Fußball-Ticker

Nach Spuckattacke: Drakonische Strafe für Gladbachs Thuram

| Lesedauer: 15 Minuten
Schiedsrichter Frank Willenborg (r.) stellt Gladbachs Marcus Thuram nach dessen Spuckattacke auf den Hoffenheimer Stefan Posch vom Platz.

Schiedsrichter Frank Willenborg (r.) stellt Gladbachs Marcus Thuram nach dessen Spuckattacke auf den Hoffenheimer Stefan Posch vom Platz.

Foto: imago images/Laci Perenyi

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 21. Dezember 2020:

Thuram nach Spuckattacke sechs Spiele gesperrt

Drakonische Strafe für Marcus Thuram: Der französische Nationalspieler vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach ist nach seiner widerlichen Spuckattacke am vergangenen Samstag für sechs Pflichtspiele gesperrt worden. Der Angreifer muss außerdem eine Geldstrafe von 40.000 Euro zahlen.

Von der Sperre, die für Bundesliga- und Pokalspiele gilt, sind fünf Spiele direkt zu verbüßen. Das sechste Spiel wird bis zum 21. Dezember 2021 zur Bewährung ausgesetzt. Thuram hatte dem Hoffenheimer Stefan Posch ins Gesicht gespuckt und dafür in der 78. Minute die Rote Karte gesehen.

Auch der fünfmalige deutsche Meister hatte den Stürmer zur Kasse gebeten, Thuram muss ein Monatsgehalt zahlen, das einem sozialen Zweck zugutekommen wird.

Thuram hatte sich noch am Sonnabend in den sozialen Netzwerken für seine Affekthandlung entschuldigt. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl hatte nach einem Gespräch mit dem Profi erklärt, dass sich Thuram „nochmal bei mir und damit beim Verein für sein Verhalten entschuldigt. Marcus ist am Boden zerstört, und er hat mir glaubhaft versichert, dass er Stefan Posch nicht absichtlich angespuckt hat. Marcus bleibt der Mensch, den wir kennen, und wir lassen ihn nicht fallen“.

Im Pokalspiel am Dienstag bei der SV Elversberg (20.45 Uhr/Sky) steht Thuram nicht zur Verfügung.

DFB startet 2021 mit zwei Spielen in Duisburg

Die deutsche Nationalmannschaft startet mit einem Doppelpack in Duisburg ins EM-Jahr. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw wird ihr erstes Qualifikationsspiel für die WM 2022 in Katar am 25. März gegen Island in der Schauinsland-Reisen-Arena des Drittligisten MSV Duisburg bestreiten. Nach der Begegnung drei Tage darauf in Rumänien geht es am 31. März erneut in Duisburg gegen Nordmazedonien.

Mit der Doppel-Vergabe an ein und denselben Ort habe man im vergangenen 2020 in Köln und Leipzig „gute Erfahrungen gemacht“, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Duisburg habe sich im Sommer im Rahmen des Finalturniers der Europa League „als Spielort im Sonderspielbetrieb bewährt“. Außerdem gelte es mit Blick auf die Pandemie, „die Kontakte der Mannschaft zu minimieren und unnötige Reisen zu vermeiden“. Über eine mögliche Zulassung von Zuschauern werde mit den zuständigen Behörden zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Gladbach-Manager Eberl nimmt im Januar Auszeit

Für Spieler und Trainer fällt die Winterpause praktisch aus, Sportdirektor Max Eberl vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach blickt dagegen einer ungewöhnlich langen Verschnaufpause entgegen. Der 47-Jährige verständigte sich im Zuge seiner Vertragsverlängerung bis 2026 auf eine vierwöchige Auszeit im Januar.

Er wolle nach 16 Jahren intensiver Arbeit im Verein „ein bisschen Ruhe bekommen, etwas für mich tun“, sagte Eberl vor dem Auswärtsspiel im DFB-Pokal beim SV Elversberg am Dienstag (20.45 Uhr/Sky). Der Austausch mit Trainer Marco Rose, um dessen Vertragsverlängerung sich der Verein bemüht, bleibe aber eng: „Das Handy ist mein treuester Begleiter.“

Die Borussia ist im Januar in der Liga sechsmal gefordert. Nach dem Jahreswechsel gastiert der Tabellenachte am 2. Januar bei Aufsteiger Arminia Bielefeld.

