Boxen

Felix Sturm besiegt James Kraft beim „Sauna-Boxen“

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Felix Sturm (l.) traf James Kraft oft präzise mit dem Jab.

Felix Sturm (l.) traf James Kraft oft präzise mit dem Jab.

Foto: Cathrin Mueller / Getty Images

Der Ex-Weltmeister bleibt bei mehr als 40 Grad im Universum-Gym in Altona cool. Nun wartet Vincent Feigenbutz.

Hamburg. Unaufhörlich wedelten die Betreuer in den Ringpausen mit ihren Handtüchern, um ihren Boxern wenigstens etwas Abkühlung zu verschaffen. Mehr als 40 Grad herrschten im Universum-Gym an der Großen Elbstraße, und während manch einer der offiziell 100 Zuschauer, die mehrfach an die Maskenpflicht erinnert werden mussten, darauf wartete, dass der Saunameister einen Aufguss durchführen würde, mobilisierten Felix Sturm (42/Köln) und sein 18 Jahre jüngerer Rivale James Kraft (München) die letzten physischen Reserven, um ihr auf zehn Runden angesetztes Halbschwergewichts-Stallduell zu einem guten Ende zu bringen.

„Es war wie in der Sauna, Boxen auf höchstem körperlichen Niveau“, sagte Kraft, nachdem er dem früheren Mittel- und Supermittelgewichtsweltmeister einstimmig nach Punkten (93:99, 94:97, 94:96) unterlegen war. Am Urteil gab es nichts zu rütteln, der technisch bessere Mann hatte präziser getroffen und im Anschluss an einen schweren Haken zum Kopf Ende der dritten Runde, der seine Beine kurz einknicken ließ, auch bewiesen, dass Erfahrung ein wichtiges Gut ist, um sich aus brenzligen Situationen zu retten. „Ich denke, dass ich klar gewonnen habe“, sagte Felix Sturm.

Felix Sturm: Ich denke, dass ich klar gewonnen habe

Dennoch muss sich Kraft nach der ersten Niederlage im 21. Profikampf nicht grämen. Entwickelt er sich weiter so positiv, dürfte er mittelfristig für Titelkämpfe infrage kommen. Kurzfristig ist es dagegen Sturm, der noch einmal auf einen großen Zahltag hoffen darf. In seinem zweiten Kampf nach mehr als viereinhalb Jahren Pause, die er in Teilen wegen Steuerhinterziehung in Haft verbrachte, zeigte der Edeltechniker erneut, dass mit ihm noch zu rechnen ist, offenbarte allerdings auch die (bekannte) fehlende Schlaghärte sowie Schwächen in der Deckung, die auf Weltspitzenniveau gnadenlos bestraft werden würden.

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Vielleicht sogar schon im nächsten Kampf, der im Herbst gegen Vincent Feigenbutz (25/Karlsruhe) vom mit dem US-Unternehmen Wasserman fusionierten Sauerland-Stall stattfinden soll. Feigenbutz wies zwar am Sonnabend im Vorprogramm bei seinem Abbruchsieg in Runde neun über Nuhu Lawal (39/Nürnberg) mitnichten Weltklasse nach, könnte Sturm aber mit seinen K.-o.-Qualitäten zusetzen. In der kommenden Woche wollen sich die Manager beider Parteien über die Modalitäten einigen.

( bj )