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Porsche European Open im Juni mit Zuschauern?

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Andreas Hardt
Paul Casey (43/England) gewann das Turnier 2019.

Paul Casey (43/England) gewann das Turnier 2019.

Foto: Stefan von Stengel / Porsche European Open

Event gesichert. Engländer Paul Casey wieder einer der Topstars. Auch Martin Kaymer könnte in Winsen spielen.

Hamburg/Winsen. Der Titelverteidiger kommt. Der Engländer Paul Casey (43) wird wieder als einer der Topstars in Winsen bei den Porsche European Open abschlagen. Wie schon 2019, als er das Golfturnier der European Tour gewinnen konnte. Denn anders als im vergangenen Jahr, als die Veranstaltung wegen der Pandemie ausgefallen war, wird sie in diesem Jahr vom 3. bis 6. Juni auf jeden Fall auf den Green Eagle Golfcourses stattfinden. Ob mit oder ohne Zuschauer – es wird gespielt.

2020 war das Turnier im September angesetzt, die Inzidenz relativ gering. Hauptsponsor Porsche und die European Tour wollten aber keinesfalls auf volle Publikumsränge verzichten. „Da hat es nun ein Umdenken gegeben“, sagt Turniersprecher Tim Starke, „wir planen allerdings bis in die Turnierwoche hinein mit Zuschauern und haben auch entsprechende Konzepte eingereicht.“

Das aufwendige Publikumsdorf wird es nicht geben

Dennoch ist es klar, dass es das aufwendige Publikumsdorf nicht geben wird, in dem sich normalerweise zahlreiche Aussteller präsentieren. Auch die VIP-Bereiche brauchen ständige Anpassungen an die Möglichkeiten und Genehmigungen. Foodtrucks statt Restaurant ist die denkbare Alternative. Ein Vorteil ist sicherlich, dass ein Golfturnier eine Freiluftveranstaltung ist. „Unser Konzept ist beim Kreis Harburg schon eingereicht“, sagt Starke, „möglicherweise gibt es auch Schnelltests am Eingang.“

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Der entscheidende Knackpunkt für die Durchführung des Turniers sind aber nicht die Zuschauer. Die Frage ist, ob die Behörden die Golfspieler, Funktionäre und Mitarbeiter der European Tour einreisen lassen. Sie alle befinden sich seit Saisonbeginn mehr oder weniger in einer abgeschlossenen „Blase“ ohne viel Kontakt nach draußen. Und sie alle werden regelmäßig getestet. In der Woche vor den Porsche European Open hält sich die gesamte Tour-Karawane bei einem Turnier in Nordjütland (Dänemark) auf und würde dann Richtung Süden zum Turnierhotel in Hamburg weiterziehen.

Martin Kaymer vielleicht auch mit dabei

Welche namhaften Spieler außer Casey noch kommen, der bei Porsche einen Werbevertrag hat, ist noch nicht bekannt. Auf der europäischen Tour spielen erstklassige Profis, namhafte US-Stars wie in den vergangenen Jahren aber wird es kaum geben. Die kosten Startgeld, die Einreisemodalitäten sind kompliziert. „Ein Vorteil kann sein, dass wir das letzte Qualifikationsturnier für die US Open sind“, sagt Starke aber.

Die besten deutschen Profis werden mit Ausnahme des in den USA aktiven Stephan Jäger höchstwahrscheinlich abschlagen. Maximilian Kieffer (30) aus Bergisch Gladbach steht bei der Agentur U.COM unter Vertrag, die dieses Jahr erstmals das Turnier veranstaltet. Sogar die Chancen, dass Martin Kaymer erstmals in Winsen aufteet, stehen nicht so schlecht. Der 36-Jährige aus Mettmann hat keine Verträge mit anderen Autobauern mehr, die einen Auftritt beim Turnier des Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen zuletzt ausschlossen.

Preisgeldetat auf 1,2 Millionen reduziert

U.COM, die auch Hamburgs Topspielerin Esther Henseleit (22) betreut, hat im Dezember mit der European Tour und Rechteinhaber Porsche einen Dreijahresvertrag abgeschlossen. Der Preisgeldetat wurde gegenüber 2019 um 800.000 Euro auf 1,2 Millionen reduziert. Neuer Turnierdirektor ist U.COM-Geschäftsführer Dirk Glittenberg. „Wir lieben den Golfsport und wollen bestehende und neue Golf- und Eventfans begeistern“, sagt er. Der gute Wille ist da. Mal sehen, was das Virus erlaubt.