BVB lässt Sancho und Bellingham nicht reisen

Wegen der neuen Reisebeschränkungen für Flüge aus Großbritannien müssen die beiden Engländer Jadon Sancho und Jude Bellingham vom Bundesligisten Borussia Dortmund die Weihnachtstage in Deutschland bleiben. Das kündigte BVB-Sportdirektor Michael Zorc auf einer Pressekonferenz am Montag an.

Wenn er die gesetzlichen Regelungen und Erlasse richtig verstanden habe, hätte eine Heimkehr der beiden Profis zur Folge, dass sie danach nicht mehr nach Deutschland einreisen könnten. „Demzufolge können wir ihnen nicht erlauben, über die Weihnachtstage nach England zu reisen“, sagte Zorc.

Der BVB bestreitet am Dienstag (20.00 Uhr/Sport1 und Sky) noch sein DFB-Pokal-Spiel beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig, nach der kurzen Pause geht es dann am 3. Januar mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg weiter.

Dortmund rechnet im Januar wieder mit Haaland

Borussia Dortmund rechnet mit Beginn des neuen Jahres wieder mit seinem Torjäger Erling Haaland. „Er ist komplett im Soll vom zeitlichen Ablauf her. Wir gehen davon aus, dass er sofort zu Beginn im Januar wieder da ist“, sagte Trainer Edin Terzic auf einer Pressekonferenz am Montag. Haaland hatte einen Muskelfaserriss erlitten und seine Reha zuletzt im Emirat Katar absolviert.

Machten Kopfbälle Ex-Weltmeister Stiles krank?

Der Sohn des im Oktober gestorbenen englischen Ex-Weltmeisters Norbert „Nobby“ Stiles sieht in den vielen Kopfbällen während der Fußball-Karriere den Grund für die Demenzerkrankung seines Vaters. Eine Obduktion habe festgestellt, dass das Gehirn des 78-Jährigen von wiederholten Schlägen auf den Kopf betroffen war, sagte John Stiles und forderte die Fußballverbände auf, sich des Problems anzunehmen.

„Nobby“ Stiles starb am 30. Oktober dieses Jahres. Er litt jahrelang an Prostatakrebs und fortgeschrittener Demenz. Bei insgesamt fünf Spielern aus der Weltmeister-Mannschaft von 1966 war Demenz festgestellt worden. Er glaube, dass sein Vater in seiner Karriere zwischen 70 000 und 100 000 Mal den Ball geköpft habe, so Stiles junior.

Dr. Willie Stewart, ein Neuropathologe am Universitätsklinikum in Glasgow, hatte das Gehirn von Stiles untersucht. Es gebe Anzeichen, die mit der fortschreitenden Demenz übereinstimmen. Er konnte aber nicht mit Sicherheit sagen, dass die Symptome durch Kopfverletzungen verursacht wurden, sagte Stewart der BBC. „Kopfverletzungen und Kopfstöße sind das, worüber wir uns Sorgen machen.“

Bender-Zwillinge beenden Karriere im Sommer

Die Bender-Zwillinge von Bayer Leverkusen verabschieden sich im kommenden Jahr aus dem Profi-Fußball. Wie der Bundesligaclub am Montag mitteilte, werden Lars und Sven Bender ihre jeweils im Sommer auslaufenden Verträge nicht verlängern. „Nach langer Bedenkzeit und unzähligen Gedankenspielen hinsichtlich unserer Zukunft sind wir letztlich zu dem Entschluss gekommen, dass wir unsere Reise mit Bayer 04 nicht fortführen werden. Dem Verein gegenüber sahen wir uns in der Verantwortung, diesen Entschluss frühzeitig mitzuteilen“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der beiden 31-Jährigen.

„Letztlich war es keine Entscheidung gegen den Verein, sondern für die Gesundheit und die Familie. Wir haben erkannt, dass es schwierig wird, über den Sommer hinaus auf diesem hohen Niveau Fußball zu spielen. Es fällt uns leider zunehmend schwerer, dies mit all den Schmerzen und körperlichen Problemen, unter denen wir mehr und mehr zu leiden haben, kontinuierlich abzurufen“, erklärten sie.

