Am Rothenbaum

Hamburg bekommt wieder ein Damentennisturnier

| Lesedauer: 2 Minuten
Björn Jensen
Venus Williams (l.) und Kim Clijsters standen 2002 im Finale von Hamburg.

Venus Williams (l.) und Kim Clijsters standen 2002 im Finale von Hamburg.

Foto: VivienVenzke / WITTERS

Sandra und Peter-Michael Reichel kaufen die Lizenz aus Lettland. Das sind die Pläne für ein Damentennisturnier am Rothenbaum.

Hamburg. Als Sandra und Peter-Michael Reichel 2019 zum ersten Mal das Herrentennisturnier am Rothenbaum veranstalteten, gaben sie ein Versprechen. Sie wollten sich bemühen, mittelfristig auch wieder ein Damenturnier in Hamburg austragen zu können. Bis 2002 hatten die besten Tennisspielerinnen der Welt an der Hallerstraße aufgeschlagen. Die ehemalige Weltranglistenerste Kim Clijsters (37/Belgien) gewann den bislang letzten Titel, ehe die Lizenz an Philadelphia (USA) verkauft wurde.

Bereits in diesem Jahr können die Reichels ihr Versprechen nun einlösen. Auf dem digitalen Boardmeeting der Frauentennisorganisation WTA am Mittwochabend wurde dem Antrag zugestimmt, dass die umtriebigen Österreicher die Lizenz eines bislang unter dem Namen „Baltic Open“ in Jürmala (Lettland) ausgetragenen Events der 250er-Serie übernehmen können. Die Zustimmung dazu galt als Formsache, dennoch wollten alle Parteien der Bestätigung durch das Gremium nicht vorgreifen.

Die Rothenbaum-Pläne für ein Damentennisturnier

Fakt ist: Die Stadt Hamburg ist – in Person von Sportsenator Andy Grote und Sportstaatsrat Christoph Holstein – in die Planungen eingeweiht, ebenso Alexander Otto als wichtigster Unterstützer, der den im vergangenen Jahr fertiggestellten Umbau der Anlage am Rothenbaum mit acht Millionen Euro maßgeblich finanziert hatte, sowie die Partner Deutscher Tennis-Bund und Club an der Alster. Die Rahmenbedingungen, unter denen das Turnier möglichst schon im Sommer dieses Jahres ausgetragen werden soll, müssen nun zeitnah ausgearbeitet werden.

„Unsere Präferenz wäre, das Damenturnier parallel zum Herrenevent im Juli auszutragen“, sagt Peter-Michael Reichel (68), der dank seiner Kontakte zur WTA den Deal eingefädelt hatte. Dazu müsse allerdings die Zustimmung des WTA-Herrenpendants ATP eingeholt werden, die zusätzlichen kombinierten Events eher reserviert gegenübersteht. Räumlich und zeitlich wäre ein Parallelturnier möglich, glaubt Reichel. „Wir würden zwei 32er-Felder haben. Zu Masterszeiten hatte das Herrenturnier ein 64er-Feld. Das ist also kein Problem.“

Lesen Sie auch:

Denkbar sei aber auch, die Damen in der Woche vor oder nach den Herren aufschlagen zu lassen. Ob das schon in diesem Jahr machbar ist, hängt an der Entwicklung der Pandemie. Weder ATP noch WTA haben ihre Kalender für den Sommer bislang konkretisiert.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport