Radsport

Nikias Arndt: Radsportler zwischen Abu Dhabi und Paris

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Maximilian Bronner
„Ich bin froh, dass wir in dieser Zeit überhaupt so eine Veranstaltung haben“: Der Buchholzer Radprofi Nikias Arndt vom Team DSM vorige Woche vor der Skyline von Abu Dhabi.

„Ich bin froh, dass wir in dieser Zeit überhaupt so eine Veranstaltung haben“: Der Buchholzer Radprofi Nikias Arndt vom Team DSM vorige Woche vor der Skyline von Abu Dhabi.

Foto: Roth / picture alliance

Warum der Radprofi 2021 fast sicher bei der Tour der France starten wird, wie die UAE-Tour lief und warum er auf Hamburg verzichtet.

Hamburg. Am Sonntagnachmittag hatte es Nikias Arndt (29) endlich geschafft: Er war zu Hause. Ein paar Stunden zuvor stand der Radprofi vom Team DSM (ehemals Sunweb) noch gestresst am Charles-de-Gaulle-Airport in Paris. „Unser Flug war überbucht, wir wollen aber auf jeden Fall fliegen. Zum Glück hat sich alles geklärt“, sagt Arndt, der am Sonnabend die einwöchige UAE-Tour in den Vereinigten Arabischen Emiraten beendet hatte.

Auch wenn die Topergebnisse ausblieben, ist Arndt mit dem Saisonauftakt in der Wüste zufrieden. „Ich hatte während Weihnachten und Neujahr ein paar Knieprobleme, sodass ich ein bisschen mit dem Training ausgesetzt habe. Ich bin mit der Form bei der UAE-Tour aber sehr zufrieden, wir sind als Team sehr gut gefahren“, sagt Arndt, dessen 59. Platz in der Gesamtwertung zweitrangig ist. Als Road Captain muss er während der Rennen die Taktik der sportlichen Leitung umsetzen und den Teamkapitän unterstützen.

Radrennen in Dubai weniger anstrengend als in Europa

Grundsätzlich sei die Tour zum Saisonstart ein vergleichsweise angenehmer Aufgalopp. „Die Rennen in Dubai und Abu Dhabi sind wegen der Topografie nicht so anstrengend, wie man es aus Europa gewohnt ist“, berichtet Arndt. Harte Windkanten blieben aus, die Temperaturen lagen bei rund 30 Grad. „Ich bin froh, dass wir in dieser Zeit überhaupt so eine Veranstaltung wie die UAE-Tour haben. Anderen Menschen geht es gerade sehr viel schlechter als uns“, betont Arndt.

Anders als in früheren Jahren werde er in dieser Saison bei deutlich weniger Frühjahrsklassikern starten. Fest eingeplante Rennen seien nur Tirreno-Adriatico in Italien (10. bis 16. März), die belgischen Klassiker Brügge-De Panne (24. März), Gent-Wevelgem (28. März) und Scheldeprijs (7. April) sowie das legendäre französische Eintagesrennen Paris-Roubaix (11. April).

Radprofi Arndt: „Paris-Roubaix ist für mich das Highlight"

„Wir haben gemerkt, dass ich bei den Klassikern immer ein bisschen hinter den Erwartungen geblieben bin, obwohl ich vom Papier her ein guter Klassiker-Fahrer sein sollte. Paris-Roubaix ist für mich das Highlight, da liegt unser Fokus drauf“, erklärt Arndt. Noch sei offen, welche beiden der jeweils dreiwöchigen Saisonhöhepunkte aus Giro d’Italia (8. bis 30. Mai), Tour de France (26. Juni bis 18. Juli) und Vuelta a España (14. August bis 5. September) für ihn in Frage kämen.

Da das Team DSM mit dem Franzosen Romain Bardet (30) einen starken Fahrer für die Gesamtwertungen unter Vertrag hat, ist für Arndt als Road Captain eine Frage entscheidend: Wo fährt Bardet? Da sich der Franzose mit größter Wahrscheinlichkeit nicht die heimische Tour de France entgehen lassen dürfte, scheint die Tour auch für Arndt so gut wie gesetzt.

Radprofi Nikias Arndt fährt in Deutschland nur ein Rennen

„Mit einem guten Team werden wir da den Fokus auf der Gesamtwertung haben. Andererseits konnte ich in den letzten Jahren auch immer gut in Ausreißergruppen mitfahren, sodass ich auch auf das eine oder andere Ergebnis fahren werde“, sagt Arndt.

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In Deutschland werde er voraussichtlich nur das Eintagesrennen von Eschborn-Frankfurt (1. Mai) fahren. Die Teilnahme an der Deutschland-Tour sei für ihn ebenso unrealistisch wie ein Start bei den Cyclassics in Hamburg (22. August). „Das ist schade, weil Hamburg für mich ein Heimrennen ist, auf das ich mich normalerweise enorm freue. Es ist leider jedes Jahr das Problem, dass das zeitlich nicht gut passt“, sagt Arndt.

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