Fußball-Ticker

Altersdiskriminierung: Gräfe will gegen den DFB klagen

| Lesedauer: 6 Minuten
Manuel Gräfe musste seine Karriere als Schiedsrichter beenden, weil er die Altersgrenze des DFB überschritten hat.

Manuel Gräfe musste seine Karriere als Schiedsrichter beenden, weil er die Altersgrenze des DFB überschritten hat.

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 1. Juli 2021:

BVB-Chef Watzke fordert volle Stadien mit Geimpften

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat sich trotz anhaltender Corona-Pandemie mit deutlichen Worten für vollere Fußball-Arenen stark gemacht. „Warum soll ein Stadion nicht ausverkauft sein nur mit Geimpften? Wo ist das Problem? Was ist eigentlich, wenn die ersten Geimpften klagen, warum sie nicht ins Stadion dürfen? Darüber macht sich keiner Gedanken“, sagte der BVB-Geschäftsführer am Donnerstag in Dortmund.

Am Rande der Vorstellung von Trainer Marco Rose warnte Watzke vor „permanenter Panik“: „Wenn wir nicht bereit sind, das irgendwann wieder zuzulassen, müssen wir sagen: Okay, wir ergeben uns Covid-19. Dann werden wir nie mehr unser altes Leben zurückkriegen. Oder glaubt irgendeiner von euch, dass die nächsten Jahre kein Covid-Fall mehr auftritt? Dann können wir auch glauben, dass es keine Grippe mehr gibt. Vielleicht auch kein Weihnachten mehr.“

Watzke verwies auf die positive Entwicklung bei den Corona-Zahlen mit sinkenden Infizierten-Zahlen und steigender Impfquote. Der 62-Jährige beklagte, „dass wir jetzt bei einer Inzidenz von fünf schon wieder so tun als wenn die Welt untergeht“.

Zum Saisonstart Mitte August rechnet Watzke damit, dass die knapp über 80.000 Zuschauer fassende heimische Arena zu einem Drittel gefüllt sein wird. „Darauf richten wir uns im ersten Schritt ein“, sagte er.

Frankfurt findet Ersatz für Stürmer-Star Silva

Eintracht Frankfurt hat offenbar bereits Ersatz für den voraussichtlich zu Vizemeister RB Leipzig wechselnden Torjäger Andre Silva gefunden. Die Hessen werden laut übereinstimmenden Medienberichten den Kolumbianer Rafael Santos Borre vom argentinischen Topclub River Plate Buenos Aires verpflichten. Der 25-Jährige hat in den vergangenen eineinhalb Jahren 30 Tore für River Plate erzielt.

Der ebenfalls 25 Jahre alte Portugiese Silva, der mit 28 Treffern in der vergangenen Saison Platz zwei in der Torjägerliste hinter Robert Lewandowski belegte, soll den Hessen um die 25 Millionen Euro in die Kassen spülen.

Der neue Sportvorstand Markus Krösche wollte die Transfers beim Trainingsauftakt der Hessen mit ihrem neuen Trainer Oliver Glasner am Donnerstag zunächst nicht bestätigen. „Die Arbeit in den Transferfenstern ist immer intensiv“, sagte Krösche lediglich am Rand der Einheit, die ohne Zuschauer über die Bühne ging.

Ex-Schiedsrichter Gräfe verklagt den DFB wegen Alters-Diskriminierung

Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe hat wegen der zwangsweisen Beendigung seiner aktiven Laufbahn rechtliche Schritte gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) angekündigt. „Ich verklage den DFB wegen Altersdiskriminierung“, sagte Gräfe dem Zeit Magazin: „Der DFB nimmt mir das, was mir Freude macht. Natürlich gibt es auch finanzielle Verluste, ich werde versuchen, wenigstens diese geltend zu machen.“

Trotz einer Protestwelle aus der Bundesliga musste Gräfe seine Karriere am Ende der vergangenen Saison beenden, weil der Berliner die Altersgrenze von 47 Jahren erreicht hat. Die Schiedsrichter-Spitze des DFB hatte den Fall nach eigenen Angaben zwar eingehend geprüft, hielt aber dennoch an seiner Maßgabe fest. Das galt auch für Gräfes Kollegen Guido Winkmann und Markus Schmidt

„Ich hätte gerne weitergemacht. Meinen Füßen, Knien und der Hüfte geht es gut. Aber der DFB pocht auf eine uralte Richtlinie“, äußerte Gräfe, der vor Gericht vor allem für seine Kollegen kämpfen möchte: „Ich selbst werde nicht mehr pfeifen, auch wenn ich mit meiner Klage Erfolg haben sollte.“

Wolfsburg will Norweger-Talent Hauge

VfL Wolfsburg zeigt offenbar Interesse am norwegischen Nationalspieler Jens Petter Hauge. Der 21 Jahre alte Offensivspieler steht seit 2020 beim AC Mailand unter Vertrag.

15 Millionen Euro beträgt die Ablösesumme für den Norweger, der in der vergangenen Saison bei den Mailänder kaum zum Einsatz gekommen war. Das berichtete Tuttosport. Angeblich könnte Hauge aber auch zunächst auf Leihbasis mit Option auf Übernahme am Ende der nächsten Saison nach Wolfsburg wechseln.

Fürth bindet Toptalent Leweling langfristig

Greuther Fürth hat sein umworbenes Eigengewächs Jamie Leweling mit einem neuen Arbeitspapier ausgestattet. Der 20 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim Aufsteiger einen Vertrag bis 2024. „Diese Vertragsverlängerung ist für mich ein großer Vertrauensbeweis der Verantwortlichen und ich werde alles dafür tun, dass ich das zurückzahlen werde“, sagte Leweling.

Kaugummi-Transfer von Sancho ist endlich perfekt

Borussia Dortmund verliert erneut einen eigentlich unverzichtbaren Schlüsselspieler, macht damit aber zum wiederholten Male kräftig Kasse. Über die „grundsätzliche Einigung“ des Wechsels von Jung-Star Jadon Sancho zum englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United informierten beide Clubs am Mittwoch. Der englische Rekordmeister zahlt demnach „eine fixe Transferentschädigung in Höhe von 85,0 Millionen Euro“, hieß es in der Pflichtmitteilung der Borussia an die Börse.

„Der Spieler Jadon Sancho („Spieler“) steht vor einem Wechsel von der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA („BVB“) zur Manchester United Football Club Limited („Manchester United“). Hierüber haben beide Clubs und der Spieler heute grundsätzlich Einigung erzielt“, teilte der börsennotierte Verein mit. Manchester werde bei Realisierung des Transfers dem BVB eine fixe Transferentschädigung in Höhe von 85,0 Millionen Euro zahlen, hieß es in der Mitteilung.

Die vertraglichen Details seien noch abzustimmen und zu dokumentieren. „Es gibt eine grundsätzliche Einigung. Aber es ist noch keinen Vollzug“, sagte Club-Chef Hans-Joachim Watzke: „Es gibt noch eine ganze Menge formale Dinge, die gelöst werden müssen.“

Grundsätzlich bedauert Watzke den bevorstehenden Abschied Sanchos. „Wir freuen uns nicht über das Geld, sondern sind traurig, dass er weg ist“, sagte Watzke: „Wir hätten ihn gerne behalten, trotz Corona.“ Sancho habe aber den ausdrücklichen Wunsch auf einen Wechsel geäußert und sich „vorbildlich verhalten“.

( dpa/sid/ber )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport