Werder Bremen

Rechtsextremismus? Wirbel vor den Aufsichtsratswahlen

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Der eine (Aufsichtsrat Marco Bode, l.) geht von selbst, der andere (Sport-Geschätfsführer Frank Baumann, r./Archiv) soll nach Ansicht vieler Fans gegangen werden: Werder Bremen steht in diesen Tagen vor einer Zerreißprobe.

Der eine (Aufsichtsrat Marco Bode, l.) geht von selbst, der andere (Sport-Geschätfsführer Frank Baumann, r./Archiv) soll nach Ansicht vieler Fans gegangen werden: Werder Bremen steht in diesen Tagen vor einer Zerreißprobe.

Foto: Imago/Joachim Sielski

Nach dem Abstieg droht der Werder-Familie ein handfester Krach. Turbulente Versammlung erwartet, Sportchef Baumann steht im Sturm.

Hamburg/Bremen. Ein mittelmäßiger Zweitligastart, Ebbe in der Kasse – und nun auch noch Wirbel um einen politisch umstrittenen Aufsichtsrats-Kandidaten: Im lange gepflegten Image der heilen Werder-Familie sind tiefe Risse entstanden, bei der Mitgliederversammlung am Sonntag (11 Uhr) dürfte es mächtig Krach bei den Bremern geben.

Und es kann richtig schmutzig werden im Weserstadion. Nach dem ersten Bundesliga-Abstieg der Hanseaten seit 41 Jahren müssen sich speziell Clubboss Klaus Filbry und Sport-Geschäftsführer Frank Baumann auf heftigen Gegenwind einstellen.

Werder Bremen: Baumann steht unter Beschuss

Besonders für den langjährigen Werder-Kapitän könnte es ungemütlich werden. Mit insgesamt 20 Transfers erwirtschaftete der Ex-Nationalspieler zwar wie geplant einen Transferüberschuss von 30 Millionen Euro. Erhebliche Zweifel aber bleiben, ob der runderneuerte Kader stark genug für die sofortige Rückkehr in die Erstklassigkeit ist.

„Daran werde ich mich messen lassen“, verspricht der 45-Jährige, er werde aber auch Ideen darlegen, „wie wir uns aus unserer schwierigen Situation befreien wollen.“ Baumanns Vertrag bei den Norddeutschen ist bis zum Saisonende befristet.

Werder: Rechtsextremer in den Aufsichtsrat?

Ob sein Kontrakt einfach ausläuft, vorzeitig gekündigt oder gar verlängert wird, darüber entscheidet der neue Aufsichtsrat – vier von sechs Mitgliedern des Kontrollgremiums werden neu gewählt. Nicht erneut kandidieren wird unter anderem der bisherige Vorsitzende Marco Bode.

Dafür aber der Unternehmensberater Oliver Harms, dem aus der Ultra-Szene Verbindungen zu Rechtsextremen vorgeworfen werden. Der Club kündigte am Donnerstag an, der zuständige Wahlausschuss werde Harms dazu befragen. Probleme gab es auch mit der Kandidatur des adidas-Managers Harm Ohlmeyer, bis die Deutsche Fußball Liga (DFL) und auch Werder-Ausrüster Umbro keine Einwände hatten.

Werder: Wontorra und Möhlmann gescheitert

Andere Bewerber wie TV-Moderator Jörg Wontorra und der ehemalige Bundesliga-Trainer Benno Möhlmann, wie Baumann langjähriger Werder-Kapitän, schafften es nicht in die Endauswahl. „Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“, erklärte dazu Peter Eilers, Vorsitzender des Wahlausschusses.

Fakt bleibt: Sportliche Kompetenz ist aktuell im Kontrollgremium des einstigen Europapokalsiegers scheinbar nicht mehr gefragt. Für den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden und Ex-Manager Willi Lemke ein Unding.

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„Wir haben überhaupt keine Fußball-Expertise in diesem Gremium, das gab es noch nie“, sagte der 75-Jährige der Kreiszeitung Syke. Und wird das vermutlich am Sonntag vor den Werder-Mitgliedern wiederholen...

( sid )

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