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Janne Meyer betritt als Turnierveranstalterin Neuland

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Janne Meyer mit ihrem Mann Christoph Zimmermann.

Janne Meyer mit ihrem Mann Christoph Zimmermann.

Foto: Aenne Müller / © Aenne Mueller Photography

Hamburgs beste Springreiterin bietet im Juli auf ihrem Hof Waterkant in Waldenau 16 Prüfungen für 200 Teilnehmende an.

Hamburg. 52 Tage sind es noch, bis in Tokio die Olympischen Spiele eröffnet werden sollen. Die vier Plätze im deutschen Springreitteam sind noch nicht fest vergeben, theoretisch hat Janne Friederike Meyer-Zimmermann noch die Chance, sich bei Bundestrainer Otto Becker für ihren zweiten Auftritt im Zeichen der fünf Ringe nach London 2012 zu empfehlen. Ein überzeugender Auftritt bei den deutschen Meisterschaften in Balve, die von Donnerstag bis Sonntag im Rahmen des Formats „Die Finals“ stattfinden, wäre dafür vonnöten.

Allerdings ist die 40-Jährige, die seit vielen Jahren zu Norddeutschlands Besten, aber aktuell nicht zum deutschen A-Kader zählt, Realistin genug, um ihre Chancen einordnen zu können. „Leider ist mein Paradepferd Minimax noch nicht in der Topform, um auf Fünfsterneniveau zu überzeugen“, sagt sie. „Mir fehlen, auch wegen der Corona-Krise, einfach Wettkämpfe und Ergebnisse. Dennoch habe ich den Kampf um Tokio noch nicht ganz aufgegeben.“

Norddeutsche Springreiterin hat ein neues Projekt

Viel Zeit, um über all das nachzudenken, hat sie allerdings nicht, denn Janne Meyer hat ein neues Projekt in der Planung, mit dem sie Neuland betreten wird. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Christoph Zimmermann will die selbstständige Unternehmerin den Sprung in die Riege der Turnierveranstalter wagen.

Vom 1. bis 4. Juli wollen die beiden auf dem eigenen Hof Waterkant im Pinneberger Ortsteil Waldenau ein Springreitturnier mit rund 200 Teilnehmenden durchführen. „Früher gab es im Norden so viele Turniere, jetzt sind praktisch nur noch das Derby in Klein Flottbek und Neumünster übrig geblieben. Ich sehe mich in der Verantwortung, meinem Land etwas zurückzugeben. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, selbst zu veranstalten“, sagt sie.

Namhafte Turnierbotschafter im Team

Weil Sportveranstaltungen im Freien in Schleswig-Holstein wieder erlaubt sind, liegt die Genehmigung für die Durchführung vor. Wie viele Zuschauer auf dem acht Hektar großen Gelände am Rande des Forsts Klövensteen zugelassen werden dürfen, ist noch unklar. Ministerpräsident Daniel Günther (47/CDU) übernimmt die Schirmherrschaft, Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (62/parteilos) unterstützt die Veranstaltung ebenfalls. Mit Starköchin Cornelia Poletto, die auch das Catering übernimmt, dem früheren Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, und Verleger Stefan Aust sind namhafte Turnierbotschafter im Team.

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Unterstützung für die Organisation des Rahmenprogramms kommt von Derbychef Volker Wulff und dessen Agentur En Garde. „Wir haben wirklich ein tolles Team. Aber die entscheidenden Dinge in der Organisation machen Christoph und ich, denn uns ist der persönliche Charakter des Turniers sehr wichtig“, sagt Janne Friederike Meyer-Zimmermann.

Norddeutschland: Wettkämpfe im Springreiten

Selbstverständlich wird sie auch selbst sportlich aktiv werden. 16 Prüfungen sind insgesamt vorgesehen. Im Hauptspringen, das internationales Dreisterneniveau vorweisen kann, geht es um Qualifikationsplätze für die Europameisterschaft in Riesenbeck (30. August bis 4. September) und die Weltmeisterschaft im August 2022 in Herning (Dänemark). „Der sportliche Wert ist für uns schon sehr wichtig“, sagt Janne Meyer, „im Vordergrund steht aber, dass wir ein breites Angebot machen wollen, das allen gerecht wird.“

Deshalb wird es eine Youngster-Tour für junge Pferde ebenso geben wie Wettkämpfe für U-25-Reiter und Amateure. Dazu kommt eine Fohlenauktion, die für die norddeutschen Züchter eine dringend notwendige Möglichkeit ist, sich zu präsentieren. „Wir haben alle harte Zeiten hinter uns und sind dankbar, dass wir wieder die Aussicht haben, unseren Berufen nachzugehen. Wenn ich dazu etwas beitragen kann, würde mich das sehr freuen“, sagt Janne Meyer. Und vielleicht kann sie, wenn alles optimal läuft, ihr eigenes Turnier ja auch als Olympiavorbereitung nutzen…

( bj )