Sieg im Nachholspiel

Hertha BSC vergrößert Werders Abstiegsängste

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Der erste Sieg nach der Corona-Pause wäre geschafft: Hertha-Trainer Pal Dardai (r.) herzt Wegbereiter Krzysztof Piatek.

Der erste Sieg nach der Corona-Pause wäre geschafft: Hertha-Trainer Pal Dardai (r.) herzt Wegbereiter Krzysztof Piatek.

Foto: Imago/Andreas Gora

Berliner ziehen durch ein 3:0 gegen Freiburg an Bremen und dem 1. FC Köln vorbei, der wieder auf einen direkten Abstiegsplatz fällt.

Berlin. Ein runderneuertes Team von Hertha BSC hat im zweiten Spiel nach der Coronazwangspause einen enorm wichtigen Sieg im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gefeiert. Die Berliner gewannen nach einer Total-Rotation mit neun Veränderungen in der Startelf gegen den SC Freiburg am Ende verdient mit 3:0 (2:0) und kletterten am 1. FC Köln sowie an Arminia Bielefeld und Werder Bremen vorbei vom 17. auf den 14. Platz.

Hertha kommt bei noch immer einem Spiel weniger ebenso auf 30 Punkte wie Werder (15.) und Bielefeld (16.), weist aber das deutlich bessere Torverhältnis auf. Köln rutscht mit 29 Punkten vorerst wieder auf den direkten Abstiegsplatz 17 ab. "Ich bin sehr zufrieden heute, da wächst etwas zusammen", sagte Berlins Trainer Pal Dardai nach dem Spiel bei Dazn.

Hertha tritt mit elf neuen Spielern an

Krzysztof Piatek (13.), Peter Pekarik (22.) und Nemanja Radonjic (85.) erzielten die Tore für die Hauptstädter, bei denen nur Keeper Alexander Schwolow und Mittelfeldspieler Matteo Guendouzi aus der Startelf des ersten Nachholspiels am Montag bei Mainz 05 (1:1) von Beginn an dabei waren. Freiburg fand kein Mittel gegen die neue Hertha und steht nach der vierten Auswärtsniederlage in Folge auf Platz neun weiter im Niemandsland der Liga.

Dardai ging mit der hohen Fluktuation, die für Hertha einen Bundesliga-Rekord bedeutete und eigentlich nur vor unwichtigen Spielen vorgenommen wird, ein hohes Risiko. Doch wegen der großen Belastung durch die vielen Spiele im Drei-Tage-Rhythmus wollte Dardai vermeiden, „dass es zu fünf Muskelverletzungen kommt“, wie der Hertha-Coach vor dem Anpfiff bei Dazn meinte.

Herthas Guendouzi humpelt in die Kabine

War es der Überraschungseffekt oder die große Spielfreude der Berliner – die Hertha kam mit der Rekord-Rotation und den damit verbundenen System-Umstellungen gut klar und präsentierte sich vor allem enorm effektiv. Gleich mit der ersten Chance stocherte der Pole Piatek den Ball am überraschten Gäste-Keeper Florian Müller vorbei ins Netz. Kurz darauf erzielte Pekarik per Kopf bereits sein drittes Saisontor, nachdem er zuvor jahrelang nicht getroffen hatte.

Kurz vor dem Wechsel musste Dardai personell schon wieder reagieren. Guendouzi humpelte mit Verdacht auf Mittelfußfraktur gestützt von zwei Betreuern in die Kabine, dafür kam Sami Khedira. Der Rio-Weltmeister brachte Ruhe in die Aktionen der Berliner, die nur wenig gefährliche Aktionen der Gäste zuließen.

Dardai: Haben jetzt weniger Druck

Herthas Sportdirektor Arne Friedrich war mit der ersten Halbzeit zufrieden. „Neun Wechsel, das ist ein Brett. Aber die Jungs haben es gut gemacht“, sagte Friedrich zur Halbzeit bei Dazn in anstrengenden Zeiten.

Das letzte von drei Nachholspielen steht schon am Mittwoch bei Schlusslicht Schalke 04 (18 Uhr/Sky) auf dem Programm, zuvor kommt am Sonntag noch Arminia Bielefeld (18 Uhr/Sky) ins Olympiastadion. "Da können wir jetzt mit etwas weniger Druck und mehr Selbstvertrauen reingehen", kündigte Dardai nach dem Sieg gegen Freiburg an.

Radonjic erzielt sein erstes Bundesligator

Zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Freiburg mehr Druck, drängte auf den Anschlusstreffer. Doch Hertha hatte in Schwolow wie schon in Mainz einen sicheren Rückhalt. Der frühere Freiburger rettete mit einer tollen Fußabwehr gegen Nicolas Höfler.

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Mitte der zweiten Halbzeit machte Dardai von dem Luxus Gebrauch, die frischen Angreifer Matheus Cunha und Jhon Cordoba einzuwechseln. Mit den beiden Stürmern verlagerte sich das Spiel wieder mehr in Richtung Freiburger Tor, in dem Keeper Müller einige Male retten musste. Radonjic machte mit seinem ersten Bundesliga-Tor alles klar.

( sid/HA )