Rassistischer Vorfall in Brasiliens erster Liga

In der brasilianischen ersten Liga ist es am Sonntag offenbar zu einem rassistischen Vorfall gekommen. Beim Spiel zwischen Flamengo aus Rio de Janeiro und EC Bahia (4:3) soll Bahias Mittelfeldspieler Juan Pablo Ramirez gegenüber Flamengos Mittelfeldakteur Gerson „Halt die Klappe, du Schwarzer“ gesagt haben.

„Ich ging zu ihm hin, um mit ihm zu sprechen. Das hat er geantwortet“, sagte Gerson nach dem Spiel: „Ich habe nie darüber gesprochen (Rassismus im Fußball, d. Red.), da ich bislang nie davon betroffen war. Aber das werde ich nicht akzeptieren.“

Der brasilianische Fußballverband CBF forderte den Obersten Sportgerichtshof STJD dazu auf, „sofort“ eine Untersuchung einzuleiten. Ramirez bestreite die Vorwürfe „vehement“, hieß es in einem Statement seines Vereins. Zudem bekomme der Kolumbianer die Möglichkeit „sich gegen solche schwerwiegenden Anschuldigungen zu verteidigen“. Bis dahin sei er aber von allen Aktivitäten der Mannschaft ausgeschlossen.

FC Genua wechselt Trainer aus

Der italienische Serie-A-Club FC Genua hat sich von Trainer Rolando Maran getrennt. Damit zog der Erstligist die Konsequenzen aus der 0:2-Niederlage gegen Benevento Calcio am Sonntag.

Als Ersatz für Maran, der seit Ende August den Club aus Genua trainierte, wurde Davide Ballardini verpflichtet, der am Montag sein erstes Training leitete. Ballardini ist ein alter Bekannter beim Club, den er seit 2010 schon dreimal betreut hatte.

HSV-Idol Magath kritisiert Löws Personalpolitik

HSV-Idol Felix Magath hat Fußball-Bundestrainer Joachim Löw wegen seines Verzichts auf Jérôme Boateng, Mats Hummels und insbesondere Thomas Müller kritisiert. „Heute sieht man doch, dass es ohne die drei nicht ging. Es war falsch, sie auszusortieren“, sagte der frühere Meistertrainer des FC Bayern und des VfL Wolfsburg in einem „Kicker“-Interview. Er frage sich, warum Löw vor allem Müller nicht wieder in die Auswahl hole. „Thomas spielt überragend bei Bayern. Ich weiß nicht, warum Jogi Löw auf ihn verzichtet“, sagte Magath.

Mit Blick auf die ins kommende Jahr verlegte Europameisterschaft rechnet der einstige Nationalspieler nicht mit dem vierten Titelgewinn für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „Von Titelchancen bei der EM würde ich nicht ausgehen“, sagte Magath (67), der den HSV 1983 zum Gewinn des Europapokals der Landesmeister schoss.

Bericht: Mainz-Trainer Lichte vor dem Aus

Trainer Jan-Moritz Lichte steht beim Bundesligisten FSV Mainz 05 nach einem Bericht der „Bild-Zeitung“ vor dem Aus. Der 40-Jährige soll nach Informationen der Zeitung nach dem Pokalspiel gegen den VfL Bochum an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) entweder ins zweite Glied zurückkehren oder ganz gehen.

Der Verein wollte dies am Montagmorgen weder bestätigen noch dementieren. „Das kommentieren wir nicht“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Lichte übernahm den Posten nach dem zweiten Bundesliga-Spieltag von Achim Beierlorzer und hat seither selbst eine ernüchternde Bilanz von sechs Punkten in elf Liga-Spielen.

Vorstandsboss Stefan Hofmann sagte der „Bild“, der Fokus gelte zunächst dem wichtigen Bochum-Spiel. „Danach kommt alles auf den Tisch, wird es klare Entscheidungen geben – so kann es sicher nicht weitergehen, wir werden nicht tatenlos zuschauen, sondern versuchen noch einmal alles für den Ligaverbleib zu mobilisieren!“ Dies könne auch „einschneidende Maßnahmen bedeuten“. Lichte war zuvor als Assistent bei den Mainzern und übernahm dann zunächst als Interimscoach.

Nach Kritik an Terzic: Watzke attackiert Scholl

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Bundesligist Borussia Dortmund hat die Kritik von Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl am neuen BVB-Coach Edin Terzic brüsk zurückgewiesen. „Wenn Mehmet Scholl sich offensichtlich für den besten Analytiker hält, stellt sich mir die Frage, warum das noch kein Verein gesehen hat“, sagte Hans-Joachim Watzke der „Bild“-Zeitung.

