Tokio 2021

Fünfkampf-Drama: Trainerin bestraft, Reiterin nicht

| Lesedauer: 2 Minuten
Nach Reit-Drama bei Olympia: TV-Star will Pferd kaufen

Nach Reit-Drama bei Olympia: TV-Star will Pferd kaufen

Nach dem olympischen Reit-Drama um Fünfkämpferin Annika Schleu möchte TV-Star Kaley Cuoco das Pferd "Saint Boy" kaufen. Die 35-Jährige, bekannt aus der Sitcom "The Big Bang Theory", kritisierte dabei auch Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner scharf.

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Weltverband brummt Bundestrainerin Kim Raisner ein Seminar zum richtigen Umgang mit Pferden auf. Freispruch für Annika Schleu.

Monaco. Für ihr umstrittenes Verhalten beim Reit-Drama um die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu bei den Olympischen Spielen in Tokio ist Bundestrainerin Kim Raisner vom Weltverband UIPM bestraft worden. Ihre Athletin dagegen wurde vom Vorwurf des übermäßigen Gebrauchs der Gerte und Sporen freigesprochen, wie es in einer Mitteilung der UIPM vom Montag hieß.

Der Disziplinarausschuss des Weltverbandes wies Raisner nach Abschluss der Untersuchungen an, ein Trainingsseminar zum richtigen Umgang mit Pferden zu absolvieren. Erst danach werde die Berlinerin wieder für einen UIPM-Wettkampf akkreditiert. Zudem erhielt sie einen offiziellen Verweis. Bei einer Wiederholung eines solchen Vorfalls wie in Tokio müsse die 48-Jährige mit dem Entzug ihrer Trainerinnen-Lizenz rechnen.

Verband: Raisners Verhalten „ungeheuerlich“

Vor knapp einem Monat hatte Schleu in Tokio nach zwei Disziplinen auf Gold-Kurs gelegen. Doch beim Reiten war sie mit dem ihr zugelosten und völlig verunsicherten Pferd „Saint Boy“ nicht zurecht gekommen, Raisner hatte die weinende Berlinerin mit den Worten „Hau mal richtig drauf!“ zum Einsatz der Gerte aufgefordert, um das Pferd mit Gerte und Sporen zurück in den Parcours zu bringen.

Die Trainerin gab „Saint Boy“ zudem einen Schlag mit der Faust. Anschließend wurde Schleu und Raisner Tierquälerei vorgeworfen. Beide hatten dies stets zurückgewiesen.

„Das ungeheuerliche Verhalten von Frau Raisner kann nicht ungestraft bleiben“, hieß es in der Begründung. Zugleich erkannte der Ausschuss in seiner Entscheidung Raisners aber auch „persönlichen Beitrag an, den sie über viele Jahre hinweg für den Modernen Fünfkampf geleistet hat“. Ihr Werdegang als Spitzenathletin und Bundestrainerin sei bis Tokio von „vorbildlichem Verhalten geprägt“ gewesen, „so dass die Ereignisse vom 6. August als Anomalie zu werten sind“.

Tierschutzbund stellt Strafanzeige gegen Schleu und Raisner
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Fünfkampf: Maßnahmen-Katalog in Arbeit

In Tokio habe Raisner gegen die Wettkampfregeln verstoßen, „indem sie ein Pferd schlug und ihre Athletin ermutigte, dasselbe zu tun“. Schleu hingegen wurde nicht des übertriebenen Gebrauchs von Gerte und Sporen für schuldig befunden.

Der Weltverband hatte Raisner nach dem Vorfall von den Spielen in Tokio ausgeschlossen, der Disziplinarausschuss bestätigte diese Entscheidung. Eine UIPM-Arbeitsgruppe arbeitet derzeit an einem Maßnahmen-Katalog, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.

Kritik nach Fünfkampf-Drama um Schleu: Debatte entbrannt
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( dpa/sid/HA )

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