er Gelb. Da Lechler die Auswechslung danach immer noch nicht korrekt vollzog, zeigte ihm Rosin Gelb-Rot. „Arnold hat dem Schiedsrichter nicht zugehört. Ich bin stinksauer auf ihn“, sagte Curslacks Manager Oliver Schubert.

Haimerls Tribünenansprachen wirken

Die dritte Niederlage in Folge kassierte Regionalliga-Aufstiegsanwärter WTSV Concordia daheim in der Oberligapartie gegen Abstiegskandidat HSV Barmbek-Uhlenhorst. Aristene Engo Meye staubte nach einem Eckball zum Siegtreffer und zweiten Saisondreier ab (37.). Wie beim ersten Saisonsieg (4:1 in Meiendorf) hielt BU-Trainer Jan Haimerl die Ansprache vor Spielbeginn an sein Team auf der Tribüne. „Ich habe vor den Kabinen gestanden und draußen verstand man jedes Wort von drinnen. Deshalb haben wir uns so entschieden“, sagte Haimerl.

Cordi hingegen befindet sich in einer Krise. Oder? „Kann man sagen, wenn man Journalist ist. Auf jeden Fall ist das nicht unser Anspruch“, so Concordias Trainer Frank Pieper, der sich auch über zwei Ampelkarten für Lawrence Schön und Torwart Johannes
Höcker ärgerte. Pieper: „Ich weiß nun deutlich mehr über meine Mannschaft.“

DFB-Pokaltriumph der HSV-Frauen

Eine Überraschung und süße Revanche nach zwei Jahren gelang den HSV-Frauen in der zweiten DFB-Pokalrunde. Der Regionalligist schlug den Zweitligisten FSV Gütersloh im Wolfgang-Meyer-Stadion an der Hagenbeckstraße im Elf­meterschießen mit 4:3. Nach regulärer Spielzeit hatte es durch Treffer von Emilia Hirche (11.) für den HSV und Annalena Rieke (33.) für Gütersloh 1:1 gestanden. Zur Heldin wurde nach 120 spannenden Spielminuten schließlich HSV-Torhüterin Lela-Celin Naward. „Elfmeter halten kann sie wirklich gut. Sie hat zwei Stück pariert und einen an den Pfosten geguckt“, freute sich HSV-Trainer Lewe Timm. Sein Fazit der Partie: „Dieses Spiel hat gezeigt, dass wir körperlich für die 2. Bundesliga noch zulegen müssen. Aber spielerisch wären wir bereits in der Lage, dort mitzuhalten.“

Victoria braucht ein Leitbild

Einfach nicht so richtig vom Fleck kommt Oberligist SC Victoria. Dem ersten Saisonsieg beim SV Rugenbergen (4:1) folgte eine 1:2-Niederlage gegen den TSV Buchholz 08. Der eigentlich von Experten als Dominator der Staffel 2 getippte SCV krebst weiter am Tabellenende herum. „Wir haben keine gute Leistung gebracht, waren nicht zwingend genug. Ehrlicherweise haben wir die drei Punkte nicht verdient“, redete Victorias Co-Trainer Martin Spreitz nicht um den heißen Brei herum. „Momentan fehlt uns das Zusammenspiel von fußballerischer Qualität, Mentalität, Leidenschaft und Zusammenhalt. Wir müssen wieder mit dem großen Leitbild des Wortes ,füreinander‘ auf den Platz gehen. Nur dann werden wir wieder punkten.“ Nächste Gelegenheit: das Kellerduell am kommenden Wochenende beim noch punktlosen FC Union Tornesch.

Auslosung Lotto-Pokal

Am heutigen Montagabend wird beim Hamburger Fußball-Verband ab 18.30 Uhr die dritte Runde im Lotto-Pokal ausgelost. Medienpartner der Veranstaltung ist die „Hamburger Morgenpost“.

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