Scholl, der seit 2013 keinen Club mehr betreut hat, hatte über Terzic gesagt: „In seinen Worten steckt nicht viel drin. Das ist so, als würde ich sagen, morgen geht die Sonne weiter. Seine Analyse ist nicht greifbar.“ Auch bemängelte er, das Vokabular des Neuen gehöre zu der Trainersprache, die er „nicht mehr hören“ könne. „Ich sollte früher auch von Box statt von einem Strafraum sprechen. Oder von einer diametral abkippenden Doppelsechs. Ich habe mich geweigert“, sagte Scholl (50).

Terzic (38) hatte die Borussia als Nachfolger von Lucien Favre übernommen. Nach dem 2:1-Sieg zum Einstand bei Werder Bremen unterlag seine Mannschaft am Wochenende bei Union Berlin (1:2). Zum Jahresabschluss tritt Dortmund am Dienstag (20.00 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Zweitligist Eintracht Braunschweig an.

Tragödie in Ligue 1: Greenkeeper erschlagen

Tragischer Unfall am Rande des Ligue-1-Spiels zwischen dem FC Lorient und Stade Rennes in Frankreich: Ein Greenkeeper wurde kurz nach dem Abpfiff so schwer von einem herabfallenden Teil der Rasen-Beleuchtungsanlage getroffen, dass er am Sonntagabend seinen Verletzungen erlag. Das bestätigte der Bürgermeister von Lorient.

Bei dem Mann handelte es sich laut der Nachrichtenagentur AFP um einen Familienvater mit drei Kindern. Unter anderem die medizinischen Betreuer beider Vereine hatten im Stade du Moustoir erste Hilfe mit Wiederbelebungsmaßnahmen geleistet, ehe das Unfallopfer ins Krankenhaus transportiert wurde, wo es verstarb. Lorients Spieler legten am Montag vor dem Training eine Gedenkminute ein.

Zunächst hatten die Auswechselspieler von Rennes nach dem 3:0-Auswärtssieg auf den Vorfall aufmerksam gemacht, der sich ereignete, während sie noch auf dem Weg zur Kabine waren. Einige Spieler und Helfer eilten daraufhin zur Unglücksstelle, wo sie bald Unterstützung von Feuerwehrleuten erhielten.

Rückschlag für Paris Saint-Germain

Champions-League-Finalist Paris Saint-Germain hat am Sonntag die Rückkehr an die Tabellenspitze der französischen Ligue 1 verpasst. Am 16. Spieltag reichte es für die Hauptstädter in einer Partie ohne zwingende Ideen nur zu einem 0:0 bei Spitzenreiter OSC Lille. Drei Mannschaften liegen weiterhin nahezu gleichauf. Lille und Olympique Lyon haben je 33 Punkte, Paris Saint-Germain 32.

Die erste Chance des Spiels hatte der deutsche Nationalspieler Thilo Kehrer, der nach 20 Minuten den Ball knapp am Tor vorbeiköpfte. Wie Star-Stürmer Kylian Mbappé wurde Julian Draxler in dem Spitzenspiel von Trainer Thomas Tuchel zunächst auf die Bank beordert. Beide konnten auch nach ihrer Einwechslung in der 77. Minute den Siegtreffer nicht mehr erzwingen.

Real Madrid baut Siegesserie aus

Der spanische Rekordmeister Real Madrid um Nationalspieler Toni Kroos hat seine Siegesserie in La Liga ausgebaut. Bei SD Eibar gewannen die Königlichen am Sonntagabend 3:1 (2:1) und zogen durch den vierten Dreier in Folge mit Lokalrivale Atlético gleich, der an der Tabellenspitze steht. Beide haben 29 Punkte auf dem Konto, Dritter ist Real Sociedad (26).

Karim Benzema (6.) und Luka Modric (13.) brachten Real früh auf 2:0 nach vorn, nach dem Anschlusstreffer durch Kike Garcia (28.) machte Lucas Vazquez (90.+2) erst in der Nachspielzeit alles klar. Kroos spielte durch.

Atlético war am Sonnabend zu einem 3:1 (1:0) gegen den FC Elche gekommen. Der FC Barcelona liegt nach dem 2:2 (1:1) gegen den FC Valencia acht Zähler hinter der Spitze.

( dpa/SID )

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